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Rekonstruktion und Gattung von Q


Rekonstruktion und Gattung von Q
Die Logienquelle Q von Prof. Paul Hoffmann

(Die Zitation erfolgt nach Lk mit dem Kürzel Q)

Gerichtspredigt des Täufers 3,7-9. 16b.17
3,7 Da sprach Johannes zu der Menge, die hinausging,
um sich von ihm taufen zu lassen: Ihr Schlangenbrut,
wer hat denn euch gewiß gemacht, daß ihr dem künftigen
Zorn entrinnen werdet?
3,8 Seht zu, bringt rechtschaffene Früchte der
Buße; und nehmt euch nicht vor zu sagen: Wir haben
Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann
dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken.
3,9 Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel
gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt,
wird abgehauen und ins Feuer geworfen.
3,16 antwortete Johannes und sprach zu allen:
Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber einer,
der ist stärker als ich, und ich bin nicht wert,
daß ich ihm die Riemen seiner Schuhe löse; der
wird euch mit dem heiligen Geist und mit Feuer taufen.
3,17 In seiner Hand ist die Worfschaufel, und
er wird seine Tenne fegen und wird den Weizen in
seine Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit
unauslöschlichem Feuer verbrennen.

Taufe und Versuchung Jesu: 3,21f; 4,1-13
3,21 Und es begab sich, als alles Volk sich taufen
ließ und Jesus auch getauft worden war und betete,
da tat sich der Himmel auf,
3,22 und der heilige Geist fuhr hernieder
auf ihn in leiblicher Gestalt wie eine Taube, und
eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein
lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.
4,1 Jesus aber, voll heiligen Geistes, kam zurück
vom Jordan und wurde vom Geist in die Wüste geführt
4,2 und vierzig Tage lang von dem Teufel versucht.
Und er aß nichts in diesen Tagen, und als sie ein
Ende hatten, hungerte ihn.
4,3 Der Teufel aber sprach zu ihm: Bist du Gottes
Sohn, so sprich zu diesem Stein, daß er Brot werde.
4,4 Und Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben
(5. Mose 8,3): »Der Mensch lebt nicht allein vom Brot.«*
4,5 Und der Teufel führte ihn hoch hinauf und
zeigte ihm alle Reiche der Welt in einem Augenblick
4,6 und sprach zu ihm: Alle diese Macht will ich
dir geben und ihre Herrlichkeit; denn sie ist mir
übergeben, und ich gebe sie, wem ich will.
4,7 Wenn du mich nun anbetest, so soll sie ganz
dein sein.
4,8 Jesus antwortete ihm und sprach: Es steht
geschrieben (5. Mose 6,13): »Du sollst den Herrn,
deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.«
4,9 Und er führte ihn nach Jerusalem und stellte
ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm:
Bist du Gottes Sohn, so wirf dich von hier hinunter;
4,10 denn es steht geschrieben (Psalm 91,11.12):
»Er wird seinen Engeln deinetwegen befehlen, daß
sie dich bewahren.
4,11 Und sie werden dich auf den Händen tragen,
damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.«
4,12 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist
gesagt (5. Mose 6,16): »Du sollst den Herrn, deinen
Gott, nicht versuchen.«
4,13 Und als der Teufel alle Versuchungen
vollendet hatte, wich er von ihm eine Zeitlang.

