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Die Entstehung der Trinitätslehre


Die Entstehung der Trinitätslehre

http://www.heart4truth.de/pdf/entstehung.pdf

Viele Christen wissen gar nicht, dass die Trinitätslehre (Dreieinigkeitslehre)
zur Zeit der ersten Christen zu den unchristlichen Lehren
gezählt wurde. Sie wurde genau genommen erst im vierten Jahrhundert
offiziell definiert. Es ist sehr interessant, die Geschichte dieser
Lehre zu erfahren. Das Ziel dieser Broschüre ist, die anfänglichen
Debatten über die Trinitätslehre, die darauf folgenden Ereignisse,
die zu einem Konzil führten und die Art und Weise, wie sie
letztendlich angenommen wurde, aufzuzeigen.
Viel von der Geschichte, die du in dieser Broschüre erfahren
wirst, stammt aus dem Buch „Die zwei Republiken“, von A. T. Jones,
das im Jahre 1891 von der Review und Herald Publishing Company,
Battle Creek, Michigan, herausgegeben wurde. Wenn nicht anders
vermerkt, stammen alle Zitate aus diesem Buch. Meine eigenen
Kommentare und Erklärungen erscheinen in dieser Schriftart.
Sehen wir uns zunächst einmal an, wie es eigentlich zu dieser
Kontroverse, die sehr oft als der „arianische Streit“ bezeichnet wird,
kam. Wir beginnen mit der Betrachtung eines Ereignisses zu Beginn
des vierten Jahrhunderts in der Stadt Alexandrien:
„Ein gewisser Alexander war Bischof von Alexandrien. Arius war Presbyter
einer Schwestergemeinde derselben Stadt. Alexander versuchte es
‚die Einheit in der Dreieinigkeit’ zu erklären. Arius stimmte mit den Ansichten
des Alexander nicht überein. Eine Art Synode aller Presbyter der
Stadt wurde berufen, welche die Frage über diesen Punkt erörterten. Beide
Parteien beanspruchten den Sieg für sich, und der Streit wurde immer erbitterter.
Alexander berief sodann ein Konzil von hundert Bischöfen, von
denen die Mehrzahl mit den Ansichten Alexanders übereinstimmte. Daraufhin
erging der Befehl an Arius, von seinen eigenen Ansichten abzulassen
und die Alexanders anzunehmen. Arius weigerte sich, worauf Alexander
ihn und alle, welche dieselbe Ansicht teilten, exkommunizierte. Zu den
Anhängern des Arius gehörten eine beträchtliche Anzahl von Bischöfen
und anderen Geistlichen, sowie eine Menge Leute aus dem Volke.“ (S.287)
Wie du siehst, war es keine geringfügige Debatte.

Worum ging es in diesem Streit?
„Ob der Sohn Gottes ein und dieselbe oder nur eine genau ähnliche
oder gleiche Substanz wie der Vater besaß, das war die Streitfrage, um
welche es sich drehte. Die Kontroverse wurde in der griechischen Sprache
geführt, und in dieser Sprache ausgedrückt, handelte es sich bei der ganzen
Frage um einen einzigen Buchstaben. Das Wort, welches Alexanders Lehre
ausdrückt, lautet homoousion, und das, welches das Schlagwort des Arius
ist, homoiousion. Eines dieser Worte enthält zwei ‚i’, während das andere
nur ein ‚i’ hat; doch warum das Wort ein zweites ‚i’ haben sollte oder nicht,
das konnte weder die eine noch die andere Partei jemals genau angeben.
Selbst Athanasius, welcher dem Alexander als Bischof von Alexandrien
folgte, und der ihm in jeder anderen Beziehung überlegen war, ‚gestand
offenherzig, dass, sooft er seine Vernunft zwinge, über die Göttlichkeit des
Logos nachzudenken, seine mühsamen und vergeblichen Anstrengungen
auf sich selbst zurückwichen; dass er, je mehr er nachdächte, desto weniger
begriffe, und je mehr er schreibe, desto weniger im Stande wäre, seine Gedanken
auszudrücken.’ – Gibbon ‚Decline and Fall’, Kap. 21, 8“ (S. 289)
Es ist interessant zu sehen, dass der Hauptvertreter der Ansicht
Alexanders, die Dinge, die er anderen so vehement aufzwingen
wollte, nicht einmal selbst verstand. Ist es da ein Wunder, dass so
viele Menschen diese neue und andersartige Ansicht über Gott nicht
annehmen wollten? Alexanders Ideen brachten Folgen mit sich:
„Alexander gab die Erklärung ab: ‚Der Sohn ist unveränderlich, unwandelbar
und vollkommen, wie der Vater; er unterscheidet sich nur dadurch,
dass der Vater ungezeugt ist. Er ist das genaue Ebenbild des Vaters.
Jede Spur von dem Urbilde des Vaters findet sich im Ebenbilde
des Sohnes wieder; das sind die eigenen Worte des Herrn selbst: ‚Mein
Vater ist größer denn ich.’ Demgemäß glauben wir, dass der Sohn von
dem Vater ausging, denn er ist der Abglanz der Herrlichkeit des Vaters
und sein Ebenbild. Doch lasse sich ja niemand dadurch zu der Ansicht verleiten,
dass der Sohn ungezeugt war, wie etliche, welchen es an Geistesvermögen
fehlt, glauben. Denn zu sagen, dass er war, dass er stets gewesen
ist, und dass er von Ewigkeit her existierte, heißt dadurch nicht zu behaupten,
dass er nie gezeugt worden sei.“ (S. 288)
Gemäß Alexander, ist der einzige Unterschied zwischen dem Vater
und dem Sohn, dass der Sohn gezeugt wurde. In seiner Erklärung
wie der Sohn gezeugt wurde, zitiert Alexander Jesus, der von
sich bezeugt, dass er vom Vater ausging. In seiner letzten Aussage
über den Sohn, bemerkt Alexander jedoch, „dass er von Ewigkeit
her existierte.“ Irgendwie schien er damit zu kämpfen, die Vorstellung,
dass der Sohn gezeugt ist, mit der neuen Ansicht, dass er
schon immer existierte, in Einklang zu bringen. Wir werden diese
neue Ansicht etwas später in dieser Broschüre betrachten. Doch
sehen wir uns erst einmal an, was Arius lehrte:
„Arius erklärte: ‚Wir sagen und glauben, haben gelehrt und lehren, dass
der Sohn weder von Ewigkeit her, noch teilweise ewig ist; dass er von keiner
Materie abstammt, sondern durch seinen eigenen Rat und Willen vor
jeder Zeit als vollkommener, ewiger und unveränderlicher Gott existiert
hat, und dass er nicht existierte, ehe er gezeugt, geschaffen oder geplant
war, denn er war nicht ungezeugt. Man verfolgt uns deshalb, weil wir
sagen, dass der Sohn einen Anfang hatte, aber dass Gott ohne Anfang
war. Das ist die wirkliche Ursache unserer Verfolgung, und auch weil wir
sagen, dass er von nichts sei. Und so lehren wir, weil er weder ein Teil von
Gott, noch irgendwelcher Materie unterworfen ist.“ (S. 288)
Es ist interessant, dass Arius das Wort „geschaffen“ gebrauchte,
als er von dem Sohn Gottes sprach. Wie man jedoch aus seiner
Aussage entnehmen kann, glaubte er, dass Christus von seinem
Vater gezeugt wurde und deshalb einmal einen Anfang hatte. Arius
glaubte also in Wirklichkeit, dass Christus der „eingeborene Sohn
Gottes“ ist.

Die Ausbreitung des Streites
„Arius selbst schrieb ein Buch mit dem Titel ‚Thalia’ – ‚Jubellieder’, eine
Sammlung von Gesängen, in welchen er seine Ansichten kund gab.
Dieses Mittel tat seine gute Wirkung, da in dem aufgeregten Zustand der
Parteien seine ‚Lehrgesänge’ überall gesungen wurden. Alexander sandte
ebenfalls Rundschreiben an die hervorragendsten Bischöfe nah und fern.
Der Streit verbreitete sich überall hin, und je weiter derselbe drang, desto
tiefer wurde die Kluft zwischen den beiden Parteien.“ (S. 287,288)
„Seeleute, Müller und Reisende sangen von den disputierten Lehrfragen
bei ihrer Beschäftigung oder auf Reisen. An jeder Straßenecke, auf allen
Gassen und Straßen der Stadt, auf den Marktplätzen, in Tuchläden,
Wechselgeschäften oder Spezereihandlungen wurde über die Streitfragen
hin und her disputiert. Fragte jemand nach dem Preise der Waren, so
antwortete man in dogmatisierendem Tone betreffs eines gezeugten oder
ungezeugten Wesens. Fragte man nach Brot, so hieß es als Antwort: ‚Der
Sohn ist dem Vater untergeordnet.’ Fragte jemand, ob das Bad fertig sei, so
Vater untergeordnet.’ Fragte jemand, ob das Bad fertig sei, so hieß es: ‚Der
Sohn ging aus dem Nichts hervor.’ – Stanley ‚History of the Eastern
Church,’ Vorlesung 3, Abs. 10.
„Konstantins goldener Traum von einer einigen Christenheit wurde wiederum
grausam zerstört.“ (S. 291,292)
In einem schlichtenden Versuch, die zwei Parteien zu vereinen,
schrieb Kaiser Konstantin an Arius und Alexander einen langen
Brief, in dem er seine Sehnsucht nach einem vereinten Königreich
ausdrückte. Dieser Brief hatte jedoch einen gegenteiligen Effekt, da
er bewirkte, dass nun jede Partei noch eifriger als zuvor darum bemüht
war, die Zustimmung des Kaisers zu erhalten. Der Kampf verhärtete
sich noch mehr, anstatt abzuklingen.

