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Dreifaltigkeit, Dreieinigkeit oder Trinität


Dreifaltigkeit

Deutsche Enzyklopädie

Dreifaltigkeit, Dreieinigkeit oder Trinität
ist die christliche Lehre (Dogma) von der Dreiheit der gleich großen
Personen Vater, Sohn (Jesus Christus) und Heiliger Geist in der Einheit des "göttlichen Wesens".

Herkunft der verwendeten Begriffe
2 Akzeptanz in der Gegenwart
3 Entwicklung der Akzeptanz
4 Geschichte
4.1 Vorläufer in der Frühen Kirche
4.2 Mittelalter und Neuzeit
4.3 Verschiedene nichttrinitarische Vorstellungen in der Kirchengeschichte
5 Zugangsmodelle
5.4 Graphisch dargestellter Unterschied zwischen Dreifaltigkeit und Dreieinigkeit
6 Dreifaltigkeitsfest
7 Theologische Auseinandersetzung
7.5 Argumente für die Trinitätslehre
7.5.1 Trinität:
7.5.2 Gottheit von Jesus Christus
7.5.3 Gottheit des Heiligen Geists
7.5.4 Trinitarisch gedeutete alttestamentliche Stellen
7.6 Argumente gegen die Trinitätslehre
7.7 Vergleiche mit dem Heidentum
7.8 Weitere Aspekte



Herkunft der verwendeten Begriffe

Die bei der Definition der Dreieinigkeit Gottes verwendeten Begriffe kommen in der Bibel nicht vor:
Das griechische Wort trias für Gott Vater, Sohn und Heiligen Geist wird erstmals erwähnt in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts bei dem Apologeten Athenagoras: "sie [die Christen] kennen Gott und seinen Logos, wissen was die Einheit des Sohns mit dem Vater ist, was die Gemeinschaft des Sohnes mit dem Vater ist, was der Geist ist, was die Einheit dieser Trias, der Geist, der Sohn, und der Vater, ist, und was ihre Unterscheidung in der Einheit ist."
In der Westkirche wurde das entsprechende lateinische Wort trinitas einige Jahrzehnte später von Tertullian eingebracht. Es ist eine eigens hierfür geschaffene Neubildung aus tres – drei und unitas – Einheit. Er führt ebenfalls den Begriff personae für Vater, Sohn und Heiligen Geist ein. Von Haus aus Jurist erklärte er die Lehre in der Sprache des römischen Rechtswesens. Er verwendete substantia, das den rechtlichen Status in der Gemeinschaft bezeichnet, für die Gesamtheit von Vater Sohn und Heiligen Geist, und personae (Partei im rechtlichen Sinn). Nach seiner Darstellung ist Gott in der substantia einer, aber in der monarchia – der Herrschaft des einen Gottes – wirken drei personae, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Einer anderen Version zufolge entlehnte Tertullian die Methapher "persona" dem Theater von Karthago, wo die Schauspieler Masken vor ihr Gesicht hielten, je nach Rolle, die ihnen zukamen.
Die griechische Theologie des vierten Jahrhunderts, die bei der Erarbeitung der Trinitätslehre führend war, verwendet statt Person das griechische Wort Hypostase (Wirklichkeit, Wesen, Natur), das auch heute in der Theologie oft vorgezogen wird, da der moderne Begriff Person oft fälschlicherweise mit dem antiken Begriff persona gleichgesetzt wird.

Akzeptanz in der Gegenwart

In der Gegenwart ist die Trinität in der Verfassung des ökumenischen Rats der Kirchen aufgeführt und wird damit von allen dort angeschlossenen Kirchen anerkannt. Ebenso gehört das Bekenntnis zur Trinität zu den Glaubensgrundlagen der evangelikalen Bewegung.
Heutige christliche Gruppen, die die Trinität ablehnen, meistens weil sie die Gottheit von Jesus Christus ablehnen oder ihn zumindest auf einer niedrigeren Stufe sehen als Gott, sind die Christian Science, The Way International, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ("Mormonen"), die Zeugen Jehovas, die Geistchristliche Kirche und die Christadelphian-Gemeinden, die Unitarier-Universalisten und die biblischen Unitarier.
Daneben gibt es auch christliche Gruppen, die vom trinitarischen Dogma in die andere Richtung abweichen und lehren, dass Gott der Vater und Jesus Christus keine verschiedenen Personen, sondern vollkommen identisch sind. Unter anderen hängt ein Teil der Pfingstkirchen, die sogenannten "Oneness Pentecostals", dieser Lehre an.

Entwicklung der Akzeptanz



Noch im 2. Jahrhundert war die subordinierte Christologie, die dem Sohn den Vater unterordnete (im Unterschied zur Trinitätslehre) selbstverständlich und allgmeine Kirchenlehre.
In den folgenden 400 Jahren, geprägt durch erbitterten kircheninternen Streits und politischer Einflussnahme, wurde dann die Lehre von drei gleichrangigen "Personen" in einer "Gottheit" entwickelt.
Das für die Entwicklung der Lehre wichtige Nizänokonstantinopolitanum (381) war reichsrechtlich sanktioniert - bei Widerspruch setzte man seine bürgerliche Existenz aufs Spiel. Somit verbreitete sich das Dogma fortan fast ungehindert und die Akzeptanz nahm zu.
Auf vereinzelte Akzeptanzprobleme (beispielsweise bei den Goten, Sozianern, Unitariern) wurde von der Kirche mit Mord (zB Michael Servet), Verfolgung und Verbannung reagiert.