Jesu erste Rede: 6,20b-23.27-38.41-49
6,20 Und er hob seine Augen auf über seine Jünger
und sprach: Selig seid ihr Armen; denn das
Reich Gottes ist euer.
6,21 Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert; denn
ihr sollt satt werden. Selig seid ihr, die ihr
jetzt weint; denn ihr werdet lachen.
6,22 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen
und euch ausstoßen und schmähen und verwerfen euren
Namen als böse um des Menschensohnes willen.
6,23 Freut euch an jenem Tage und springt vor
Freude; denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel.
Denn das gleiche haben ihre Väter den Propheten getan.
6,27 Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Liebt
eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen;
6,28 segnet, die euch verfluchen; bittet für die,
die euch beleidigen.
6,29 Und wer dich auf die eine Backe schlägt,
dem biete die andere auch dar; und wer dir den
Mantel nimmt, dem verweigere auch den Rock nicht.
6,30 Wer dich bittet, dem gib; und wer dir das
Deine nimmt, von dem fordere es nicht zurück.
6,31 Und wie ihr wollt, daß euch die Leute tun
sollen, so tut ihnen auch!
6,32 Und wenn ihr die liebt, die euch lieben,
welchen Dank habt ihr davon? Denn auch die Sünder
lieben ihre Freunde.
6,33 Und wenn ihr euren Wohltätern wohltut, welchen
Dank habt ihr davon? Denn die Sünder tun dasselbe auch.
6,34 Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr etwas
zu bekommen hofft, welchen Dank habt ihr davon?
Auch die Sünder leihen den Sündern, damit sie das
Gleiche bekommen.
6,35 Vielmehr liebt eure Feinde; tut Gutes und
leiht, wo ihr nichts dafür zu bekommen hofft. So
wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder
des Allerhöchsten sein; denn er ist gütig gegen
die Undankbaren und Bösen.
6,36 Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.
6,37 Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht
gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht
verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben.
6,38 Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes,
gerütteltes und überfließendes Maß wird man in
euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit
dem ihr meßt, wird man euch wieder messen.
6,41 Was siehst du aber den Splitter in deines
Bruders Auge, und den Balken in deinem Auge nimmst
du nicht wahr?
6,42 Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt
still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem
Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken
in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken
aus deinem Auge und sieh dann zu, daß du den Splitter
aus deines Bruders Auge ziehst!
6,43 Denn es gibt keinen guten Baum, der faule
Frucht trägt, und keinen faulen Baum, der gute
Frucht trägt.
6,44 Denn jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht
erkannt. Man pflückt ja nicht Feigen von den Dornen,
auch liest man nicht Trauben von den Hecken.
6,45 Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus
dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser
bringt Böses hervor aus dem bösen. Denn wes das
Herz voll ist, des geht der Mund über.
6,46 Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut
nicht, was ich euch sage?
6,47 Wer zu mir kommt und hört meine Rede und
tut sie - ich will euch zeigen, wem er gleicht.
6,48 Er gleicht einem Menschen, der ein Haus baute
und grub tief und legte den Grund auf Fels. Als
aber eine Wasserflut kam, da riß der Strom an dem
Haus und konnte es nicht bewegen; denn es war gut
gebaut.
6,49 Wer aber hört und nicht tut, der gleicht
einem Menschen, der ein Haus baute auf die Erde,
ohne Grund zu legen; und der Strom riß an ihm und
es fiel gleich zusammen, und sein Einsturz war groß.

Der Glaube eines Heiden: 7,1-10
7,1 Nachdem Jesus seine Rede vor dem Volk vollendet
hatte, ging er nach Kapernaum.
7,2 Ein Hauptmann aber hatte einen Knecht, der
ihm lieb und wert war; der lag todkrank.
7,3 Als er aber von Jesus hörte, sandte er die
Ältesten der Juden zu ihm und bat ihn, zu kommen
und seinen Knecht gesund zu machen.
7,4 Als sie aber zu Jesus kamen, baten sie ihn
sehr und sprachen: Er ist es wert, daß du ihm die
Bitte erfüllst;
7,5 denn er hat unser Volk lieb, und die Synagoge
hat er uns erbaut.
7,6 Da ging Jesus mit ihnen. Als er aber nicht
mehr fern von dem Haus war, sandte der Hauptmann
Freunde zu ihm und ließ ihm sagen: Ach Herr, bemühe
dich nicht; ich bin nicht wert, daß du unter mein
Dach gehst;
7,7 darum habe ich auch mich selbst nicht für
würdig geachtet, zu dir zu kommen; sondern sprich
ein Wort, so wird mein Knecht gesund.
7,8 Denn auch ich bin ein Mensch, der Obrigkeit
untertan, und habe Soldaten unter mir; und wenn
ich zu einem sage: Geh hin!, so geht er hin; und
zu einem andern: Komm her!, so kommt er; und zu
meinem Knecht: Tu das!, so tut er's.
7,9 Als aber Jesus das hörte, wunderte er sich
über ihn und wandte sich um und sprach zu dem Volk,
das ihm nachfolgte: Ich sage euch: Solchen Glauben
habe ich in Israel nicht gefunden.
7,10 Und als die Boten wieder nach Hause kamen,
fanden sie den Knecht gesund.

