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Wahrer Gott und wahrer Mensch


Wahrer Gott und wahrer Mensch
Auszug aus: "Grundwissen Theologie: Jesus Christus"
von Karl-Heinrich Bieritz

Um die Gottheit Christi
Das 4. Jahrhundert in der Geschichte des Christentums bringt nicht nur mit der konstantinischen Wende (unter ein Kaiser Konstantin dem Großen, 306-337) den Sieg Kirche über den heidnischen Staat. Es ist auch Schauplatz heftigster innenkirchlicher Auseinandersetzungen, in deren Verlauf zentrale christliche Lehrsätze - vom Wesen Gottes und der Gottheit Christi - entwickelt und festgeschrieben werden. Politische und theologische Entwicklungen greifen dabei ineinander: Das Interesse des römischen Staates an der kirchlichen Einheit, die ihrerseits die Reichseinheit garantieren soll, zwingt die Kirche zur verbindlichen Festlegung und Durchsetzung ihrer Lehre. Dies geschieht vielfach unter engagierter Beteiligung der jeweiligen Herrscher, die sich nicht scheuen, zur Erreichung ihrer Ziele auch politische Machtmittel einzusetzen. Dogmatische Fragen werden auf solche Weise zu öffentlichen Angelegenheiten von staatspolitischer Bedeutung, die die gesamte Bevölkerung bewegen.

Von den zahlreichen Titeln, die Jesus im Neuen Testament beigelegt werden, sind die Bezeichnungen als Sohn Gottes und als Logos Gottes in theologischer Hinsicht besonders folgenreich. Sie zwingen dazu, das Verhältnis Jesu zu seinem göttlichen Vater wie auch die Art seiner Anteilhabe an der Gottheit Gottes näher zu bestimmen. Im 2. und 3. Jahrhundert bilden sich hierzu zwei theologische Richtungen heraus:

(1) Origenes (um 185 - um 254) und andere christliche Theologen nehmen den Logos-Begriff (griechisch logos = Wort) auf, wie er schon von dem jüdischen Philosophen Philo (um 25 vor - 45 nach Christus) verwendet und vom Johannesevangelium und den frühchristlichen Apologeten auf Jesus Christus bezogen wird. Sie entwickeln eine Logos-Christologie, die einerseits Jesus Christus als dem ewigen, präexistenten Wort Gottes göttliches Wesen zuschreibt - er ist theanthropos, -Gottmensch, ihn andererseits aber Gott, dem Vater, eindeutig unterordnet (Subordinatianismus, von lateinisch subordinatio = Unterordnung). Dem Logos wiederum ist seinerseits der Geist - die dritte göttliche Wesenheit - untergeordnet.

(2) Ihnen stehen die modalistischen Monarchianer (von griechisch monarchia = Alleinherrschaft) gegenüber, die in den drei göttlichen Wesenheiten - Vater, Sohn und Geist - nur unterschiedliche Erscheinungsweisen (lateinisch modi, -Singular modus) und (Schauspieler-) Rollen (griechisch prosopa, lateinisch personae, Personen) des einen Gottes erblicken. Sie behaupten faktisch die Identität der drei göttlichen Personen und müssen sich deshalb den Vorwurf gefallen lassen, sie lehrten einen Patripassianismus (von lateinisch pater = Vater und passie = Leiden: in der Gestalt des Sohnes habe der Vater selbst am Kreuz gelitten). Eine andere Richtung, die der dynamistischen Monarchianer sieht in Jesus lediglich den von einer göttlichen Kraft (griechisch dynamis) erfüllten Menschen.
Im Mittelpunkt der Lehrstreitigkeiten des 4. Jahrhunderts steht der arianische Streits (318-381), der mit dem Namen des alexandrinischen Presbyters Arius (280-336) verbunden ist. Er lehrt - nach allem, was sich noch erschließen läßt - einen strengen Subordinatianismus: Der Logos ist von Gott aus dem Nichts erschaffen worden, ist also ein Geschöpf Gottes, von Gott zum Sohn adoptiert. Der menschgewordene Sohn wird zwar Gott genannt, ist es aber in Wahrheit nicht. Auf einer Synode in Alexandria im Jahre 318 wird Arius wegen solcher Lehren von seinem Bischof Alexander verurteilt und muß fliehen.