Geschichte

Vorläufer in der Frühen Kirche

Bereits seit der Zeit des Neuen Testaments waren in der Liturgie Formeln im Gebrauch, die Vater, Sohn und Heiligen Geist zusammen ansprechen. Am bekanntesten ist die Taufformel von Matthäus 28: "Taufet sie im Namen (sg.) des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes", die auch in den überlieferten Taufformeln des ersten und zweiten Jahrhunderts wiederholt wird, und die sogar von den Arianern verwendet wurde. Weitere solche Formeln, die schon in den ältesten Liturgien vorkommen, sind beispielsweise "Ehre sei dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist", "die Liebe des Herrn und Vaters, die Gnade des Herrn und Sohnes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes seien mit uns allen" "wir opfern Ehre, Dank und das Trisagion dir, dem Vater, Sohn und Heiligen Geist".
Während die liturgische Verwendung trinitätsnaher Formeln, die noch nichts über die Beziehung untereinander aussagen, im Wesentlichen unbestritten blieb, gab es seit dem zweiten und dritten Jahrhundert sehr unterschiedliche Versuche, diese liturgische Verwendung theologisch zu formulieren. Extreme wie Adoptionismus (Jesus wurde bei der Taufe von Gott adoptiert) und modalistischer Monarchianismus (der Vater und der Sohn sind Erscheinungsformen des gleichen Gotts) wurden von den Kirchenvätern praktisch einmütig als Häresie angesehen.
Die Theologie des christlichen Mainstream entwickelte ab dem zweiten Jahrhundert, aufbauend auf Johannes 1 eine Logos-Theologie, in der Jesus Christus, der Sohn Gottes, mit dem präexistenten Logos als wesentlichem Agens der Schöpfung und der Offenbarung Gottes gleichgesetzt wurde.
Irenäus von Lyon sah beispielsweise den Sohn als Logos, die Vernunft Gottes und den Heiligen Geist als Gottes Weisheit. "Sein Wort und Seine Weisheit, Sein Sohn und Sein Geist sind immer bei ihm." Tertullian verwendete als erster den lateinischen Begriff trinitas um Gott zu beschreiben, sein Zeitgenosse Origenes verwendete die Begriffe hypostasis und trias.
Diese Logos-Theologie wurde vom Arianismus in Frage gestellt, der aufgrund einen absoluten Monotheismus und völlig transzendenten Gott postulierte und folglich Jesus in eine Zwischenposition zwischen göttlich und menschlich setzte. Diese Lehre wurde vom ersten Konzil von Nizäa und dem Nizänum zurückgewiesen.
Das Konzil verabschiedete das Bekenntnis von Nicäa, das sich durch die kursiv gesetzten von ähnlichen Bekenntnissen unterscheidet: Wir glauben an einen Gott,
[...]
Und an den einen Herrn Jesus Christus,
den Sohn Gottes,
der als Einziggeborener aus dem Vater gezeugt ist, das heißt. aus dem Wesen des Vaters (homoousios ton patri),
Gott aus Gott, Licht aus Licht,
wahrer Gott aus wahrem Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch den alles geworden ist, was im Himmel und was auf Erden ist;
[...]
Und an den Heiligen Geist.
Diejenigen aber, die da sagen "es gab eine Zeit, da er nicht war" und "er war nicht, bevor er gezeugt wurde", und er sei aus dem Nichtseienden geworden, oder die sagen, der Sohn Gottes stamme aus einer anderen Hypostase oder Wesenheit, oder er sei geschaffen oder wandelbar oder veränderbar, die verdammt die allgemeine Kirche. Die erhoffte Einigung blieb aus. Nach dem Konzil von Nizäa folgte ein jahrzehntelanger theologisch und politisch motivierter Streit zwischen Nizänern und Arianern. Die arianische Partei gewann in den Jahren nach Nizäa besonders bei der höheren Geistlichkeit und den hellenistisch Gebildeten bei Hof und im Kaiserhaus viele Anhänger, so dass 360 die Mehrheit der Bischöfe freiwillig oder gezwungen arianisch stimmten (siehe unter Arianischer Streit). Es traten verschiedene arianische Synoden zusammen, die zwischen 340 und 360 vierzehn verschiedene nichttrinitarische Bekenntnisse absegneten.
Neben der christologischen Frage, die im Konzil von Nicäa im Vordergrund gestanden war, kam Mitte des Jahrhunderts die der Stellung des Heiligen Geistes hinzu. Ist der Geist Gottes eine Person der göttlichen Trinität, eine unpersönliche Kraft Gottes, eine andere Bezeichnung für Jesus Christus oder ein Geschöpf?
Die Makedonianer (nach einem ihrer Führer, dem arianischen Patriarchen Makedonius I von Konstantinopel) oder Pneumatomachen (Geistbekämpfer) vertraten, der Heilige Geist sei ebenso ein Geschöpf, wie der Sohn. Ab 360 wurde die Frage von den Trinitariern aufgenommen. Athanasius schrieb seine "Vier Briefe an Serapion". 362 formulierte das Konzil von Alexandria eine Lehre über den Heiligen Geist. Kurz darauf kam von Gregor von Nyssa eine "Predigt über den Heiligen Geist", wenige Jahre darauf von seinem Bruder Basilius die Abhandlung "Über den Heiligen Geist" sein Freund Gregor von Nazianz hielt 380 die fünfte Theologische Rede über den Heiligen Geist als Gott. Fast gleichzeitig schrieb Didymus der Blinde eine Abhandlung über den Heiligen Geist, Hilarius von Poitiers schrieb in Lateinisch über die Trinität und Ambrosius von Mailand veröffentliche 381 seine Abhandlung "De Spiritu Sancti''.
Während des arianischen Streits arbeitete die trinitarische Seite fortgesetzt daran, die Lehre von der Trinität genauer zu präzisieren. Dabei war es eine wesentliche Leistung der drei Kappadozier, die Begriffe hypostase, ousia, homoousious und homoiousious, die von den verschiedenen Parteien mit unterschiedlicher Bedeutung verwendet worden waren, klar zu definieren.