Täufer und Jesus: 7,18-28; (16,16?) 7.31-35
7,18 Und die Jünger des Johannes verkündeten ihm
das alles. Und Johannes rief zwei seiner Jünger
zu sich
7,19 und sandte sie zum Herrn und ließ ihn fragen:
Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir auf
einen andern warten?
7,20 Als aber die Männer zu ihm kamen, sprachen
sie: Johannes der Täufer hat uns zu dir gesandt
und läßt dich fragen: Bist du, der da kommen soll,
oder sollen wir auf einen andern warten?
7,21 Zu der Stunde machte Jesus viele gesund von
Krankheiten und Plagen und bösen Geistern, und
vielen Blinden schenkte er das Augenlicht.
7,22 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen:
Geht und verkündet Johannes, was ihr gesehen und
gehört habt: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige
werden rein, Taube hören, Tote stehen auf, Armen
wird das Evangelium gepredigt;
7,23 und selig ist, wer sich nicht ärgert an mir.
7,24 Als aber die Boten des Johannes fortgingen,
fing Jesus an, zu dem Volk über Johannes zu reden:
Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen?
Wolltet ihr ein Rohr sehen, das vom Wind bewegt wird?
7,25 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen?
Wolltet ihr einen Menschen sehen in weichen Kleidern?
Seht, die herrliche Kleider tragen und üppig leben,
die sind an den königlichen Höfen.
7,26 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen?
Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage
euch: Er ist mehr als ein Prophet.
7,27 Er ist's, von dem geschrieben steht (Maleachi
3,1): »Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her,
der deinen Weg vor dir bereiten soll.«
7,28 Ich sage euch, daß unter denen, die von einer
Frau geboren sind, keiner größer ist als Johannes;
der aber der Kleinste ist im Reich Gottes, der
ist größer als er.
7,31 Mit wem soll ich die Menschen dieses Geschlechts
vergleichen, und wem sind sie gleich?
7,32 Sie sind den Kindern gleich, die auf dem
Markt sitzen und rufen einander zu: Wir haben euch
aufgespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben
Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint.
7,33 Denn Johannes der Täufer ist gekommen und
aß kein Brot und trank keinen Wein; so sagt
ihr: Er ist besessen.
7,34 Der Menschensohn ist gekommen, ißt und trinkt;
so sagt ihr: Siehe, dieser Mensch ist ein Fresser
und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder!

7,35 Und doch ist die Weisheit gerechtfertigt
worden von allen ihren Kindern.