Um die Streitigkeiten beizulegen, beruft Kaiser Konstantin 325 die Synode von Nizäa ein. Sie verwirft die Lehre des Arius und verabschiedet ein Bekenntnis, das die Aussage enthält, der Sohn - aus dem Vater geboren, nicht geschaffen! - sei eines Wesens (griechisch hamoousios; ousia = Substanz, Wesen) mit dem Vater. Diese Formel wird zum Angelpunkt des weiteren Streites.

Das Blatt wendet sich schon bald zugunsten der arianischen Partei und gegen die, Nizäner. Konstantin begünstigt mehr und mehr die Gegner des nizänischen Bekenntnisses. Seine Söhne setzen diese Politik fort. Der Führer der arianischen Partei, Bischof Eusebius von Nikomedien, darf bereits 328 in sein Bistum zurückkehren und wird unter Kaiser Konstantius sogar Metropolit von Konstantinopel (339-341). Auch die Verbannung des Arius wird aufgehoben. Er stirbt kurz vor seiner Wiedereinsetzung in das Presbyteramt. Athanasius, Führer der antiarianischen Partei und seit 328 Bischof von Alexandrien, wird 335 abgesetzt und flieht 338 mit anderen einflußreichen Anhängern nach Rom.

Die römische Kirche, auf solche Weise in den Streit verwickelt, stellt sich auf einer Synode im Jahre 340 auf die Seite des Athanasius. Hiergegen wiederum wendet sich auf der Kirchweihsynode von Antiochien 341 die Mehrheit der östlichen Bischöfe. Eine von den Söhnen Kaiser Konstantins Konstantius (337-361) und Konstans (337-350), im Jahre 342 nach Sardica einberufene Synode bringt keine Lösung Auf Druck des Konstantins muß sich die abendländische Kirche auf den Synoden von Arles (353) und Mailand (355) von Athanasius trennen und das homoousios verwerfen. Athanasius, der 346 in sein Bistum zurückgekehrt war, muß erneut fliehen. Kompliziert wird die Situation auch dadurch, daß sich unter den Gegnern des nizänischen homoousios drei Parteien bilden.

(1) Die radikalen Arianer vertreten die Meinung, der Sohn sei in allem dem Vater unähnlich, ungleich (griechisch anomoios, deshalb Partei der Anhomöer).

(2) Dagegen vertreten von Origenes geprägte Theologen des Ostens die Auffassung, der Sohn sei nach dem Wesen dem Vater ähnlich (griechisch homoiousios statt homoousios; deshalb Partei der Homöusianer).

(3) Dazwischen steht die am kaiserlichen Hof vertretene Partei, die eine dehnbare Kompromißformel anbietet, die auf einen Bezug zum Wesens Gottes ganz verzichtet: Der Sohn sei, so lehrt man, dem Vater ähnlich nach den (heiligen) Schriften (griechisch hamoios = ähnlich, gleichartig; deshalb Partei der Homöer).

Nach 361 bahnt sich eine erneute Wendung an: Die Anhänger des Nizänums verbinden sich mit der Partei der Homöusianer (Richtung der Neu-Orthodoxie bzw. Jung-Nizäner). Auf einer Synode in Alexandrien 362 verzichtet Athanasius darauf, das nizänische homoousios exklusiv im Sinne von -wesenseins zu interpretieren. Er gibt die Deutung wesensgleich frei.