381 wurde das erste Konzil von Konstantinopel einberufen, um den arianischen Streit beizulegen. Dort wurde das mit dem nicäischen Glaubensbekenntnis verwandte Nicäno-Konstantinopolitanum beschlossen, das insbesondere den Teil bezüglich Heiligem Geist erweiterte. Ein genauer Textvergleich findet sich unter Nicäno-Konstantinopolitanum. [...]
Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten,
[...] Das Nicäno-Konstantinopolitanum formuliert die trinitarische Lehre, die sowohl von den westlichen als auch von allen orthodoxen Kirchen anerkannt wird und blieb in allen christologischen Auseinandersetzungen der nächsten Jahrhunderte unbestritten. Unter den Germanen, Goten und Langobarden hielt sich der Arianismus jedoch noch über 300 Jahre. So konnte Leander von Sevilla erst 589 den arianischen König der Westgoten mit allen Adeligen und Geistlichen in die römische Kirche aufnehmen.
Während sowohl die östliche und die westliche Tradition der Kirche die Trinität seit dem Konzil von Konstantinopel als festen Bestandteil ihrer Lehre sehen, gibt es doch Nuancen: In der östlichen Tradition, basierend auf der Theologie von Athanasius und den Kappadokiern wird etwas mehr Wert auf die drei Hypostasen gelegt, die westliche Tradition betont basierend auf der von Augustinus von Hippo einige Jahrzehnte später in drei Bänden ausgeführten Interpretation der Trinität eher die Einheit. Die unterschiedliche Auffassung führte schließlich zum Filioque-Streit, der eine der Ursachen für das Morgenländische Schisma war und bis heute nicht beigelegt ist.
Im 6. Jahrhundert entstand dann im Westen, das nach Athanasius von Alexandria bezeichnete, aber nicht von ihm verfasste, Athanasische Glaubensbekenntnis. Die Theologie dieses Glaubensbekenntnisses basiert stark auf der Theologie der westlichen Kirchenväter Ambrosius (gest. 397) und Augustinus (gest.430). Dies ist aber der katholische Glaube:
Wir verehren den einen Gott in der Dreifaltigkeit und die Dreifaltigkeit in der Einheit,
ohne Vermengung der Personen und ohne Trennung der Wesenheit.
Eine andere nämlich ist die Person des Vaters,
eine andere die des Sohnes,
eine andere die des Heiligen Geistes.
Aber Vater und Sohn und Heiliger Geist haben nur
eine Gottheit, gleiche Herrlichkeit, gleich ewige Majestät.
[...]
Wer daher selig werden will, muss dies von der heiligsten Dreifaltigkeit glauben. Heute sehen die meisten Kirchenhistoriker das Nizänokonstantinopolitanum von 381 als das erste und wesentliche verbindliche Bekenntnis zur Trinität an. Das etwa zweihundert Jahre jüngere und nur im Westen verbreitetete Athanasische Glaubensbekenntnis, hat auch in der westlichen Kirche nie den theologischen oder liturgischen Stellenwert des Nizänokonstantinopolitanum gehabt.

Mittelalter und Neuzeit

Die katholische Kirche formulierte die Trinitätslehre in der 11. Synode von Toledo 675 als Dogma, bestätigt sie im 4. Laterankonzil 1215 und stellte sie auch danach nie in Frage.
Von lutheranischen und baptistischen Reformatoren wurde die Trinität als altkirchliche Lehre im Gegensatz zu neueren Dogmen der römisch-katholischen Kirche (z. B. Fegefeuer) übernommen und als Teil der allgemeinen christlichen Lehre vertreten. Sie ist auch in allen seither verfassten evangelischen Bekenntnissen aufgeführt und gehört bis heute zur Lehre aller großen evangelischen Kirchen.
Unter den Täufern des 16. Jahrhunderts war die Dreifaltigkeit heftig umstitten. In der Reformationszeit entstanden in Polen und Transsylvanien aus dem Calvinismus unitarische Gemeinden, die die Trinität ablehnten, aber während der Gegenreformation wieder weitgehend verschwanden. Durch den in der Aufklärung aufkommenden Deismus beeinflusst entstanden im 17. Jahrhundert England unitarische Gemeinden, im 18.Jahrhundert in den USA als liberale Reaktion auf das Great Awakening. Aus der Bewegung gingen einerseits die "Unitarian Universalists" hervor, und andererseits die biblizistischen biblischen Unitarier. Auch zeitenweise die Adventisten und teilweise die Quäker vertraten nichttrinitarische Sichtweisen.