Das Konzil von Nicäa
In einem Versuch das Problem zu lösen, berief Konstantin im
Jahre 325 n. Chr. ein Generalkonzil ein, das in einer Stadt namens
Nicäa abgehalten wurde, wodurch es als „das Konzil zu Nicäa“ bekannt
wurde. Anwesend waren 318 Bischöfe, eine unzählige Gesellschaft
von Diakonen, Ältesten, Messdienern und anderen Besuchern
nicht mitgerechnet.
„Dann wurde die große Frage, um welcher willen das Konzil zusammengerufen
worden war, aufgenommen. Es befanden sich drei Parteien
im Konzil, – eine, welche es mit Alexander, die andere, welche es mit
Arius hielt, und eine dritte, welche auf neutralem Grund und Boden
stand, oder bei der Schlichtung der Streitfrage Vermittler zu werden
hoffte. Arius, welcher kein Bischof war, konnte keinen offiziellen Sitz im
Konzil erhalten, doch da er auf besonderes Geheiß des Konstantin gekommen
war, ‚so wurde er häufig um seine Ansicht befragt.’ Athanasius, der
mehr verantwortlich war für die gegenwärtige Lage der Streitfrage als Alexander
selbst, obgleich er nur ein Diakon war, kam mit seinem Bischof
Alexander. Auch er, obgleich er keinen Anspruch auf einen offiziellen Sitz
im Konzil machen konnte, spielte eine nicht geringe Rolle bei der Disputation
und dem Endresultat derselben.
Man konnte sehr bald sehen, dass die Partei des Alexander und Athanasius
auf die Stimmenmehrheit des Konzils rechnen durfte. Dieselben beschlossen
dann auch, ihre Macht und ihren Einfluss bei der Formulierung
des Lehrsatzes so zu gebrauchen, wie es ihnen selbst am Besten
passte, und falls die Partei des Arius dasselbe ehrenhafter Weise unmöglich
annehmen konnte, so gefiel ihnen das umso besser.
Während der Disputation wurden etliche der Hymnen, welche Arius
verfasst hatte, verlesen. Sobald Alexanders Parteigenossen dieselben hörten,
hielten sie vor Schrecken ihre Ohren zu, schlossen sogar ihre Augen,
um ja nicht von solch entsetzlicher Irrlehre befleckt zu werden.“ (S. 299,300)
Es ist interessant, dass uns die Bibel von etwas sehr Ähnlichem
berichtet. Stephanus hielt eine lange Rede über die Geschichte der

Juden, in der er erklärte, dass sie schuldig am Mord des Sohnes
Gottes waren. „Sie schrien aber laut und hielten ihre Ohren zu und
stürmten einmütig auf ihn ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten
ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines
Jünglings, der hieß Saulus.“ (Apostelgeschichte 7,56.57)
„Dann wurde ein Entwurf des Glaubensbekenntnisses der Versammlung
vorgelegt, welcher von achtzehn Bischöfen der Partei des Arius unterzeichnet
war; doch ließ man denselben nicht einmal lange genug existieren, dass
jemand davon hätte eine Abschrift bekommen können. Die Gegner desselben
brachen in einen wilden Lärm aus, zerrissen das Dokument in Stücke
und trieben den Arius aus der Versammlung.“

Ein Glaubensbekenntnis von Eusebius
„Darnach versuchte Eusebius von Cäsarea, der Lobredner Konstantins,
die Partei dadurch zu vereinigen, dass er ein Glaubensbekenntnis vorlegte,
welches schon lange vor diesem Streite sich einer großen Annahme erfreut
hatte. Er erklärte, dass dies das Bekenntnis sei, welches er schon in seiner
Kindheit unter dem Bischof von Cäsarea gelernt habe, dass es das Bekenntnis
sei, welches er bei seiner Taufe angenommen, welches er sein
ganzes Leben lang, sowohl als Presbyter, wie als Bischof gelehrt habe. Als
einen weiteren Beweis zu seinem Argumente, und zwar als einen, der bei
dem Konzil von großem Gewicht sein sollte, gab er noch die Erklärung ab,
‚dass dasselbe die Billigung des Kaisers, des Lieblings des Himmels, erhalten
hätte.’ Das Bekenntnis lautete folgendermaßen:
Ich glaube an einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer aller Dinge, beider, der
sichtbaren und der unsichtbaren; und an Jesum Christum, das Wort Gottes, den Gott aus
Gott, das Licht alles Lichtes, das Leben alles Lebens, den eingeborenen Sohn, den
Erstgeborenen jeglicher Kreatur, gezeugt vom Vater vor Anbeginn der Welt, durch den
alle Dinge geschaffen sind; der zu unserer Erlösung Fleisch wurde, unter uns Menschen
lebte und litt und am dritten Tage wieder auferstand, aufgefahren ist zum Vater und
und litt und am dritten Tage wieder auferstand, aufgefahren ist zum Vater und wiederkommen wird in Herrlichkeit, um zu richten die Lebendigen und die Toten. Und wir glauben an einen heiligen Geist; glauben, dass ein jeder von ihnen ist und gewesen ist, der Vater, nur er Vater; - der Sohn, nur der Sohn; - der heilige Geist, nur der heilige Geist; so wie auch unser Herr als er seine Jünger aussandte, zu predigen, zu denselben sagte: ‚Gehet hin und ehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes’; von allen diesen Dingen lehren wir, dass sie so sind, und dass wir so glauben, und dass man schon lange so geglaubt hat; auch dass wir diesem Glauben treu zu bleiben geloben bis in den Tod, und jede gottlose Irrlehre verfluchen. Dass – so lange wir denken konnten, wir diese Dinge von Grund unseres Herzens für wahr gehalten und jetzt für wahr halten und dies in Wahrheit sagen, bezeugen wir im Namen des allmächtigen Gottes und unseres Herrn Jesu Christi, und können unsere Behauptung beweisen, und versichern euch, dass wir auch in der Vergangenheit also geglaubt und gepredigt haben.“ (S. 300, 301) Eusebius von Cäsarea, der Mann, der dieses Glaubensbekenntnis vorlegte, schrieb ein Buch mit dem Titel „Die Kirchengeschichte des Eusebius“. In diesem Buch legte er seine Glaubensüberzeugungen
dar, die er bereits als Kind gelernt und während seines ganzen Lebens gelehrt hatte. Darin erklärte er:
„Denn so, wie niemand den Vater kennt, außer dem Sohn, kann andererseits
auch niemand den Sohn völlig kennen, außer dem Vater allein, von
dem er gezeugt wurde. Denn wer, außer dem Vater, hat das Licht, das
noch vor der Welt existierte völlig begriffen – diese geistliche und substanzielle
Weisheit und das lebendige Wort, welches im Anfang vor aller sichtbaren
und unsichtbaren Schöpfung beim Vater war, der erste und einzige
Nachkomme Gottes, der Prinz und Anführer der geistlichen und unvergänglichen
himmlischen Heerscharen, der Engel des mächtigen Bundes,
der Bevollmächtigte, der den geheimen Willen des Vaters ausführt, der
Schöpfer aller Dinge mit dem Vater, der zweite Grund nach dem Vater
für das Bestehen des Universums, der wahre und einzige Sohn des Vaters,
und der Herr, Gott und König aller erschaffenen Dinge, der Kraft und
Herrschaft durch die Göttlichkeit und Macht und Ehre vom Vater
erhalten hat… wo er den Vater und Schöpfer als den obersten Herrscher
vorstellt, welcher mit seinem hoheitlichen Wink gebietet, doch
nächst ihm das göttliche Wort, dasselbe, das uns verkündigt wurde, als
der, der dem Vater nach seinen Geboten dient… Der Sohn selbst jedoch,
der Anbetung des Vaters in nichts nachstehend, ist dazu ernannt, alle
die Erkenntnis des Vaters zu lehren… Von ihm sprach Mose offensichtlich
als dem Zweiten nach dem Vater…bekleidet mit dem zweiten Rang, Hoheitsgewalt
und Herrschaft über alles, ‚der Herr der Heerscharen Gottes,’…“
(Die Kirchengeschichte des Eusebius, S. 15-17)
Offensichtlich verstand Eusebius von Cäsarea, dass Christus
noch vor allen Dingen vom Vater gezeugt (geboren) wurde. In seinem
Buch zitiert er außerdem Sprüche 8,22-30, um seinen Standpunkt
zu beweisen.
Das besagte Buch enthält in seinem letzten Teil mehrere Briefe,
die kurze Zeit nach dem nicänischen Konzil verfasst wurden. Sehen
wir uns Abschnitte einiger dieser Briefe an. Hier ist ein Auszug aus
einem Brief von Eusebius von Nicomedia (nicht Eusebius von Cäsarea):
„O Herr, wir haben niemals von zwei ungezeugten Wesen gehört, noch
von einem, das in zwei geteilt ist; noch haben wir je gelernt oder geglaubt,
dass es in irgendeiner Weise körperlich leiden könnte, sondern, dass eines
ungezeugt und das andere wahrhaftig aus ihm ist… Wir glauben nicht
nur, dass sein Ursprung nicht in Worte gefasst, sondern, dass es auch
nicht begriffen werden kann…“ (Brief von Eusebius von Nicomedia –
Eine geschichtliche Betrachtung des Konzils von Nizäa, von Isaac Boyle, S.41)
Die seltsame Vorstellung, dass der Vater und der Sohn beide ungezeugt
(ohne Anfang) seien, war für die Menschen dieser Zeit vollkommen
neu. Sie verstanden es immer so, dass einer ungezeugt
(ohne Anfang) und der andere aus ihm gezeugt (mit Anfang) ist. Das
war das allgemeine Verständnis der Menschen vor und während der
Zeit des Konzils von Nicäa.
Sehen wir uns einmal an, was auf diesem Konzil als Nächstes
geschah. Eusebius von Cäsarea hatte gerade eben ein Glaubensbekenntnis
vorgelegt, welches bereits vor dem Streit weit verbreitet
und anerkannt war.