Bei der theologischen Vermittlung zwischen den Parteien spielen die – nach ihrer Herkunft so genannten - Drei großen Kappadozier Basilius der Große (gestorben 379, Bischof von Cäsarea), Gregor von Nazianz (gestorben um 390) und Gregor von Nyssa (gestorben nach 394) eine wichtige Rolle. Auf sie geht letztlich die Unterscheidung zwischen dem einen, ungeteilten Wesens Gottes (griechisch mia ousia = ein einziges Wesen) und seinen drei Seinsweisen (griechisch treis hypostaseis= Hypostasen) zurück.

Theodosius, seit 379 zunächst Mitkaiser im Osten, verfolgt eine antiarianische Kirchenpolitik. Die unter seinem Einfluß stehende Synode von Konstantinopel 381 verwirft die Anhomöer und Arianer und bestätigt ausdrücklich die Beschlüsse von Nizäa (vergleiche oben die Ausführungen zum Nizäno Konstantinapolitanischen Glaubensbekenntnis):

Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt. Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater; durch ihn ist alles geschaffen. Für uns Menschen und zu unserm Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden

Damit ist der arianische Streit innerkirchlich zwar entschieden. Doch bleibt der Arianismus schon dadurch weiterhin politisch wie religiös von Einfluß, weil die Westgoten nach ihrer Bekehrung durch Wulfila sich der arianischen Lehre anschließen und sie auch an andere germanische Stämme weitergeben. Sie errichten ein eigenes, von der Reichskirche unabhängiges, arianisches Kirchenwesen.

Um die Menschheit Christi

Die arianischen Streitigkeiten des 4. Jahrhunderts finden in gewisser Weise ihre Fortsetzung in den christologischen Auseinandersetzungen des 5. Jahrhunderts. Steht einmal fest, daß der Sohn dem Vater >wesensgleich< (hamoousios) ist, erhebt sich die Frage, wie denn das Verhältnis von Gottheit und Menschheit im menschgewordenen Sohn Gottes näherhin zu bestimmen und auszusagen sei. Dabei spielen kirchenpolitische Gegensätze zwischen den Patriarchaten des Ostens, die untereinander um die Vorherrschaft ringen, ebenso eine Rolle wie die Konkurrenz theologischer Schulen.

In der Kirche der ersten Jahrhunderte wird es üblich, daß sich die Bischöfe einer Provinz in der jeweiligen Provinzhauptstadt (griechisch metropolis=Mutterstadt) zu Synoden (griechisch synodos = Zusammenkunft) treffen, um wichtige Fragen gemeinsam zu beraten und zu entscheiden. Daraus entwickelt sich eine kirchliche Provinzialverfassung: Die Gemeinden der jeweiligen Verwaltungseinheit bilden eine Kirchenprovinz, eine Metropolie (griechisch auch eparchia), der der Bischof der Provinzhauptstadt als Metropolit (im Abendland später archiepiscopus, Erzbischof, genannt) vorsteht. Noch größere Verbände bilden sich um die ebenso politisch-kulturell wie kirchlich bedeutsamen Zentren Antiochien, Alexandrien und Rom, zu denen später noch Jerusalem und Konstantinopel (Byzanz) treten. Die hier residierenden Bischöfe haben den Rang von Patriarchen (griechisch patriarches = Stammvater). Die Gebiete, die ihrem Einfluß unterstehen, heißen Patriarchate.

(1) Die führenden Theologen von Antiochien, einem der vier östlichen Patriarchensitze, lehren die Trennung von göttlicher und menschlicher Natur in Jesus Christus: Der göttliche Logos - seinem Wesen nach ewig und leidensunfähig - habe sich in der Geburt Jesu mit einem vollkommenen Menschen aus dem Geschlecht des Königs David verbunden, ohne sich mit dessen Menschennatur zu vermischen. In der Konsequenz bedeutet das die Aufspaltung der Persönlichkeit des Erlösers in zwei handelnde Subjekte, ein göttliches und ein menschliches, wobei das menschliche Subjekt sich durch eigene sittliche Anstrengungen und vorbildlichen Lebenswandel immer enger mit dem göttlichen verbindet.