Verschiedene nichttrinitarische Vorstellungen in der Kirchengeschichte

Die biblischen und liturgischen Texte über die Beziehung von Jesus, Gott und dem Heiligen Geist führten manchmal auch zu extremen theologischen Erklärungen, die allerdings von der Kirche nie anerkannt wurden.

Die Sicht von drei Göttern, die manche in der Lehre beschrieben sehen (Tritheismus). Es gibt sogar Extreme einer Art Vier-Gott-Vorstellung: Gott als "eigentlicher" Gott UND als Vater UND als Sohn UND als Geist. Gewisse Randerscheinungen des Katholizismus erheben Maria teilweise zu einer Art vierten Person der Trinität. Dies ist aber in keiner Form vereinbar mit der offiziellen katholischen Lehre. Das Verständnis von den drei Formen, Masken, oder Erscheinungsweisen ("modi") des einen Gottes, hinter denen er sich den Menschen zeigt. Modalismus wurde vertreten vom Sabellianismus, Patripassionalismus, heute z. B. von den Oneness-Pfingstlern. Der Modalismus wurde von mindestens drei Päpsten als rechtgläubig verkündet: Viktor I., Zephyrin und Kallist.

Der Adoptionismus vertreten z. B. durch Paulus von Samosata ging davon aus, dass Jesus ein normaler Mensch war, auf den Gottes Geist herabgestiegen war.

Zugangsmodelle

Analogien zur Trinität, die von Kirchenvätern verwendet wurden, meist mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass sie nur ganz unvollkommene Bilder sind:

Tertullian gebrauchte für die Trinität die Bilder eines Baums: Wurzeln, Stamm und Zweige und des Wassers, das von der Quelle zum Bach und dann zum Fluss fließt.

Gregor Thaumatourgos und Augustinus von Hippo verglichen die Trinität mit der dreifachen Stufung der Natur des Menschen in Körper, Seele und Geist.

Basilius von Caesarea verglich das Konzept der Trinität mit dem Regenbogen: Sonne, Sonnenlicht und Farben.

Ebenfalls bei den Kirchenvätern findet sich das Bild von drei dicht aneinandergestellten Kerzen oder Fackeln, die mit einer einzigen Flamme brennen.

Aus neuerer Zeit gibt es die Analogie von Clive Staples Lewis, der die Trinität mit einem Würfel in seinen drei Dimensionen verglich.

Der Theologe David Clemens verglich die Trinität mit dem mathematischen Konzept von 1 x 1 x 1 = 1.

Andere Bilder sind die Sonne, ihr Licht und ihre Kraft oder die drei Aggregatzustände des Wassers: als kühlendes Eis, als erfrischendes Wasser, als wärmender Dampf.

Eine weitere Vorstellungsmöglichkeit ist die Gottheit in drei Personen, die von daher Liebe, Gemeinschaft und Kommunikation inhärent als unverzichtbaren Teil ihres Wesens hat. Graphisch dargestellter Unterschied zwischen Dreifaltigkeit und Dreieinigkeit

Die in der Grafik erkennbaren geometrischen Anordnungen finden sich häufig als sog. Maßwerk (also schmückende ornamentale Formen) in der gotischen und neugotischen Baukunst. Beide im folgenden erklärten Formen des Maßwerkes findet man in vielfach ausgeschmückter und auch unterschiedlich gedrehter Ausrichtung.
Das blau dargestellte Dreiblatt soll den einem Blattgewächs nachempfundenen Begriff der dreigliedrigen Ausfaltung der Aspekte Gottes darstellen: die Dreifaltigkeit. Das nach unten zeigende Blatt symbolisiert nach vereinzelten Quellen beispielsweise Jesus als "Ausfaltung" aus dem Wesen Gottes, somit als "Ausdruck Gottes" auf Erden. Diese Idee findet sich ausführlicher diskutiert bei Cusanus.
Im türkisen Dreipass mit Kreisen dagegen, deren Berührungspunkte mit dem gemeinsamen Umkreis ein gleichseitiges Dreieck bilden, sollen die sich gegenseitig umfassenden Aspekte des Gottesbegriffes der Dreieinigkeit dargestellt sein.
Im Sprachgebrauch wird zwischen Dreieinigkeit (Dreipass) und Dreifaltigkeit (Dreiblatt) meist nicht unterschieden, obwohl es theologische Diskussionen um dem Unterschied der beiden Begriffe gibt.

Dreifaltigkeitsfest

Das Fest der Heiligen Dreifaltigkeit wird in der Westkirche zu Trinitatis, am Sonntag nach Pfingsten gefeiert. In der Ostkirche gilt das Pfingstfest selbst als Fest der Dreifaltigkeit. Die Zeit vom Dreifaltigkeitsfest bis zum Ende des Kirchenjahrs - die längste Zeitspanne im Kirchenjahr - ist die Trinitätszeit.

Theologische Auseinandersetzung

Argumente für die Trinitätslehre

Alle Bibelstellen aus der Einheitsübersetzung. Die angebenen Quellen sind mehrheitlich Kirchenväter, die von allen drei großen christlichen Traditionen anerkannt sind.