Missionsinstruktion: 9,57-60; 10,2-16.21-24
9,57 Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer
zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst.
9,58 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben
Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester;
aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt
hinlege.
9,59 Und er sprach zu einem andern: Folge mir
nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, daß ich
zuvor hingehe und meinen Vater begrabe.
9,60 Aber Jesus sprach zu ihm: Laß die Toten ihre
Toten begraben; du aber geh hin und verkündige
das Reich Gottes!
10,2 und sprach zu ihnen: Die Ernte ist groß,
der Arbeiter aber sind wenige. Darum bittet den
Herrn der Ernte, daß er Arbeiter aussende in seine
Ernte.
10,3 Geht hin; siehe, ich sende euch wie Lämmer
mitten unter die Wölfe.
10,4 Tragt keinen Geldbeutel bei euch, keine
Tasche und keine Schuhe, und, grüßt niemanden
unterwegs.
10,5 Wenn ihr in ein Haus kommt, sprecht zuerst:
Friede sei diesem Hause!
10,6 Und wenn dort ein Kind des Friedens ist,
so wird euer Friede auf ihm ruhen; wenn aber nicht,
so wird sich euer Friede wieder zu euch wenden.
10,7 In demselben Haus aber bleibt, eßt und trinkt,
was man euch gibt; denn ein Arbeiter ist seines
Lohnes wert. Ihr sollt nicht von einem Haus zum
andern gehen.
10,8 Und wenn ihr in eine Stadt kommt, und sie
euch aufnehmen, dann eßt, was euch vorgesetzt wird,
10,9 und heilt die Kranken, die dort sind, und
sagt ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen.
10,10 Wenn ihr aber in eine Stadt kommt, und sie
euch nicht aufnehmen, so geht hinaus auf ihre Straßen
und sprecht:
10,11 Auch den Staub aus eurer Stadt, der sich
an unsre Füße gehängt hat, schütteln wir ab auf
euch. Doch sollt ihr wissen: das Reich Gottes ist
nahe herbeigekommen.
10,12 Ich sage euch: Es wird Sodom erträglicher
ergehen an jenem Tage als dieser Stadt.
10,13 Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Denn
wären solche Taten in Tyrus und Sidon geschehen,
wie sie bei euch geschehen sind, sie hätten längst
in Sack und Asche gesessen und Buße getan.
10,14 Doch es wird Tyrus und Sidon erträglicher
ergehen im Gericht als euch.
10,15 Und du, Kapernaum, wirst du bis zum Himmel
erhoben werden? Du wirst bis in die Hölle hinuntergestoßen
werden.
10,16 Wer euch hört, der hört mich; und wer euch
verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet,
der verachtet den, der mich gesandt hat.
10,21 Zu der Stunde freute sich Jesus im heiligen
Geist und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr
des Himmels und der Erde, weil du dies den
Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den
Unmündigen offenbart. Ja, Vater, so hat es dir
wohlgefallen.
10,22 Alles ist mir übergeben von meinem Vater.
Und niemand weiß, wer der Sohn ist, als nur der
Vater, noch, wer der Vater ist, als nur der Sohn
und wem es der Sohn offenbaren will.
10,23 Und er wandte sich zu seinen Jüngern und
sprach zu ihnen allein: Selig sind die Augen,
die sehen, was ihr seht.
10,24 Denn ich sage euch: Viele Propheten
und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben's
nicht gesehen, und hören, was ihr hört, und haben's
nicht gehört.

Gebetsunterweisung: 11,2-4.9-13
11,2 Er aber sprach zu ihnen: Wenn ihr betet,
so sprecht: Vater! Dein Name werde geheiligt. Dein
Reich komme.
11,3 Unser tägliches Brot gib uns Tag für Tag
11,4 und vergib uns unsre Sünden; denn auch wir
vergeben allen, die an uns schuldig werden. Und
führe uns nicht in Versuchung.
11,9 Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch
gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet
an, so wird euch aufgetan.
11,10 Denn wer da bittet, der empfängt; und wer
da sucht, der findet; und wer da anklopft,
dem wird aufgetan.
11,11 Wo ist unter euch ein Vater, der seinem
Sohn, wenn der ihn um einen Fisch bittet, eine
Schlange für den Fisch biete?
11,12 oder der ihm, wenn er um ein Ei bittet,
einen Skorpion dafür biete?
11,13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern
gute Gaben geben könnt, wieviel mehr wird der Vater
im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn
bitten!

Jesu Dämonenaustreibungen: 11,14-26
11,14 Und er trieb einen bösen Geist aus, der
war stumm. Und es geschah, als der Geist ausfuhr,
da redete der Stumme. Und die Menge verwunderte sich.
11,15 Einige aber unter ihnen sprachen: Er treibt
die bösen Geister aus durch Beelzebul, ihren Obersten.
11,16 Andere aber versuchten ihn und forderten
von ihm ein Zeichen vom Himmel.
11,17 Er aber erkannte ihre Gedanken und sprach
zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins
ist, wird verwüstet, und ein Haus fällt über das andre.
11,18 Ist aber der Satan auch mit sich selbst
uneins, wie kann sein Reich bestehen? Denn ihr
sagt, ich treibe die bösen Geister aus durch Beelzebul.
11,19 Wenn aber ich die bösen Geister durch Beelzebul
austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus?
Darum werden sie eure Richter sein.
11,20 Wenn ich aber durch Gottes Finger die
bösen Geister austreibe, so ist ja das Reich Gottes
zu euch gekommen.
11,21 Wenn ein Starker gewappnet seinen Palast
bewacht, so bleibt, was er hat, in
Frieden.
11,22 Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und
überwindet ihn, so nimmt er ihm seine Rüstung,
auf die er sich verließ, und verteilt die Beute.
11,23 Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich;
und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.
11,24 Wenn der unreine Geist von einem Menschen
ausgefahren ist, so durchstreift er dürre Stätten,
sucht Ruhe und findet sie nicht; dann spricht er:
Ich will wieder zurückkehren in mein Haus, aus
dem ich fortgegangen bin.
11,25 Und wenn er kommt, so findet er's gekehrt
und geschmückt.
11,26 Dann geht er hin und nimmt sieben andre
Geister mit sich, die böser sind als er selbst;
und wenn sie hineinkommen, wohnen sie darin,
und es wird mit diesem Menschen hernach ärger
als zuvor.