(2) Die Theologen des einflußreichen Patriarchats von Alexandrien vertreten demgegenüber die völlige, wesenhafte Einheit von göttlicher und menschlicher Natur in der Person Jesu Christi, wobei sie den Akzent – anders als die Antiochener nicht auf seine Menschheit, sondern seine Gottheit legen. Diese habe, so lehren sie, die Menschennatur gleichsam angezogen wie ein Kleid.

(3) Theologen des Abendlandes gehen - in der Nachfolge Tertullians (um 160 bis nach 220) - einen mittleren Weg: Sie lehren, in der Person Jesu seien zwei Substanzen - die menschliche und die göttliche – unvermischt miteinander verbunden.

Die Auseinandersetzungen verlaufen in zwei Phasen: dem nestorianischen Streit (428-433) und dem eutychianischen Streit (448-451). Sie enden damit, daß sich im Osten eine Reihe von Nationalkirchen bildet, die sich in Lehre und Organisation von der Reichskirche trennen. Entscheidende Höhe- und Wendepunkte sind die ökumenischen Konzilien von Ephesus (431) und Chalcedon (451).

(1) Nestorius, Patriarch von Konstantinopel, ist ein Vertreter der antiochenischen Schule. 428 predigt er gegen die damals schon verbreitete Übung, Maria, die Mutter Jesu, als Gottesgebärerin (griechisch theotokos) zu bezeichnen. Seiner Meinung nach steht ihr lediglich der Titel Christusgebärerin zu. Nestorius lehrt, daß sich menschliche und göttliche Natur in der einen Person Jesu Christi nur berühren (griechisch synhapheia = Gemeinschaft der Berührung); Gott verbindet sich mit einem Menschen, wird aber nicht wirklich Mensch. Cyrill, Patriarch von Alexandrien und den dort vertretenen theologischen Meinungen verpflichtet, wendet sich mit großer Heftigkeit gegen Nestorius und verteidigt die Bezeichnung Gottesgebärerin für Maria: In Jesus Christus verbinden Gottheit und Menschheit sich nicht nur, sie werden vielmehr wesensmäßig eins (griechisch henosis physike = naturhafte Wesenseinheit). Nestorius und Cyrill wenden sich beide an den römischen Bischof Coelestin, der 430 die Angelegenheit zugunsten des Alexandriners entscheidet.

Das von Kaiser Theodosius II. (408-450) im Jahre 431 nach Ephesus einberufene Konzil endet - nach erheblichen Wirren - schließlich mit der Verurteilung und Absetzung des Nestorius. Doch der Streit setzt sich fort, und Theodosius II. sieht sich erneut zum Einschreiten genötigt: Er veranlasst beide Parteien im Jahre 433 zu einer Übereinkunft (Union), die im wesentlichen den antiochenischen Auffassungen entspricht. Um seinerseits den Alexandrinern entgegenzukommen, stimmt der Patriarch von Antiochien, Johannes, der Verurteilung des Nestorius zu, der 451 im ägyptischen Exil stirbt.

(2) Neuerliche Auseinandersetzungen entzünden sich an der Person des Eutyches, der - entgegen der Übereinkunft von 433 - eine strenge Einnaturenlehren (griechisch mia physis = eine Natur) vertritt: Jesus, so lehrt er, habe nur äußerlich wie ein Mensch ausgesehen, sei jedoch in Wahrheit ganz und gar - auch mit seinem Leibe - göttlicher Natur gewesen, in keiner Hinsicht uns Menschen wesensgleich.448 wird Eutyches von einer Synode in Konstantinopel unter dem dortigen Patriarchen Flavian verurteilt, was wiederum auf den Widerstand des Patriarchen von Alexandrien, Dioskur, stößt.