Trinität:

Basilius von Caesarea, Gregor von Nazianz, Gregor von Nyssa, Ambrosius von Mailand und Cyril von Jerusalem führen insbesondere den Missionsbefehl Jesu auf: Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes (Mt 28,19) – da Name hier Einzahl ist, wird das als gemeinsamer Name von im gleichen Rang stehenden Vater, Sohn und Heiligem Geist ausgelegt. Andernfalls würde ja, so Athanasius, im Namen Gottes und im Namen von zwei Geschöpfen getauft.

Gregor von Nyssa und Ambrosius führen den apostolischen Segen von Paulus im 2. Korintherbrief auf: Die Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! (2 Kor., 13,13)

Augustinus von Hippo führt auf, dass es nur durch die Trinität möglich sei, dass Liebe ein ewiger Wesenszug Gottes sein kann. (1. Joh; 4,8 "Gott ist Liebe".) Liebe braucht immer ein Gegenüber – ein nichttrinitarischer Gott könnte also erst lieben, nachdem er ein Gegenüber erschaffen hat, das er lieben kann. Der dreieinige Gott hat jedoch von Ewigkeit her das Gegenüber der Liebe in sich selbst, wie Jesus es in Joh 17,24 beschreibt: "Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt." Gottheit von Jesus Christus

Athanasius, Gregor von Nazianz, und Ambrosius verweisen auf Bibelstellen, wo Jesus in ihrer Sicht als einziger dem Schöpfer gleichgesetzt wird, zum Beispiel Joh 1,1ff oder Phil 2,5ff. und auf das Wort

kyrios (Herr), das in der griechischen Septuaginta für das hebräische Adonai (Gott) verwendet wird, und im Neuen Testament sowohl für Gott und als auch für Jesus, wobei kyrios (Jesus) im Neuen Testament öfters im gleichen Kontext steht wie kyrios (Gott) im Alten Testament (vgl. Jes 45,23 und Phil 2,10, Joel 2,32 und Röm 10,13, Jes 8,13 und 1 Petr 3,15).

Weitere Bibelstellen, die in in der Auslegung klassischer Exegeten wie Athanasius oder Augustinus deutlich auf die Gottheit von Jesus Christus hinweisen sind: "Ehe Abraham wurde, bin ich." (Joh 8,58) mit einem von den Zuhörern verstandenen klaren Bezug auf das "Ich bin" von 2 Mo 3,14, und "Ich und der Vater sind eins" (Joh 10,30), was von den Zuhörern in 10,33 so verstanden wurde, dass er sich selbst zu Gott machte, worauf sie ihn wegen Gotteslästerung zu steinigen suchten. Thomas nennt ihn in Joh 20,28 "Mein Herr und mein Gott".

Das oft als Gegenbeleg verwendete Mt 27, 46 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen ist ein wörtliches Zitat des Anfangs von Psalm 22, der auch von Nichttrinitariern als Wort Gottes anerkannt wird -- und somit kein Beleg dafür, dass Jesus nicht Gott ist.

Augustinus, oder Heinrich Bullinger im Zweiten Helvetischen Bekenntnis, sehen die Unterordnung von Jesus unter den Vater als freiwillige Unterordnung (Phil 2,5) nicht als qualitativen Unterschied. Daraus folgend sind Aufträge, die Jesus vom Vater erhält und ausführt ein Hinweis auf eine unterschiedliche Funktion, nicht einen unterschiedlichen Rang.

Die nichttrinitarische Sicht beispielsweise der Arianer, dass Jesus ein Beinah-, Halb- oder Unter-Gott sei, ist aus der Sicht von Trinitariern, beispielsweise Athanasius, nicht mit dem biblischen Monotheismus zu vereinbaren.

Athanasius sieht in der Ablehnung der Trinität auch die Ablehnung der Gottheit Jesu Christi. Er vertritt die Ansicht, dass der Erlöser Jesus Christus selbst Gott sein müsse, da nach Kol 1,17ff Gott die Welt mit sich versöhnen wird. Gottheit des Heiligen Geists

Basilius von Caesarea, Gregor von Nazianz, Athanasius, Johannes Calvin und John Wesley führen Bibelstellen auf, wo er als Person handelt und mit anderen Personen in Beziehung tritt: Besonders deutlich sehen sie das z. B. in Joh 16,13f, wo sich ein männliches Pronomen auf das im Griechischen neutrale Wort πνευμα pneuma (Geist) bezieht. In Röm 8,26 tritt der Geist für uns ein, in Apg 8,39 wirkt er Wunder, in Joh 16,8 überführt er von der Sünde. Er kann belogen werden (Apg 5,3), betrübt werden Eph 4,30), gelästert werden (Mt 12,31). Die Apostel verwenden ihn in Apg 15,28 zusammen mit sich selbst als Subjekt des Satzes ("Der Heilige Geist und wir haben entschieden..."). Basilius führt Beispiele von Typologien und Personifizierungen von Abstrakta in der Bibel auf, unterscheidet sie aber klar von der Beschreibung des Heiligen Geists im Neuen Testament.

Gregor von Nazianz in den theologischen Reden, Athanasius und Augustinus, betonen die absolute Geistigkeit Gottes. Jesus ist für sie jedoch sowohl Gott als auch Mensch – als Gott absolut geistig, als Mensch körperlich. Hebr 13,8 schreibt Jesus die göttliche Eigenschaft Unwandelbarkeit zu: "Jesus Christus ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit". Und der zitierte Hymnus aus Phil 2,4-11 spricht für Trinitarier besonders deutlich von der Gottheit Jesu Christi. Trinitarisch gedeutete alttestamentliche Stellen

Alttestamentliche Stellen, die von Athnanasius, Hilarius von Poitiers, Augustinus, Ambrosius von Mailand und Tertullian prophetisch auf die Trinität gedeutet wurden:

Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. (1 Mose 1,26).