Die Partei des Arius akzeptiert das Glaubensbekenntnis
„Sobald dies Bekenntnis im Konzil verlesen war, gab die Partei des Arius
ihre Bereitwilligkeit zu erkennen, dasselbe zu unterschreiben. Doch
gefiel dies der Partei des Alexander und Athanasius durchaus nicht; es war
gerade das, was sie nicht beabsichtigt hatten, denn ‚sie waren entschlossen,
irgendeine Zusammenstellung von Worten ausfindig zu machen, welche
kein Arianer annehmen konnte.’
Die Arianer waren also im Einklang mit den Lehren der Christen
vor dem Konzil von Nicäa, wie im Glaubensbekenntnis des Eusebius
dargelegt. Das gefiel der Partei des Alexander jedoch gar nicht:
„Sie suchten deshalb nach irgendeinem Punkte oder Wort, auf welches
hin sie das Bekenntnis zurückweisen konnten. Man wird bemerken, dass
dasselbe der Substanz des Sohnes Gottes gar keine Erwähnung tut, während
doch gerade diese Frage die Veranlassung zur Zusammenberufung des
Konzils gewesen war. Eusebius, Bischof von Nikomedien, war der Anführer
der Arianer, welche Sitze im Konzil hatten. Gerade in diesem Augenblick
wurde ein Brief vorgebracht, den er früher geschrieben, und in welchem
er konstatiert hatte, ‚dass die Behauptung, der Sohn sei unerschaffen,
besage, er sei von einer Substanz,’ – homoousion – mit dem Vater, und
dass die Behauptung, ‚er sei von einer Substanz’ eine ganz absurde Behauptung
sei.
Dies aber gab den Anhängern des Alexander und Athanasius die gewünschte
Gelegenheit, auf welche sie so lange gewartet hatten. Ihre Gegner
lieferten gerade das Wort, auf welchem sie die ganze Zeit hindurch bestanden
hatten, und einer der Hauptanführer jener Partei hatte den Gebrauch
des Wortes in dieser Verbindung geradezu als ‚absurd’ hingestellt. Wenn
sie deshalb auf der Behauptung gerade dieses Wortes bestanden, so war
damit die arianische Partei bestimmt ausgeschlossen. ‚Dieser Brief rief eine
wilde Aufregung hervor. Das war gerade der Punkt, nach welchem sie so
lange gesucht hatten.’ Der Brief wurde voller Entrüstung in Stücke zerrissen,
und der Ausdruck, welchen zu verwerfen er selbst gelobt hatte, wurde
der Ausdruck, welchen anzunehmen sie sich verbindlich machten. – Stanley
‚Die Geschichte der östlichen Kirche’, 3. Vorlesung, Abs. 22.“ (S. 301,302)

Alexanders Partei versucht das
Glaubensbekenntnis zu manipulieren
„Da Konstantin sich schon für das von Eusebius verlesene Bekenntnis
erklärt hatte, so trat nunmehr an Alexanders Partei die Frage heran, ob der
Kaiser dasselbe mit Zusetzung des betreffenden Wortes billigen würde oder
nicht, und die Hoffnungen beider Parteien hingen mit Zittern und Beben an
dem Kaiser. Hosius und seine Parteigenossen, welche die letzte Beratung
mit ihm hatten, brachten ihn auf ihre Seite. Bei der nächsten Versammlung
legte er das Bekenntnis des Eusebius wiederum der Versammlung
vor, sprach sich billigend über dasselbe aus und ermahnte alle, dasselbe
anzunehmen. Da er aber sah, dass die Mehrzahl das Bekenntnis des
Eusebius nicht in der Fassung annehmen würde, in welcher es war, so beschloss
Konstantin, ‚sich den guten Willen der orthodoxen, das heißt der
mächtigsten Partei der Versammlung zu erwerben, indem er das so viel
bestrittene Wort in das Bekenntnis einfügte. Er hoffte so jene Partei für sich
zu gewinnen, aber auch, dass unter dem Druck der Furcht und der Gunst,
die andere Partei dadurch nicht ganz und gar vor den Kopf gestoßen werde.
Deshalb schlug er den Weg ein, der ihn aller Wahrscheinlichkeit nach am
ersten zum Ziel führen würde, und warf sich zum Schutzpatron und auch

zum Ausleger des neuen Wortes auf, um das es sich handelte.’ – Stanley
‚Die Geschichte der östlichen Kirche’, 3. Vorlesung, Abs. 28.
Konstantin befahl also, das disputierte Wort hinzuzufügen. Die Partei
des Alexander und Athanasius, welche sich nunmehr der Autorität des
Kaisers vergewissert hatten, verlangten noch die Beifügung anderer Worte
zum gleichen Zweck, so dass das Glaubensbekenntnis endlich, nachdem es
in seiner neuen Form niedergeschrieben war, folgenden Wortlaut enthielt:
‚Ich glaube an einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer von allem Sichtbaren und
Unsichtbaren.
Und an einen Herrn Jesum Christum, den Sohn Gottes, der vom Vater geboren ist,
der Eingeborene, d.h. von der Substanz des Vaters, Gott von Gott, Licht vom Licht,
wahrhaftiger Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist sowohl im Himmel als auch auf Erden; welcher um uns Menschen und um unserer Seeligkeit willen vom Himmel und in das Fleisch gekommen und Mensch geworden ist; auch für uns gelitten und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren in die Himmel, und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten.
Und an den Heiligen Geist.
Doch diejenigen, die da sagen: ‚Es gab eine Zeit, als er nicht war’, und ‚Es gab ihn
nicht, bevor er geboren wurde, und er wurde aus etwas, was zuvor nicht da war’, oder solche, die behaupten, dass der Sohn Gottes von einer anderen Person oder ‚Substanz’ ist, oder dass er geschaffen wurde oder veränderlich oder wechselhaft ist, stehen unter dem Bannfluch der katholischen Kirche.’
So entstand das ursprüngliche nicänische Glaubensbekenntnis.“ (S. 302,303)