Erneut wenden sich die Kontrahenten nach Rom, wo sich Papst Leo I. (440-4G 1) diesmal auf die Seite Konstantinopels (und damit der Antiochener) stellt: Nicht eine, sondern zwei Naturen, so entscheidet er, seien in Christus miteinander vereinigt. Eine von Theodosius II.449 nach Ephesus einberufene Synode - wegen des Terrors, den Dioskur auf die Teilnehmer ausübt, geht sie als Räubersynode in die Geschichte ein - endet mit dem Sieg des Alexandriners und der Verurteilung Flavians.

Doch der Tod Theodosius II. bringt eine erneute Wende: Das von der Kaiserin Pulcheria 451 nach Chalcedon einberufene Konzil setzt den alexandrinischen Patriarchen ab und verabschiedet das Chalcedonense, eine Bekenntnisformel, die zwischen den extremen theologischen Positionen vermittelt: Christus, so wird gelehrt, sei in vollkommener Weise ebenso Gott wie Mensch, wesensgleich (hamoousios) mit dem Vater nach der Gottheit und mit uns nach der Menschheit. Beide Naturen, die göttliche wie die menschliche, seien in ihm unvermischt (griechisch asynchytos) und unverwandelt (griechisch atreptos), aber auch ungetrennt (adihairetos) und ungesondert (achoristos) gegenwärtig. So besitzt Jesus Christus zwei Naturen, dies aber in einer einzigen Person.

Die Vertreter der Einnaturenlehre (Monophysiten, von griechisch monos = allein, einzig, und Physis = Natur) finden sich nicht mit diesem Kompromiß ab. In Ägypten wie in Syrien kommt es zur Wahl monophysitischer Gegenpatriarchen. Zu den nichtchalcedonensischen Nationalkirchen, die sich in der weiteren Entwicklung von der Reichskirche lösen, gehören heute die westsyrische, die koptische, die äthiopische und die armenische Kirche.

Nicht monophysitischen, sondern nestorianischen Überzeugungen folgen die Christen Persiens (ost-syrisch-nestorianische, auch chaldäische bzw. assyrische Kirche; die offizielle Bezeichnung lautet: Apostolische Kirche des Ostens). Auf ihre Missionstätigkeit gehen auch die indischen Thomas-Christen zurück.

Ausblick (Auszug)

Selbstverständlich beendet das Konzil von Chalcedon nicht die theologische Diskussion über die Person, das Werk, das Wesen des Jesus von Nazareth. Die Auseinandersetzungen hierüber gehen weiter - bis in die Gegenwart. Sie darzustellen, würde den Rahmen dieser knappen Einführung sprengen. Ein eigener Durchgang wäre erforderlich, um den Weg von der alten Kirche bis zu den Christusbildern zu skizzieren, wie sie gegenwärtig innerhalb und außerhalb von Kirche und Theologie entworfen werden. Auch eigene Angebote, wie diese komplizierte Geschichte der Christus-Deutung denn nun zu verstehen und zu bewerten sei, kann und will diese erste Einführung in das Thema Jesus Christus nicht unterbreiten. Aus gutem Grund beschränkt sie sich im wesentlichen auf die biblischen Grundlagen. Weiteres kann - wenn es die Gelegenheit ergibt - später ausgeführt werden.

Die altkirchliche Christologie, wie die Theologen sagen -sie meinen damit die Lehre von Jesus Christus -, hat ihre gedanklich-begrifflichen Wurzeln vornehmlich in der griechisch sprechenden und griechisch denkenden Welt des östlichen Christentums. Das gilt unbeschadet wichtiger Beiträge lateinisch sprechender und schreibender Theologen des Westens, auf die wir bei unserem kurzen Durchgang aufmerksam geworden sind. Die begrifflich hoch differenzierten Auseinandersetzungen um die Gottheit Jesu Christi und das Verhältnis der beiden Naturen in der Person des Erlösers bereiten heutigen Lesern erhebliche Verstehensschwierigkeiten. Das gilt selbst – den Nichttheologen sei es zum Troste gesagt - für eine Mehrzahl der Theologen.