Im Hain Mamre erscheint der HERR (Jahwe) Abraham in der Gestalt dreier Männer (1.Mose 18,1+2). Er spricht diese drei Männer zunächst im Singular an: Mein Herr, wenn ich dein Wohlwollen gefunden habe, geh doch an deinem Knecht nicht vorbei! (Vers 3), wechselt dann jedoch unvermittelt in den Plural: Man wird etwas Wasser holen; dann könnt ihr euch die Füße waschen und euch unter dem Baum ausruhen. (Vers 4). Die drei Männer antworten Abraham zunächst im Plural: Sie fragten ihn: Wo ist deine Frau Sara? Dort im Zelt, sagte er. (Vers 9), dann erfolg wieder ein Wechsel in den Singular: Da sprach der Herr: In einem Jahr komme ich wieder zu dir, dann wird deine Frau Sara einen Sohn haben. Sara hörte am Zelteingang hinter seinem Rücken zu. (Vers 10)

Das dreifache "Heilig!" der Seraphim in Jesaja 6,3 wurde ebenfalls als ein Hinweis auf die Trinität verstanden und gelehrt.

Ebenso sah man in der Bezeichnung Gottes als "Gott Abrahams (Gott offenbart sich als Vater), Gott Isaaks (Gott offenbart sich als Sohn) und Gott Jakobs (bzw. Israels; Gott offenbart die verwandelnde Kraft seines Geistes) einen Hinweis auf die Dreieinigkeit Gottes. Argumente gegen die Trinitätslehre

Alle Bibelstellen aus dem Konkordanten Neuen Testament. Die hier aufgeführten Argumente vertreten im Wesentlichen die Sichtweise der biblischen Unitarier, nicht die liberaler Unitarier oder anderer nichttrinitarischer Richtungen.

Kritiker der Trinitätslehre sagen, dass die Nennung von drei Namen keineswegs die Beziehung untereinander beschreibt und daher mit dem Dogma der Trinität nicht viel zu tun hat. Sie bestreiten auch, dass die Trinitätslehre eine biblische Grundlage hat. So fehle bei dem Apostel Paulus eine Gleichsetzung von "Sohn" und "Vater". So schreibt er "Gott habe Jesus über alle Maßen hoch erhöht" oder "Sobald ihm aber alles unterworfen ist, dann wird auch der Sohn selbst sich dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allen". Paulus spricht noch vom "Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus" und nennt Gott das Haupt Christi in demselben Sinne wie Christus das Haupt des Mannes ist. Bezeichnend sei auch, dass Paulus fast durchgängig das Gottesprädikat dem Vater allein vorbehält.

Biblische Unitarier behaupten, "Gott" werde in der Auslegung der christlichen Bibel als Titel verwendet (im Sinn von Unterordner) und habe verschiedene Träger, etwa Jesus (Heb 1,8, Joh 20,28), Mose (2 Mose 4,16), andere Menschen (Ps 82,8; Joh 10,34), zum Beispiel Richter (2 Mose 21,6) oder der eigene Körper (Phil 3,19). Nicht alle Träger des Titels seien also gleichzusetzen, wie es das Dogma meine, das ja eigentlich von drei gleich großen Göttern spreche. In absoluter Form ohne Einschränkung (also als Gott über alle und alles) sei dagegen mit Gott in der Bibel immer nur der Vater gemeint: Gott sei nicht teilbar, Er sei Einer (Röm 3:30), ein Gott und Vater aller (Eph 4,6). Für uns ist nur einer Gott, der Vater (1. Kor 8,6).

Nichttrinitarier erklären, der Heilige Geist sei in der Bibel nicht genauso unabhängig vom Vater wie der Sohn und dürfe nicht als eigenständige "Person" betrachtet werden. Der Heilige Geist werde auch nie Gott genannt. "Geist" werde in der Bibel zwar des Öfteren personifiziert (Gottes Geist, also der Heilige Geist: Römer 8:9, 14; Christi Geist: 1. Petrus 1:11 und selbst Marias Geist: Lukas 1:47), Personifizierung beweise aber nicht Persönlichkeit. Auch die Weisheit müsste so nach Sprüche 1:20-33; 8:7-15, Mat. 11:19 und Lukas 7:35 eine Person sein. Ebenso wie die Sünde (Römer 5:14, 17, 21; 6:12), der Tod oder die Liebe (nach 1. Kor.13). In ihren Augen entsteht eine Verwirrung, weil nicht gesehen werde, dass hier Sprachfiguren vorliegen. Gott wirke mit Hilfe seines Geistes (also des Heiligen Geistes) in den Herzen der Gläubigen, damit sie durch Gott verändert werden könnten (z.B. Eph. 3:16ff). Dem Heiligen Geist, also dem Geist Gottes, den gleichen Stellenwert wie dem Vater oder dem Sohn zu geben, könne mit der Bibel also ihrer Meinung nach nicht unterstützt werden. Die Bibel sage auch ganz klar, dass der Geist Gottes, der Heilige Geist, in der selben Verbindung zu Gott stehe wie der Geist eines Menschen in Verbindung zum Menschen stehe: "Denn wer unter den Menschen weiß, was im Menschen ist, außer dem Geist des Menschen, der in ihm ist? Also hat auch niemand die Tiefen Gottes erkannt außer dem Geist Gottes. (1. Kor. 2:11)". Wenn jemand den Heiligen Geist, die Kraft Gottes betrübe, werde Gott, der Vater betrübt und niemand anderer.