Weitere Veränderungen des Glaubensbekenntnisses
Dieses Glaubensbekenntnis wurde seit seinem ursprünglichen
Wortlaut stark entfremdet. Hier ist die heutige Form des nicänischen
Glaubensbekenntnisses. Man beachte den Unterschied zum ursprünglichen
Wortlaut:
„Ich glaube an einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde,
alles, das sichtbar und unsichtbar ist. Wir glauben an einen Herrn Jesus Christus, Gottes
einigen Sohn, ewig gezeugt vom Vater [ursprünglicher Wortlaut: den Sohn Gottes, der
vom Vater geboren ist, der Eingeborene], Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen
Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen; ein Wesen mit dem Vater [urspr.
Wortlaut: d.h. von der Substanz des Vaters]. Durch ihn sind alle Dinge gemacht. Um uns
Menschen und um unserer Seligkeit willen ist er vom Himmel gekommen: durch die Kraft
des Heiligen Geistes von der Jungfrau Maria geboren [hinzugefügt] und Mensch ge-worden.
Auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten, gestorben und begraben.“
(The Ordinary of the Mass)
Die katholische Kirche definiert den Begriff „ewig gezeugt“ so:
„Der christliche Glaube ist der, dass der geschichtliche Christus, der
Sohn Gottes ist, durch einen unaufhörlichen Vorgang vom Vater ewig gezeugt...“
(Erzähle uns von Gott…Wer ist er?, S. 30, von den Rittern des Kolumbus)
Das lehrt die katholische Kirche auch heute noch. Sie sagen, der
Begriff „ewig gezeugt“ bedeute, Christus sei durch einen unaufhörlichen
Vorgang vom Vater gezeugt. Sie behaupten, Christus habe
sich in der Vergangenheit schon immer in dem Vorgang des Gezeugtwerdens
befunden, dass er immer noch gezeugt wird und für
alle Ewigkeit gezeugt werden wird. Sie nahmen diese Vorstellung
scheinbar in ihrem Versuch, diese neue Lehre, dass Christus schon
immer existiert hat, mit den klaren Aussagen der Bibel, dass er von
seinem Vater gezeugt wurde, in Einklang zu bringen, an.
Beachte folgendes interessante Zitat aus einem Brief von Arius:
„Er hat uns sogar als Atheisten aus der Stadt verbannt, weil wir folgenden
Erklärungen, die er öffentlich geäußert hat, nicht zustimmen:
‚Gott ist immer und der Sohn ist immer. Der Vater und der Sohn sind
gleich ewig. Der ungezeugte Sohn, existierte schon immer mit Gott und
ist immer gezeugt: ohne gezeugt zu sein, ist er gezeugt [Fußnote: Es
hat den Anschein, dass der Bischof in seinem Verstand einige wirre
Ansichten hatte, wenn seine Worte von Arius richtig wiedergegeben
werden. Vermutlich beabsichtigt dieser Abschnitt die Lehre von der
sog. ‚ewigen Zeugung’ des Sohnes auszudrücken; ein Ausdruck, der in
sich selbst nicht besonders verständlich formuliert ist]: Gott besteht keinen
einzigen Moment länger, noch nicht einmal in Gedanken als der Sohn. Immer
Gott und immer der Sohn. Der Sohn existiert aus Gott selbst.’ Da Eusebius,
dein Bruder, der Bischof von Cäsarea und Theodotus und Paulinus,
Athanasius, Gregorius und Aetius und alle Bischöfe des Ostens dem zustimmen,
dass Gott, der ohne Anfang ist, vor dem Sohn existierte, sind sie
verdammt worden...“ (Brief von Arius an Eusebius, Bischof von Nikomedia;
entnommen aus ”Eine historische Betrachtung des Konzils von Nicäa
mit einer Übersetzung von Dokumenten, von Isaac Boyle, S. 39, 40.)
Wie du siehst, war diese neue Idee, dass Christus zusammen mit
dem Vater ohne Anfang von Ewigkeit her existiert, vor dem Konzil
von Nicäa von den meisten Christen nicht anerkannt, und viele
nahmen sie auch nach dem Konzil nicht an.
Es gibt jedoch noch eine andere Veränderung, die seit ihrer ursprünglichen
Formulierung am nicänischen Glaubensbekenntnis
vorgenommen wurde.
Die Bezeichnung „wesensgleich mit dem Vater“ wurde in das
neue Glaubenskenntnis eingefügt, was ihren gegenwärtigen Standpunkt
und Glauben beschreibt, nämlich, dass der Vater und der
Sohn ein und dasselbe Wesen sind.
St. Augustin schrieb:
„Der Sohn ist eine Person und der Vater eine andere; sie stellen jedoch
nicht zwei Wesen dar, sondern der Vater ist dasselbe Wesen wie der Sohn,
nämlich der einzig wahre Gott.“ (Traktat 36, in „Joann“)
Zu Beginn, als das nicänische Glaubensbekenntnis von den Teilnehmern
des Konzils unterschrieben wurde, waren einige über die
Formulierung „von der Substanz des Vaters“ besonders beunruhigt.
Sie waren besorgt, dass einige dadurch meinen könnten, der
Vater und der Sohn seien beide ein und dasselbe Wesen. In einem
Brief von Eusebius von Cäsarea finden wir folgende Aussage:
„Als diese Formulierung von den Prälaten diktiert wurde, wurde ihren
Worten ‚von der Substanz des Vaters’ und ‚wesensgleich mit dem Vater’,
nicht ohne Überprüfung stattgegeben. Es kamen daher etliche Fragen
auf, man bemühte sich um Antworten und der Sinn dieser Worte
wurde sorgfältig überprüft. Sie räumten ein, dass die Worte ‚von der
Substanz’ bedeuteten, dass der Sohn aus dem Vater, jedoch nicht ein
Teil des Vaters [dasselbe Wesen] ist. Um diese fromme Lehre zu fördern,
sahen wir es angebracht der Erklärung zuzustimmen, dass der
Sohn aus dem Vater ist; jedoch nicht dem, dass er ein Teil des Vaters
ist. Daher stimmten wir dieser Meinung zu, verwarfen auch das Wort
‚wesensgleich’ nicht, da wir darauf bedacht waren Frieden zu wahren und auf
keinen Fall vom richtigen Glauben abweichen wollten. Aus demselben
Grund akzeptierten wir auch die Worte ‚geboren, nicht geschaffen’, da das
Wort ‚geschaffen’, so sagten sie, gewöhnlich im Bezug auf die anderen
Geschöpfe gebraucht wird, welche der Sohn geschaffen hat und mit denen
er nichts gemeinsam hat; und deshalb wurde er nicht so gemacht wie die
Geschöpfe, die durch ihn geschaffen wurden, sondern ist von einer weit
vorzüglicheren Substanz, als irgendein geschaffenes Wesen. Göttliche
Offenbarung berichtet uns, dass er durch eine Art Geburt aus dem
Vater kam, welche von einem geschaffenen Verstand weder begriffen
noch in Worte gefasst werden kann...
Die Formulierung ‚wesensgleich mit dem Vater’ soll jedoch nichts
anderes aussagen, als dass der Sohn Gottes keinerlei Ähnlichkeit mit
geschaffenen Wesen hat, sondern in jeder Beziehung allein den Vater,
von welchem er geboren wurde, widerspiegelt, und dass er von keiner
geringeren Substanz und keinem anderen Wesen als dem des Vaters ist.
Diesem Erklärungsvorschlag meinten wir einwandfrei zustimmen zu können…
Wir nahmen diese Worte, die als tadellos erfunden wurden, letztendlich
ohne weiteres Debattieren an, nachdem wir die Bedeutung der Worte sorgfältig
überprüft hatten und sie mit der von uns selbst verfassten und anfänglich
vorgeschlagenen Glaubensüberzeugung völlig übereinzustimmen
schien.“ (Auszug aus einem Brief von Eusebius Pamphilus von Cäsarea
an die Gemeinde Cäsarea, aus “Eine historische Betrachtung des Konzils
von Nicäa mit einer Übersetzung von Dokumenten, von Isaac Boyle, S.44-46)
Eusebius von Cäsarea glaubte demnach eindeutig nicht, dass
Christus in irgendeiner Weise geschaffen sei, sondern dass er von
seinem Vater geboren wurde, was bedeutet, dass seine Natur viel
höher ist als die irgendeines geschaffenen Wesens. Interessant wäre
auch zu bemerken, dass Eusebius von Cäsarea diesen Brief an
Arianer schrieb, in dem Versuch, seine Unterzeichnung des
Glaubensbekenntnisses zu verteidigen. Diese Ansicht schien nicht im
Gegensatz zum Glauben der Arianer zu stehen. Sein Glaube, dass
Christus geboren und nicht geschaffen sei, konnte auch die Partei
des Athanasius annehmen, wodurch man ihm erlaubte, seine Stellung
als Bischof zu behalten.
Eusebius schrieb, dass es ihm und auch seinen Glaubensgenossen
so schien, dass die Bezeichnungen „von der Substanz des Vaters“
und „wesensgleich mit dem Vater“ völlig mit seinem ersten
Glaubensbekenntnis, das alle Arianer unterschrieben, übereinstimmten.
Die umstrittenen Worte wurden dem Glaubensbekenntnis hinzugefügt
und je nach der Definition dieser Worte, konnten ihm sogar
einige von der arianischen Überzeugung zustimmen. Da die Worte
dem Glaubensbekenntnis jedoch nun hinzugefügt waren, brauchte
man ihre Definition nur noch zu einem späteren Zeitpunkt zu revidieren,
um zu den Lehren zu gelangen, welche die katholische Kirche
heute vertritt.

Die Annahme des neuen Glaubensbekenntnisses
Zurück zur Beschreibung des Konzils, aus „Die zwei Republiken“.
Das ursprüngliche nicänische Glaubensbekenntnis wurde vor der
Versammlung gerade verlesen.
„So entstand das ursprüngliche nicänische Glaubensbekenntnis. Konstantins

Einfluss zog zwar viele im Konzil auf seine Seite, doch weigerten
sich siebzehn Bischöfe, dasselbe zu unterschreiben. Denselben befahl der
Kaiser bei Strafe der Verbannung dies zu tun, welches auch alle, bis auf
fünf taten. Eusebius von Cäsarea, der Lobredner und einer der Berater
Konstantins, forderte einen ganzen Tag zur ‚Überlegung’. Er konsultierte
dabei den Kaiser, welcher den Ausdruck homoousios so erklärte,
dass es auch als homoiousios verstanden werden konnte. Er gab die
Erklärung ab, ‚dass seine Auffassung gar keine solche materielle Einheit
der Personen der Gottheit einschließe, wie Eusebius befürchtete,
dass man sie daraus schließen könnte’. – Stanley ‚Die Geschichte der
östlichen Kirche’, 3. Vorlesung, Abs. 34. Eusebius nahm diesen Sinn an
und unterschrieb das Bekenntnis.“ (S. 303)
Über den Unterschied zwischen den zwei Begriffen homoiousios
(von der gleichen Substanz) und homoousios (von derselben Substanz),
die zur Kontroverse geführt hatten, schrieb Benjamin G. Wilkinson:
„Doch diejenigen, die im Sinne von homoiousios oder ‚gleich’, anstatt
von homoousios oder ‚identisch’ dachten, wurden vom Klerus gleich als
Häretiker und Arianer gebrandmarkt. Als jedoch der Kaiser Konstantin vor
der ganzen Versammlung des Konzils von Nicäa den vorsitzenden Bischof
Hosius fragte, was der Unterschied zwischen diesen zwei Begriffen sei,
erwiderte Hosius, dass beide das gleiche bedeuteten. Daraufhin brachen alle
außer einigen Bischöfen in Gelächter aus und hänselten den Vorsitzenden
mit Häresie.“ (Benjamin G. Wilkinson, “Truth Triumphant“, S. 92)
Die Debatte beinhaltete Wortdefinitionen, die noch nicht einmal in
der Bibel vorkommen. Der Unterschied zwischen den Worten war so
geringfügig, dass er kaum zu bestimmen war. Selbst der Hauptvertreter
der arianischen Ansicht konnte dem neuen Bekenntnis im
Großen und Ganzen zustimmen.
„Eusebius von Nikomedien und Theognis von Nicäa unterschrieben
zwar das Bekenntnis im Großen und Ganzen, doch weigerten sie sich den
Teil zu unterschreiben, in welchem es sich um die arianischen Lehrsätze
handelte. Die Verbannung wurde über sie ausgesprochen, worauf auch sie
nachgaben und unterschrieben; trotzdem aber wurden sie ihrer Bistümer
enthoben und Katholiken an ihre Stelle erwählt. Zwei andere Bischöfe aber,
- Theonas von Marmarica in Libyen und Secundus von Ptolemais, weigerten
sich mit aller Bestimmtheit vom Anfang bis zum Ende, das Bekenntnis
zu unterschreiben und wurden deshalb verbannt. Arius selbst verließ bald
nach seiner Ausstoßung aus dem Konzil Nicäa und es wurde auch über ihn,
gleich wie über die anderen, die Verbannung verhängt. Da er jedoch der
Hauptausleger der von Konstantin verdammten Lehren war, so veröffentlichte
Konstantin gegen ihn noch folgendes geharnischtes Edikt:
‚Victor Konstantin Maximus Augustus, an die Bischöfe und das Volk: Da Arius in die
Fußstapfen von bösen und unheiligen Menschen getreten ist, ist es nur gerecht, dass er auch dieselbe Schande ertragen soll. Deshalb, wie Porphyrios, der Feind aller Pietät, weil er unzüchtige Abhandlungen gegen Religion verfasste, eine passende Belohnung empfing und von da an, mit unerträglichem Tadel belastet Schmach tragen musste und seine gottlosen Schriften verbrannt wurden; desgleichen erscheint es jetzt angemessen, Arius und solche, die seine Ansichten teilen, Porphyrianer zu nennen, damit sie ihre Bezeichnung von denen erhalten, deren Anführer sie nachgeahmt haben. Sollte außerdem irgendeine von Arius verfasste Abhandlung gefunden werden, soll sie den Feuerflammen überantwortet werden, damit nicht nur seine verdorbene Lehre unterdrückt wird, sondern auch kein Denkmal an ihn, in irgendeiner Weise, übrig bleibt. Ich erlasse deshalb hiermit, dass, enn irgendjemand erwischt werden sollte, der ein von Arius verfasstes Buch bei sich versteckt und es nicht unverzüglich zur Verbrennung herausgibt, mit der Todesstrafe bestraft werden soll; der Verbrecher soll unverzüglich nach Bekanntwerdung enthauptet werden. Möge Gott jeden bewahren.’“ (S. 350, 351 – engl. Ausgabe)

Ein Versuch die Geschichte aufzudecken
„Sein Buch ‚Thalia’, wurde sofort verbrannt, und diesem Beispiele folgte
man so allgemein, dass dasselbe ein sehr seltenes Buch wurde. - Stanley
‚Die Geschichte der östlichen Kirche’, 3. Vorlesung, Abs. 38. Das Edikt
über die Verbannung von Arius wurde kurze Zeit später so abgeändert, dass
es nun lediglich seine Rückkehr nach Alexandrien verbot.“ (S. 351 – engl.
Ausgabe) Die katholische Kirche übte ihre ganze Macht aus, um alle Aufzeichnungen
über den Glauben des Arius zu vernichten. Die einzigen Aufzeichnungen, die noch existieren, sind solche, die die katholische Kirche entweder nicht zwischen die Finger kriegen konnte oder die sie selbst – entweder in ihrem ursprünglichen oder einem
von der Kirche veränderten Zustand – aufbewahrt hat.
„Eine falsche Anklage wurde verbreitet, dass alle, die Arianer genannt
wurden, glaubten, dass Christus ein geschaffenes Wesen sei. [Fußnote: Es
ist zu bezweifeln, dass überhaupt einige geglaubt haben sollen, dass
Christus ein geschaffenes Wesen sei. Im Allgemeinen glaubten die evangelikalen
Gruppierungen, die sich gegen das Papsttum auflehnten und als Arianer gebrandmarkt wurden, sowohl an die Göttlichkeit Christi, als auch, dass er vom Vater geboren und nicht geschaffen sei.
Sie distanzierten sich auch von anderen extremen Schlussfolgerungen und
Spekulationen über die Gottheit.]“ (Benjamin G. Wilkinson, „Truth Triumphant“, S. 92)
„Ob die Lehren des Arius wirklich so waren, wie sie uns im Allgemeinen
dargestellt werden oder nicht, wer kann das sagen? Philippus Limborch
bezweifelt, dass Arius selbst jemals geglaubt haben soll, dass Christus geschaffen,
statt geboren sei [Fußnote: Limborch, „Die Geschichte der Inquisition“,
S. 95].“ (Benjamin G. Wilkinson, „Truth Triumphant“, S. 142)
Es ist recht interessant, dass die Geschichte des arianischen
Streits so sehr verheimlicht wurde, dass es in unserer heutigen Zeit
fast unmöglich geworden ist, zu bestimmen, was Arius eigentlich
glaubte. Es ist jedoch sehr zu bezweifeln, dass die ganzen – gegen
Arius und solche mit ähnlichen Ansichten – aufgebrachten Anklagen,
akkurat sind. Es ist zur allgemeinen Regel geworden, alle, die
die Trinitätslehre nicht annehmen, als Arianer zu brandmarken. Da
allgemein gelehrt wird, Arianer würden glauben, Christus sei ein
geschaffenes Wesen und somit nicht göttlich, ist es zur ständigen
Anklage geworden, dass, wenn man die Trinitätslehre leugnet, man
glaubt, dass Christus ein geschaffenes Wesen sei und man dadurch
die Göttlichkeit Christi leugne. Wenn man diese Anklage auf solche
anwendet, die den – von der katholischen Kirche angenommenen –
Lehren nicht zustimmten, entspricht sie sehr selten der Wahrheit.
Ereignisse nach dem Konzil von Nicäa
„Wie schon bemerkt wurde, waren die, welche das nicänische Glaubensbekenntnis
gegen ihren Willen unterschrieben hatten, entschlossen, dies so schnell als möglich, und zwar bei der ersten sich ihnen darbietenden Gelegenheit, wieder rückgängig zu machen, einerlei, durch was für Mittel es auch geschehen sollte. Und diesen Zweck sollten sie auch bald genug erreichen. Wie sich dies ereignete, ist ganz eigentümlich, und die Lehre, die
sich daraus ziehen lässt, äußerst wertvoll. …
Im Jahre 327 starb Konstantins Schwester, Konstantia. Sie hatte es mit
der arianischen Partei gehalten und auch ihr Seelsorger war ein arianischer
Presbyter. Dieser hatte sie davon überzeugt, dass Arius ungerechter Weise
vom Konzil verdammt worden sei, und in ihrer Sterbestunde ‚bat sie inständig
den Kaiser, doch sein Urteil gegen jenen unschuldigen, und nach
ihrer Meinung gänzlich falsch verstandenen Mann, in Wiedererwägung
ziehen zu wollen.’ Konstantin sandte bald darauf ein Schreiben an Arius,
rief ihn aus seiner Verbannung zurück und versprach, ihn nach Alexandrien
zurücksenden zu wollen. Arius kam und unterbreitete dem Kaiser ein
Glaubensbekenntnis, welches Gnade vor dessen Augen fand. Um dieselbe Zeit
setzte Konstantin auch noch zwei andere hervorragende Arianer, Eusebius
von Nikomedia und Theognis von Ptolemais, wieder in ihren früheren
Rang ein. ‚Im Triumph kehrten dieselben nach ihren alten Diözesen zurück
und vertrieben die an ihrer Statt erwählten Bischöfe.’ – Milman, ‚Die Geschichte
des Christentums’, Buch 3, Kap. 4, Absch. 21. Nachdem Hosius
nach seiner Residenz in Spanien zurückgekehrt war, stand Konstantin fast
gänzlich unter arianischem Einfluss, und die arianischen Bischöfe begannen
ihn zur Ausführung ihrer Pläne zu benutzen.
Im Jahre 328 machte Konstantin eine Reise nach Jerusalem, um daselbst
bei der Einweihung der von ihm erbauten Kirche gegenwärtig zu sein, und
Eusebius von Nikomedia und Theognis begleiteten ihn beide.“ (S. 307)
Die Arianer hatten endlich die Unterstützung Konstantins gewonnen,
der nun mit den führenden Theologen der arianischen Partei
sogar durch das Reich reiste. Der arianische Einfluss auf Konstantin
war wirklich mächtig geworden. Die Arianer sandten Athanasius
durch die Macht des Kaisers sogar fünfmal erfolgreich ins Exil.
„Athanasius wurde wiederum für schuldig befunden und im Februar des
Jahres 336 nach Trier in Gallien verbannt.
Die Rückkehr des Arius nach Alexandrien war die Ursache fortgesetzter
Unruhen, und er wurde nach Konstantinopel berufen. Auf Ersuchen des
Kaisers legte Arius ein neues Glaubensbekenntnis vor, welches sich als
zufriedenstellend herausstellte, und Konstantin gebot beim Bischof von
Konstantinopel, den Arius an einem öffentlichen Feiertage als Mitglied in
den Schoß der Kirche aufzunehmen. ‚Zufällig geschah dies an einem Sabbat
(Samstag), - an welchem Tage, sowohl wie am Sonntag, zu Konstantinopel
öffentliche Gottesdienste gehalten wurden.’ – Neander, ‚Kirchengeschichte’,
Bd. 2, Absch. 4, § 30. Der Bischof weigerte sich auf das Entschiedenste,
ihn aufzunehmen. Die Arianer, welche sich auf des Kaisers
Autorität beriefen, drohten, dass sie am nächsten Tag (an einem Sonntag)
ihren Eintritt in die Kirche und die Aufnahme des Arius in die volle Gemeinschaft

derselben erzwingen würden. Daraufhin suchte die athanasianische
Partei Zuflucht ‚im Gebet’; der Bischof betete ernstlich, dass, ehe
die Kirche geschändet würde, Arius lieber sterben möchte; - und wirklich
starb Arius am Abend desselben Tages. ‚In Konstantinopel, wo man
mit asiatischen Verbrechen guten Bescheid wusste, wurde bei mehr wie
einem der Verdacht der Vergiftung laut. Doch als Alexanders Partei
frohlockte, dass ihr Gebet erhört worden sei, vergaß man, was der Inhalt
dieses Gebetes gewesen sein müsse, und dass nur ein ganz geringer Unterschied
ist, für jemandes Tod zu beten oder denselben zu veranlassen.’ –
Draper, Intellectual Development of Europe, Kap. 9, Absch. 39.“ (S. 309)
„Es wurde dem Konstantin eine Bittschrift nach der anderen eingereicht,
den Athanasius in seine alte Stellung zu Alexandrien wieder einzusetzen,
doch der Kaiser lieh denselben kein Ohr, sondern erklärte ihn für einen
stolzen, unruhigen, hartnäckigen und unlenksamen Menschen. Im Jahre
337, mit dem Tod vor Augen, ließ sich Konstantin von einem arianischen
Bischof taufen, und so schloss das Leben dessen, den die dankbare Kirche
mit dem Namen ‚der Große’ belegt hat, ‚obgleich er, wenn sein Charakter
einer Prüfung unterzogen wird, unter allen, welchen dieser Titel in der alten
oder in der neueren Zeit beigelegt wurde, die niedrigste Stufe einnimmt.’ –
Encyclopedia Britannica, Artikel Constantine.“ (S. 309, 310)