Nichttrinitarier meinen, Jesus Christus sei nicht genauso "Gott" wie sein Vater und damit ihm gleichrangig. Schon mit dem Ausspruch Jesu ";Der Vater ist größer als Ich" (Joh. 14:28) sei, so Nichttrinitarier die Annahme der Gleichrangigkeit zwischen dem Vater und seinem Sohn widerlegt. Gott, der Vater, habe seinen Sohn mit einem Auftrag auf die Erde gesandt, aber er sei wird nicht gesandt woren. Der Sohn werde gesandt, aber er sendet niemals seinen Vater. Das sei nicht umkehrbar und ein klares Zeichen von Unterordnung. Wer wäre da, um Gott zu schicken? Mehrfach bezeugt Jesus, dass der Vater Ihn gesandt habe (Joh. 5:39, 6:29, 38, 44; 17:3, 8, 18, 21), und er stellte fest, dass ein Sklave nicht größer sei als der, der ihn gesandt habe (Joh. 13:16). Auch Paulus schreibt, dass Jesus von Gott gesandt wurde (Römer 8:3). Christus habe einen Gott (Unterordner in der Definition der biblischen Trinitarier) und Vater. Er rief Ihn an "Mein Gott, mein Gott!" (Mat. 27:43). Paulus und Petrus schrieben "Gesegnet sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus!" (2. Kor. 1:3,16; Eph. 1:3; 1. Pet. 1:3). Auch Stellen wie "Das Haupt des Christus ist Gott" (1. Kor. 11:3). "[Da ist] ein Gott und Vater aller, der über allen ist und durch alle und in allen wirkt" (Eph. 4:6) werden als Subordination ausgelegt. Unbestritten ist für biblische Unitarier die besondere Harmonie zwischen dem Vater und seinem Sohn, sie seien eines Geistes (Joh. 10:30), also eins, aber nicht einer, sondern unterscheidbar mit klarer Rangfolge. Für uns ist nur einer Gott, der Vater (1. Kor. 8:6) wird in dieser Richtung ausgelegt.

Nichttrinitarier betonen, wie schon die Arianer, die absolute Geistigkeit und Transzendenz Gottes (Jes. 31:3, Joh. 4:24, Kol. 1:15). Geist sei aber weder sichtbar noch hörbar. So verstehen sie auch die Aussagen von Jesus "Weder habt ihr jemals des Vaters Stimme gehört, noch Sein Aussehen wahrgenommen" (Joh. 5:37). "

Niemand hat Gott jemals gesehen" (Joh. 1:18). Gott ist unwandelbar (Jes. 41:4b; Jak. 1:17): Er sei immer Geist, gewesen, sei Geist und werde immer Geist bleiben. Allein das schließe schon die Vorstellung aus, dass Gott Mensch wurde. Damit Gott mit Seiner Schöpfung kommunizieren könn,e sei also ein Mittler nötig. Dieser Mittler, in Auslegung der biblischen Unitarier symbolisch "das Wort" genannt (Joh. 1:1), sei mit Gott, dem Vater eins, aber nicht einer (Joh. 10:30) "denn Gott ist einer, ebenso ist einer auch Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus" (1. Tim. 2:5). Dieser Vers wird so ausgelegt, dass Gott und Jesus zwei seien, aber in vollkommener Vertrautheit, weil, so wie Jesus sage, "ich von Ihm bin und derselbe mich ausgesandt hat" (Joh. 7:29). Ein Mittler sei von dem zu unterscheiden, der vermittelt werden soll, dem Vermittelnden also unterordnet. Sie legen Philipper 2 so aus, dass nur der Sohn Gottes seine Gestalt ändern könne, von der Gestalt Gottes (also Geist) sei er dem Menschen gleich geworden: "Denn diese Gesinnung sei auch in euch, die auch in Christus Jesus ist: der, als Er in der Gestalt Gottes war, es nicht als ein Rauben erachtete, ebenso wie Gott zu sein; sondern Er entäußerte Sich Selbst, nahm die Gestalt eines Sklaven an, wurde den Menschen gleich gestaltet." (Phil. 2:6-7). Nach Sicht der biblischen Unitarier sei der Vater zuerst da gewesen und Jesus Christus von ihm gezeugt worden (Joh. 1:18, 8:42, Sprüche 8:22-24, 30), vor aller anderen Schöpfung, die Gott dann durch seinen Sohn geschaffen habe (Joh. 1:1-3, 10, siehe auch Kol. 1:16; 1. Kor. 8:6; Heb. 1:2). Wird der Gottesbegriff im Plural verwendet, wie mit "Elohim" in 1. Mose 1:1, so sei dieses gemeinsame Handeln betont.