Das Aufkommen neuer Kaiser
„Dem Konstantin folgten seine drei Söhne; Konstantin, einundzwanzig,
Konstantius, zwanzig, und Konstans, siebzehn Jahre alt. Dieselben verteilten
das Reich unter sich. Konstantin II erhielt Konstantinopel und einige
Teile des Westens, und zwar als erster im Range; Konstantius Thracien,
Ägypten und den ganzen Osten; und Konstans den größeren Teil des Westens.
Konstantius war ein sehr eifriger Arianer, während Konstantin und
Konstans nicht weniger eifrige Katholiken waren.“ (S. 310)
„In demselben Jahre [340 n. Chr.] wurde Konstantin II in einem Kriege
mit seinem Bruder Konstans getötet. Dies ließ das Reich und die Religion
in den Händen seiner zwei Brüder – Konstantius in Konstantinopel und im
Osten, und Konstans im Westen. Im Reiche des Konstans waren alle
Arianer Ketzer, und im Reiche des Konstantius alle Katholiken Ketzer.
Der religiöse Zwiespalt dauerte mit erhöhter Heftigkeit fort.“ (S.310)
„Im Februar des Jahres 350 wurde Konstans von dem Thronräuber
Magnentius ermordet, und im Jahre 353 wurde Konstantius durch die Niederlage
und den Tod des Thronräubers Alleinherrscher. Kaum fühlte er sich
in seiner alleinigen kaiserlichen Autorität sicher, als er sich auch schon
entschloss, Rache an Athanasius zu nehmen, und die arianische Lehre zur
Landesreligion zu machen. Er wollte dies aber immerhin nach orthodoxer
Weise durch ein allgemeines Konzil vor sich gehen lassen. Da sein Vater
zu seiner Zeit die athanasianische Lehre, welche von allen Katholiken als
streng orthodox gehalten wurde, ebenfalls so gegründet hatte, konnte die
Gründung der arianischen Lehre durch den gleichen Vorgang mit Sicherheit
nicht weniger orthodox sein.“ (S. 315)
„Die Offiziere begannen mit der größtmöglichen Geheimhaltung sofort
die nötigen Truppen in der Stadt zu versammeln. Dreiundzwanzig Tage
verstrichen so, und eine Macht von fünftausend Truppen belagerte die
wichtigsten Teile der Stadt. In der Nacht vor einem wichtigen Feiertag der
Kirche, leitete Athanasius den Gottesdienst in der Kirche von St. Theonas.
Plötzlich, um Mitternacht, hörte man um die Kirche herum Trompeten,
Pferdetraben und Geräusche von Waffen und Rüstungen; die Tore wurden
aufgebrochen und mit einer Wolke von Pfeilen, ins Innere der Kirche losgelassen,
stürmten die Soldaten mit gezückten Schwertern hinein, um Athanasius
gefangen zu nehmen. ‚Das Geschrei der Verwundeten, das Stöhnen
derer, die, bei dem Versuch durch den Soldatenhaufen nach außen zu
dringen, zertrampelt wurden und das Gebrüll der Angreifer vermischten
sich in dem wilden und melancholischen Tumult.’ – Milman, ‚Kirchengeschichte’,
Bd. 3, Kap. 5, Absch. 28. Athanasius konnte in dem Durcheinander
wieder einmal entkommen.“ (S. 372, 373 – engl. Ausgabe)
Szenen, wie diese, waren keineswegs ungewöhnlich. Die Vermählung
der Kirche mit dem Staat, hatte alle möglichen Arten von
Gewalt zur Folge. Bischöfe wurden ernannt und eingesetzt, während
sie von schwer bewaffneten Soldaten umringt waren, die sie vor der
rebellischen Volksmenge beschützten, über die sie präsidieren sollten.

Das Konzil von Rimini
„Als Versammlungsort für den Westen wurde Rimini festgesetzt, woselbst
sich denn auch im Sommer des Jahres 359 vierhundert Bischöfe versammelten,
von denen achtzig Arianer waren. Einhundertundsechzig Bischöfe
des Ostens, von welchen einhundertfünf der halbarianischen Partei
angehörten, versammelten sich zu Seleucia; ungefähr vierzig waren Arianer,
während die Katholiken noch mehr in der Minderzahl waren. Ein
Staatsbeamter hohen Ranges war ernannt worden, um den Kaiser auf jedem
Konzil zu vertreten, und der, welcher nach Rimini ging, hatte den Befehl,
keinem Bischof die Erlaubnis zum Verlassen des Konzils zu geben, ‚bis sie
sich über das Glaubensbekenntnis geeinigt hätten.’ Um so wenig als möglich
Schwierigkeiten für eine solche Einigung zu machen, wurde ein Bekenntnis
aufgesetzt, und dasselbe dem Konzil zur Unterzeichnung vorgelegt.
Zu dieser Zeit befanden sich beim Kaiser zu Sirmium fünf Bischöfe,
unter denen sich Georg von Alexandrien befand, und welche alle Arianer
oder doch Halbarianer waren. Dieselben setzten ein Bekenntnis auf, welches
in seinen Hauptpunkten etwa so lautete: ‚Wir glauben an einen einigen und wahrhaftigen Gott, den Vater und Lenker, Schöpfer und Urheber aller Dinge, und an den eingeborenen Sohn Gottes, der vom Vater ohne Wechsel vor aller Zeit, vor allem Anfang, vor aller nur denkbaren Zeit und Materie gezeugt war.
… Gott aus Gott, dem Vater ähnlich, der ihn nach der Heiligen Schrift gezeuget, dessen
Herkunft niemand kennt (versteht), außer dem Vater, der ihn gezeugt hat. … Das Wort
‚usia’, weil die Väter dasselbe in aller Einfalt (d. h. mit guter Absicht) gebraucht haben,
welches aber vom Volke nicht verstanden wurde, und deshalb Zwietracht verursachte, auch nicht in der Heiligen Schrift steht, - soll deshalb auch bei Seite gelassen und in Zukunft nicht mehr in Verbindung mit Gott genannt werden. … Aber wir glauben, dass der Sohn dem Vater in allen Dingen ähnlich ist, wie es auch die Heilige Schrift lehret und sagt.’“
(S.323) Konstantius benutzte seine Macht dazu, alle zum Unterschreiben
zu bewegen. Wie sein Vater vor ihm, drohte Konstantius allen, die
das Bekenntnis nicht unterschreiben wollten, mit der Verbannung.
Über das Konzil von Mailand, das einige Jahre zuvor abgehalten
wurde, lesen wir:
„Danach machte er bekannt, dass jeder, der nicht unterschrieb, die Verbannung
zu erwarten hatte. Daraufhin erhoben die orthodoxen Bischöfe
ihre Hände flehend gen Himmel und beteten darum, dass der Kaiser ‚Gott,
der ihm die Herrschaft gegeben hat, fürchte, damit sie nicht von ihm genommen
werden möge; auch den Tag des Gerichts zu fürchten und die
säkularen Mächte nicht mit den Gesetzen der Kirche zu vermischen und die
Kirche mit der arianischen Irrlehre zu durchtränken.’ – Hefele ‚Konziliengeschichte’,
Absch. 74, § 6.
Sie vergaßen, dass sie selbst – zumindest viele von ihnen – auf dem
Konzil von Nicäa dem Kurs, den Kostantin eingeschlug, einstimmig zugestimmt
hatten, und jetzt denselben Kurs unter Konstantius auf dem Konzil
von Mailand verdammten. Mit ihrer Zustimmung zur Tat Konstantins, anderen
das aufzuzwingen, was sie selbst glaubten, beraubten sie sich damals
des Rechts, nun dagegen zu protestieren, wenn Konstantius oder irgendjemand
sie zwingen sollte etwas anzunehmen, was ein anderer glaubte. Sie
hätten doch wissen müssen, dass sie ernten würden, was sie gesät hatten.“
(S. 368 – engl. Ausgabe)
Wir können eine wichtige Lektion aus diesem Ereignis lernen:
Immer, wenn jemand durch die Regierung oder in irgendeiner anderen
Weise mit Gewalt andere zwingen will, so zu glauben wie er
selbst, verfolgt er das Ziel Satans und seiner Nachfolger. Es existiert
keine Billigung in der Bibel, die es erlauben würde, andere mit Gewalt
zu zwingen irgendetwas zu glauben. Dieser Geist wurde während
dem dunklen Zeitalter von der katholischen Kirche sehr oft offenbart.
Es ist der Geist Satans. Mögen wir diese wertvolle Lektion
nie vergessen.

Die arianische Lehre wird orthodox
Im Jahre 360 gelang es Konstantius die arianische Lehre als
orthodox festzulegen.
„Dieses kaiserliche Bekenntnis wurde dann im ganzen Reich veröffentlicht,
und allen Bischöfen bei Androhung der Verbannung geboten, dasselbe
zu unterzeichnen. ‚Dieser Befehl wurde mit der größten Strenge in allen
Provinzen des Reiches durchgeführt, und fanden sich nur sehr wenige, die
nicht mit ihrer Namensunterschrift das unterzeichneten, was sie in ihrem
Herzen verdammten. … So wurde das ganze Reich dermaßen mit Arianern
erfüllt, dass im gesamten Osten kein einziger orthodoxer Bischof
übrig blieb und im Westen ein einziger, nämlich Gregor, Bischof von Elvira
in Andalusien, welcher aller Wahrscheinlichkeit nach es vorzog sich von
seiner Herde zu entfernen und zu verstecken.’ – Bower ‚History of the Popes’,
Liberius, § 24, 25.
Auf diese Weise gelang es dem Konstantius, viel mehr als seinem Vater,
‚eine Einheit des Glaubens’ zu bewerkstelligen. Das Bekenntnis, worauf
derselbe sich gründete, war das arianische. Der Arianismus wurde nun
auf einmal gänzlich orthodox, und wenn man sich zu dem Sinne des
Wortes bequemen will, - so katholisch, wie es der Athanasianismus
stets gewesen war.“ (S. 326)
Dieser Abschnitt in der Geschichte wird von den meisten Katholiken
gerne übersehen. Wenige nur würden zugeben wollen, dass der
arianische Glaube jemals in der Geschichte der katholischen Kirche
als orthodox galt.

Die Trinitätslehre wird wieder eingeführt
Das bedeutete jedoch noch lange nicht das Ende des Streites.
Wie wir gleich sehen werden, wurde die athanasianische Lehre in

Der katholischen Kirche wieder eingeführt.
„Im Jahre 375 starb Valentinian, und folgten ihm seine beiden Söhne,
Gratian, sechzehn Jahre, und Valentinian II, welcher vier Jahre alt war.
Gratian war nichts anderes als ein Werkzeug in den Händen der Bischöfe.
Ambrosius war zu dieser Zeit Bischof von Mailand, und niemals zeigte
sich bischöflicher Ehrgeiz in unverschämterer Weise als in diesem anmaßenden
Prälaten. Bald genug bekam der Bischof die Oberhand über jenen
Knabenkaiser, und Ambrosius ‚gebrauchte den schwachen und unentschlossenen
Gratian ganz nach seinem Belieben.’ – Milman, ‚Kirchengeschichte’,
Bd. 3, Kap. 9, Absch. 1. Doch was vor allen anderen Dingen,
welche Gratian tat, der katholischen Kirche am meisten zum Ruhme gereichte,
war seine Erwählung des Theodosius zum regierenden Kaiser. Valens
fiel in einer Schlacht gegen die Goten im Jahre 378, und es bedurfte
einer stärkeren Hand, denn der eines neunzehnjährigen Knaben, um die
Zügel der Regierung des Ostens in Händen zu halten.
Bei der Aufrichtung der katholischen Kirche nimmt Theodosius nach
Konstantin den nächsten Platz ein. Ungefähr am Anfange des Jahres 380
wurde er vom katholischen Bischof zu Thessalonich getauft und erließ kurz
darauf folgendes Edikt:
‚Es ist unser Wille, dass alle Völker, welche durch unsere Milde und Mäßigkeit regiert
wurden, festiglich der Religion anhängen, die durch den heiligen Petrus den Römern gelehrt wurde, durch getreue Überlieferung bewahrt worden ist und jetzt durch den Papst Damasus und durch den Bischof Peter von Alexandrien, einem Mann von apostolischer Heiligkeit, bekannt wird. Nach der Vorschrift der Apostel und den Lehren des Evangeliums, lasset uns glauben an die alleinige Gottheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes unter gleicher Majestät und heiligster Dreieinigkeit. Wir ermächtigen die Bekenner dieser Lehre, den Titel ‚katholische Christen’ anzunehmen, und da wir alle anderen für ausschweifende Wahnsinnige erachten, brandmarken wir sie mit dem schmählichen Namen ‚Ketzer’ und erklären, dass ihre Konventikel nicht länger mehr den ehrwürdigen Namen ‚Kirchen’ führen dürfen. Außer dem Verdammungsurteile göttlicher Gerechtigkeit müssen sie gewärtig sein, die strengsten Strafen zu erleiden, welche unsere Obmacht, geleitet durch himmlische Weis-heit, für zweckmäßig erachten wird, ihnen zuzuerkennen.’ – Gibbon, Decline and Fall, Kap.27, Absch. 6.
Dieses Edikt wurde im Namen der Kaiser Gratian, Valentinian II. und
Theodosius erlassen. ‚So kam es, dass die Religion der ganzen römischen
Welt von zwei schwachen Knaben und einem rohen spanischen
Soldaten gehandhabt wurde.’ – Milman, ‚Kirchengeschichte’, Kap. 9,Absch. 1.
In Konstantinopel gab es bei der Thronbesteigung des Theodosius nur
so wenige Katholiken, dass sie kein Gotteshaus und auch keinen regelmäßigen
Priester hatten. (S. 331, 332)

Das Konzil von Konstantinopel
„Beim Beginn des Jahres 381 erließ Theodosius ein Edikt, nach welchem
er alle Bischöfe und anderen Geistlichen innerhalb seines Reiches,
welche sich weigern würden, das nicänische Bekenntnis zu unterschreiben,
verbannte. Ein Offizier musste mit einer bewaffneten Truppenmacht dafür
sorgen, dass das Edikt in allen Provinzen des Ostens durchgeführt wurde.
Nachdem er so seine Religion im ganzen Reiche eingesetzt hatte, war es
sein nächstes Bemühen, diese Handlung durch ein allgemeines Konzil bestätigen
zu lassen, die Streitigkeiten, welche den Frieden der katholischen
Partei gestört, beizulegen, und den Glauben der katholischen Kirche wieder
ins Reine zu bringen. Zu diesem Endzweck wurde in demselben Jahre 381
ein allgemeines Konzil nach Konstantinopel zusammen berufen.
Dasselbe trat im Monat Mai zusammen und bestand aus einhundertsechsundachtzig
Bischöfen, von welchen einhundertfünfzig Katholiken und sechsunddreißig Macedonier waren. (S. 334)„…einhundertundfünfzig Bischöfe stellten folgendes Bekenntnis auf:
‚Wir glauben an einen Gott, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden, so wie
aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und an einen Herrn Jesum Christum,
den eingeborenen Sohn Gottes, gezeugt vom Vater vor aller Zeit, Licht vom Licht, wahrer Gott gezeugt, nicht erschaffen, von gleicher Materie mit dem Vater, von dem alle
Dinge geschaffen worden sind; der für uns Menschen und für unsere Erlösung vom Himmel herabkam, der, durch die Jungfrau Maria von dem Heiligen Geiste empfangen, Mensch wurde; welcher unter Pontius Pilatus gekreuzigt litt und begraben wurde, und am dritten Tage nach der Schrift wieder auferstand, aufgefahren ist gen Himmel und sitzt zur Rechten des Vaters, von dannen er wiederkommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten; und dessen Reich kein Ende nehmen wird. Und wir glauben an den Heiligen Geist, den Herrn und Geber des Lebens, der vom Vater ausgeht; der mit dem Vater und dem Sohn zusammen angebetet und gepriesen wird; der durch die Propheten geredet hat. Und an eine heilige katholische und apostolische Kirche. Wir glauben an eine Taufe zur Vergebung der Sünden; wir hoffen auf die Auferstehung der Toten und ein ewiges Leben. Amen. `“ (S.338)
Bis zu dieser Zeit ging es in dem Streit hauptsächlich um die Beziehung
zwischen dem Vater und seinem Sohn. In diesem neuen
Glaubensbekenntnis wurde jedoch nun der heilige Geist als ein drittes,
eigenständiges Wesen hinzugefügt. So wurde die Trinitätslehre
zum ersten Mal in einem Glaubensbekenntnis vorgestellt. Obwohl
sie von der Mehrheit gewählt wurde, weigerten sich viele, der katholischen
Kirche bezüglich dieser Lehre zuzustimmen.
„Es wird wohl niemand die Evangelikalen deswegen anklagen wollen,
dass sie vor der päpstlichen Trinitätslehre zurückschreckten, wo uns doch
die Geschichte zeigt, dass ihre Ansichten stark genug waren, zwei Päpste
zu veranlassen, Edikte zu unterschrieben, die gegen die Methode des Papsttums
hinsichtlich Nicäa waren.“ (Benjamin G. Wilkinson, ‚Truth Triumphant’,S. 93)
„Diejenigen, die vor den extremen Spekulationen und Schlussfolgerungen
der sog. Trinitarier zurückschreckten, glaubten dem Wort in 5. Mose
29,28: ‚Was verborgen ist, ist des Herrn, unseres Gottes; was aber offenbart
ist, das gilt uns und unseren Kindern ewiglich.’“ (Ebd., S. 93, 94)
Die Waldenser-Christen, die während dem dunklen Zeitalter das
wahre Evangelium bewahrten, glaubten nicht an die Trinitätslehre.
„Kein Wunder, dass die Kelten, Goten, Waldenser, die Armenischen
Kirchen und die große Kirche des Ostens, zusammen mit vielen anderen
Gemeinden, dem Papsttum gänzlich widersprachen, wenn es um dessen
metaphysische Auffassung von der Trinität und konsequenterweise auch
die Wichtigkeit der zehn Gebote ging.“ (Ebd., S. 94)
„Während Claude glaubte, dass Christus von Natur aus göttlich ist, weigerte
er sich offensichtlich vehement gegen die extremen Spekulationen
über die Gottheit, die auf dem ersten Konzil von Nicäa formuliert wurden.
Das taten auch die meisten evangelikalen Gemeinden, die sich gegen die
Kirche Roms stellten.“ (Ebd., S. 222)
Diejenigen, die die Trinitätslehre verwarfen, taten es, weil sie viele
andere Lehren zerstört.
„Sie [die Trinitätslehre] hatte jedoch derart große Auswirkungen auf
die anderen Lehren rund um den Erlösungsplan und auch auf die äußerlichen
Anbetungshandlungen, dass eine riesige Kluft zwischen dem Papsttum
und den Einrichtungen der Kirche, die Patrick in Irland gegründet hatte,
entstand.“ (Ebd., S. 92)