Nichttrinitarier legen die folgenden Bibelverse so aus, dass der Vater zuerst dagewesen sei und Jesus Christus von ihm gezeugt worden sei vor aller anderen Schöpfung, die Gott dann durch seinen Sohn geschaffen habe. Der Herr hat mich geschaffen im Anfang seiner Wege, vor seinen Werken in der Urzeit; in frühester Zeit wurde ich gebildet, am Anfang, beim Ursprung der Erde. Als die Urmeere noch nicht waren, wurde ich geboren, als es die Quellen noch nicht gab, die wasserreichen. (Sprüche 8,22ff) Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht. (Johannes 1,18) Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben; denn von Gott bin ich ausgegangen und gekommen. (Johannes 8,42). Wenn der Gottesbegriff im Alten Testament im Plural gebraucht wird, legen Nichttrinitarier das als Betonung des gemeinsame Handelns von Gott und Jesus Christus aus.

Nichttrinitarier meinen, dass durch das Dogma der Trinität unnötige Unklarheiten und Mißverständnisse geschaffen worden seien, die die einfache Botschaft vom allmächtigen Gott und von seinem einziggeborenen Sohn, der den besonderen Auftrag bekommen hat, die Welt zu retten (Joh. 3:17), verschleiert. Unwahr sei nach ihrer Sicht der Bibel, dass der Gott und Schöpfer des Alls hilfloser Mensch wurde und am Kreuz gestorben sei (wenn Jesus Gott gewesen wäre, hätte er auch nicht sterben können, denn Gott ist unsterblich – nach 1. Tim. 6:16).

Die Anbetung von Jesus Christus und dem Heiligen Geist als Gott ist in der Sicht von Nichttrinitariern eine Verneinung des Monotheismus, der nur den Vater als Gott ansieht.

Nichttrinitarier sehen die Trinitätslehre als ein altes heidnisches Konzept an, das die einfache Botschaft vom allmächtigen Gott und von seinem einziggeborenen Sohn, der den besonderen Auftrag bekommen habe, die Welt zu retten (Joh. 3:17), verschleiere. Vergleiche mit dem Heidentum

Göttliche Triaden (Dreiheiten, d. h. drei verschiedene, zusammengehörende Gottheiten), bestehend aus Vater, Mutter und Kind (wobei das Kind der Erlöser ist), sind aus den meisten Mythologien bekannt, wie im Römischen Reich Jupiter, Juno und Minerva oder im Hinduismus die Triade („Trimurti“) aus den Göttern Brahma (dem Schöpfer), Vishnu (dem Bewahrer) und Shiva (dem Zerstörer).
Die Bewegung des New Age verwendet teils die Bezeichnungen Trinität bzw. Dreieinigkeit ebenfalls, bezieht sie aber meist auf die ägyptische Triade und benützt die Bezeichnungen als Synonym für Triade.
Daneben gibt es auch das Konzept des Modalismus: Eine Gottheit erscheint in verschiedenen (oft auch drei) Gestalten: So wurden vorchristliche Göttinnen im asiatischen, kleinasiatischen und europäischen Raum (wie z. B. die keltische Morrigan) oft als drei verschiedene Personen abgebildet: als Jungfrau („Liebesgöttin“), als Mutter („Fruchtbarkeitsgöttin“) und als Altes Weib („Todesgöttin“) – jeweils zuständig für den Frühling, den Sommer und den Winter – alles Manifestationen derselben Göttin.
Während die Trinität in den großen christlichen Traditionen als eine nur im Christentum vorkommende Gottesvorstellung gesehen wird, weisen Kritiker auf Ähnlichkeiten zwischen Triade und Trinität hin: Es ist meist von drei gleichrangigen Gottheiten (Trinität: „Hypostasen“) die Rede, die in sich verbunden sind und in der Gesamtheit wieder eine Bedeutung (Trinität: „Gott“) haben.
Im Buddhismus gibt es mit der Mahayana-Lehre des Trikaya (Drei-Körper-Lehre) eine strukturelle Entsprechung, die aber auf den philosophischen Grundlagen des Buddhismus beruht, somit atheistisch gedacht wird und daher nicht ohne weiteres mit dem Begriff Trinität vergleichbar ist.

Weitere Aspekte

Im Islam wird unter christlicher Trinität verstanden, dass orthodoxe (und auch katholische) Christen den Schöpfer, Jesus und Maria anbeten. Dem entgegnen christliche Theologen, dass diese "sehr körperliche" Vorstellung der Trinität nicht der Trinität entspreche, wie sie das Christentum versteht, das die absolute Geistigkeit Gottes betont: Der Sohn wird vom Vater gezeugt nicht auf körperliche, sondern auf geistige Weise. Ebenso geht der Heilige Geist – nach westkirchlicher Ansicht aus der Liebe von Vater und Sohn, nach ostkirchlicher Ansicht aus dem Vater – auf geistige Weise hervor.
Die feministische Theologie übt manchmal Kritik an der Trinität, da es sich nur um männliche Personen handle. Dem halten Christen entgegen, dass Gott weder männlich noch weiblich ist, dass der heilige Geist in den Ursprachen noch nicht einmal grammatisch männlich ist sondern im hebräischen weiblich und im griechischen neutral, und dass entsprechende Personnamen nicht in einseitiger Weise auf das männliche oder aber (wie in der feministischen Theologie) auf das weibliche Geschlecht bezogen werden dürfen. Der menschgewordene Sohn Gottes Jesus Christus ist als Mensch freilich männlichen Geschlechts, was jedoch nicht als einseitige Bevorzugung dieses Geschlechts durch Gott zu deuten ist -- als wahrer Mensch konnte er eben nur eines von den beiden Geschlechtern haben.