Die zentrale Lehre des katholischen Glaubens
„Die brennende Frage der Jahrzehnte nach dem Konzil von Nicäa lautete,
wie man die Beziehung der drei Personen der Gottheit, Vater, Sohn und
Heiliger Geist, ausdrücken sollte. Das Konzil hatte entschieden, und das
Papsttum beanspruchte diese Entscheidung als seine eigene.“ (Ebd., S. 91)
Dass die Trinitätslehre vom Papsttum formuliert wurde, gibt es
selbst seitdem offen zu.
„Das Geheimnis der Trinität ist die zentrale Lehre des katholischen
Glaubens. Auf ihr bauen alle anderen Lehren der Kirche auf. … Die Kirche
studierte dieses Mysterium mit größter Sorgfalt und entschied nach vier
Jahrzehnten der Klärung diese Lehre folgendermaßen auszudrücken: Die
Einheit der Gottheit besteht aus drei Personen – dem Vater, dem Sohn und
dem Heiligen Geist…“ (Handbuch für den heutigen Katholiken, S. 11)
„Unsere Gegner [Protestanten] behaupten manchmal, dass keine Lehre
dogmatisch gehalten werden dürfe, welche in der Bibel nicht explizit dargelegt
wird (und ignorieren dabei, dass nur durch die Autorität der Kirche
gewisse Evangelien als wahr und andere als unwahr erachtet werden). Dabei
haben die protestantischen Kirchen selbst solche Dogmen angenommen,
wie die Trinität, wofür wir keine genaue Autorität in den
Evangelien finden können…“ (Life Magazine, 30. Oktober 1950)
Die katholische Kirche eignete sich die Trinitätslehre nicht aus
der Bibel an, sondern adoptierte sie von den heidnischen Religionen.
„Die Platonische Trinität, die nichts anderes ist als eine neue Aufmachung
antiker Trinitäten, die man auf frühere Völker zurückdatieren kann,
scheint die rational-philosophische Trinität von Eigenschaften zu sein, welche
zur Geburt der von den christlichen Kirchen gelehrten drei Hypostasen
oder göttlichen Personen führte. … Die Auffassung von der göttlichen Trinität
dieses griechischen Philosophen [Plato, 4. Jahrhundert v. Chr.] …
findet sich in allen antiken [heidnischen] Religionen wieder.“ (Paris,
1865-1870, Nouveau Dictionnaire Universel, von M. Lachatre, Bd. 2, S.1467)

Zeugnisse früher Kirchenautoren
Justin Martyr zitiert Sprüche 8, 22.25 und bezieht sich in folgendem
Zitat auf Christus:
„Der Herr hat mich schon gehabt im Anfang seiner Wege, ehe er etwas
schuf, von Anbeginn her. … Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den
Hügeln ward ich geboren.“ Er fügt hinzu: „Ihr vernehmt also, liebe Zuhörer,
die Bibel erklärt, dass dieser Nachkomme noch vor allen geschaffenen
Dingen vom Vater geboren wurde; und dass der, welcher geboren
ist, sich numerisch von dem unterscheidet, der geboren hat, wird jeder
zugeben müssen.“ (Justin Martyr, Dialog mit Trypho, Kap. CXXIX)
Irenäus von Lyons schrieb:

„Denn die Kirche, obgleich zerstreut in der ganzen Welt und sogar bis
an die Enden der Welt, hat von den Aposteln und von ihren Jüngern den
Glauben an einen Gott, den allmächtigen Vater, den Schöpfer des Himmels
und der Erde und des Meeres und alles was darin ist und an einen
Jesus Christus, den Sohn Gottes, überliefert bekommen.“
(Gegen Irrlehren, 1:10:1, 189 n. Chr.)

Tertullian schrieb:
„Wir glauben in der Tat, dass es nur einen einzigen Gott gibt, aber wir
glauben auch, dass es unter diesem Dispens, oder wie wir es ausdrücken,
oikonomia, auch einen Sohn dieses einzigen Gottes gibt, sein Wort, das
aus ihm hervorkam und durch den alle Dinge geschaffen sind und ohne den
nichts gemacht ist, was gemacht ist.“ (Gegen Praxeas 2, 216 n. Chr.)

Origenes schrieb:
„Die besonderen Punkte, die uns durch die Predigten der Apostel klar
übermittelt sind, sind diese: Zuerst, dass es einen Gott gibt, der alle Dinge
geschaffen und geordnet hat, und der, als noch nichts existierte, alle Dinge
ins Dasein rief; und dass dieser Gott in dem letzten Zeitabschnitt den Herrn
Jesus Christus sandte, wie er es durch die Propheten zuvor verheißen hatte.
Zweitens, dass Jesus Christus selbst, der zur Erde kam, vor dem Dasein
aller Geschöpfe vom Vater geboren wurde; und danach dem Vater bei
der Erschaffung aller Dinge zur Seite stand.“ (Die Grundlehren, 1:0:4, 225
n. Chr.)

Novatian schrieb:
„Gott der Vater, Ursprung und Schöpfer aller Dinge, der allein keinen
Anfang kennt, der unsichtbar, unermesslich, unsterblich und ewig ist, ist
ein Gott. Weder seine Größe, Majestät noch seine Macht könnten jemals
überstiegen werden – wobei das Wort ‚überstiegen’ völlig unangebracht ist,
denn sie können mit nichts verglichen werden. Aus ihm… wurde das
Wort geboren, nämlich sein Sohn… Und der Letztere, da er vom Vater
geboren wurde, ist immer in dem Vater. Und ich betone immer… Er, der
vor aller Zeit existiert, muss immer in dem Vater gewesen sein, denn es
kann nicht von dem, der vor aller Zeit existiert, im Zusammenhang mit Zeit
gesprochen werden… Zweifellos ist er (der Sohn) Gott, der aus Gott hervorkam
und als Sohn eine zweite Person nach dem Vater darstellt, jedoch
nichts von der Tatsache wegnimmt, dass der Vater der allein wahre Gott
ist.“ (Abhandlung über die Trinität 31, 235 n. Chr.)

Epiphanius von Salamis schrieb:
„Wir glauben an einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer aller
sichtbarer und unsichtbarer Dinge; und an einen Herrn, Jesus Christus,
den Sohn Gottes, geboren von Gott dem Vater, eingeboren, d. h. von
der Substanz des Vaters; Gott von Gott, Licht von Licht, wahrer Gott vom
wahren Gott; geboren, nicht geschaffen;…“ (Der gut verankerte Mensch
120, 374 n. Chr.)

St. Patrick schrieb:
„Es gibt keinen anderen Gott, es gab auch nie zuvor einen anderen
und wird auch in Zukunft keinen anderen geben, außer Gott dem Vater,
welcher ungezeugt und ohne Anfang ist, der Ursprung von allem, der –
wie wir sagen – alle Dinge aufrecht erhält und seinen Sohn Jesus Christus…“
(Das Bekenntnis des St. Patrick 4, 452 n. Chr.)
Das Bekenntnis der frühen Kirchenautoren legt deutlich dar, dass
das Konzept der Trinität der Christenheit bis zu der Zeit, als es auf
dem Konzil von Nicäa angenommen wurde, völlig unbekannt war.
Seit jener Zeit erlebte diese Lehre einige Veränderungen, bis sie
schließlich zur zentralen Lehre des katholischen Glaubens geworden
ist. Protestanten behaupten frei von jeglicher katholischen Tradition
zu sein, dennoch halten die meisten protestantischen Kirchen
und Gemeinden zusammen mit vielen anderen katholischen Lehren
an der Trinitätslehre fest, obwohl sie dafür keinen einzigen klaren
Vers aus der Bibel aufzeigen können.
Viele Menschen würden dir gerne weismachen, dass die Trinitätslehre
schon immer ein Teil der christlichen Lehren war. Wie wir
jedoch eindeutig gesehen haben, wurde diese Lehre lange nach
dem Tod Christi und seiner Apostel von der katholischen Kirche adoptiert.
Es ist ebenso klar, dass die frühen Christen diese Lehre
nicht kannten.
Von Anbeginn an, bis zu den Tagen Jesu und danach, haben die
Gläubigen Gottes geglaubt, dass Christus vor aller Zeit aus dem
Vater hervorkam (vom Vater geboren wurde), und dass Gott, seinen
Sohn für uns dahingab. „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben,
nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannes
3,16) Das war der Glaube der Apostel, das war der Glaube,
den Gottes Volk bis zum vierten Jahrhundert hielt; das war der
Glaube, den Gottes Volk in der Wildnis, während dem dunklen Zeitalter
bewahrte; und das ist auch der Glaube, an dem Gottes wahre
Gemeinde bei der Wiederkunft Christi festhalten wird.
„Als grundlegende Irrlehren, könnten wir zusammen mit diesem gefälschten
Sabbat auch noch andere Irrlehren einstufen, welche der Protestantismus
von der katholischen Kirche übernommen hat, wie z.B. die Besprengungstaufe,
die Trinität, das Bewusstsein der Toten und das ewige
Leben im Fegefeuer. Der Großteil derer, die an diesen grundlegenden Irrlehren
festhalten, tun es mit Sicherheit aus Unwissenheit. Kann man jedoch
annehmen, dass die Gemeinde Christi diese Irrlehren bis zum Hereinbrechen
des jüngsten Tages mit sich herumtragen wird? Das glauben wir
nicht!“ (James White, Review and Herald, 12. September 1854)
Lass uns diese grundlegende Irrlehre der Trinität, die nicht weiter,
als bis zum vierten Jahrhundert zurückverfolgt werden kann – außer
man wendet sich zu den heidnischen Religionen – verwerfen. Ich
bete, dass du auf der Seite der wenigen, treuen Gläubigen stehen
wirst, welche diese unbiblische Lehre verwerfen. Nicht, weil ich im
Widerspruch zur katholischen Kirche stehen möchte, sondern, weil
diese Lehre negative Auswirkungen auf unser Verständnis von der
Versöhnung und vielen anderen Teilen unseres christlichen Glaubens
hat.
„Denn mein Volk tut eine zweifache Sünde: mich,
die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich
Zisternen, die doch rissig sind und kein Wasser geben.“
(Jeremia 2,13)