Gegen „dieses Geschlecht“: 11,29-35.39-44.46.52.47-51
11,29 Die Menge aber drängte herzu. Da fing er
an und sagte: Dies Geschlecht ist ein böses Geschlecht;
es fordert ein Zeichen, aber es wird ihm kein
Zeichen gegeben werden als nur das Zeichen des Jona.
11,30 Denn wie Jona ein Zeichen war für die Leute
von Ninive, so wird es auch der Menschensohn sein
für dieses Geschlecht.
11,31 Die Königin vom Süden wird auftreten beim
Jüngsten Gericht mit den Leuten dieses Geschlechts
und wird sie verdammen; denn sie kam vom Ende
der Welt, zu hören die Weisheit Salomos. Und siehe,
hier ist mehr als Salomo.
11,32 Die Leute von Ninive werden auftreten beim
Jüngsten Gericht mit diesem Geschlecht und werden's
verdammen; denn sie taten Buße nach der Predigt
des Jona. Und siehe, hier ist mehr als Jona.
11,33 Niemand zündet ein Licht an und setzt es
in einen Winkel, auch nicht unter einen Scheffel,
sondern auf den Leuchter, damit, wer hineingeht,
das Licht sehe.
11,34 Dein Auge ist das Licht des Leibes. Wenn
nun dein Auge lauter ist, so ist dein ganzer Leib
licht; wenn es aber böse ist, so ist auch dein
Leib finster.
11,35 So schaue darauf, daß nicht das Licht in
dir Finsternis sei.
11,39 Der Herr aber sprach zu ihm: Ihr Pharisäer,
ihr haltet die Becher und Schüsseln außen rein;
aber euer Inneres ist voll Raubgier und Bosheit.
11,40 Ihr Narren, hat nicht der, der das Äußere
geschaffen hat, auch das Innere geschaffen?
11,41 Gebt doch, was drinnen ist, als Almosen,
siehe, dann ist euch alles rein.
11,42 Aber weh euch Pharisäern! Denn ihr gebt
den Zehnten von Minze und Raute und allerlei Gemüse,
aber am Recht und an der Liebe Gottes geht
ihr vorbei. Doch dies sollte man tun und jenes
nicht lassen.
11,43 Weh euch Pharisäern! Denn ihr sitzt
gern obenan in den Synagogen und wollt gegrüßt
sein auf dem Markt.
11,44 Weh euch! Denn ihr seid wie die verdeckten
Gräber, über die die Leute laufen, und wissen es nicht.
11,46 Er aber sprach: Weh auch euch Schriftgelehrten!
Denn ihr beladet die Menschen mit unerträglichen
Lasten, und ihr selbst rührt sie nicht mit einem
Finger an.
11,52 Weh euch Schriftgelehrten! Denn ihr habt
den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst
seid nicht hineingegangen und habt auch denen gewehrt,
die hinein wollten.
11,47 Weh euch! Denn ihr baut den Propheten Grabmäler;
eure Väter aber haben sie getötet.
11,48 So bezeugt ihr und billigt die Taten eurer
Väter; denn sie haben sie getötet; und ihr baut
ihnen Grabmäler!
11,49 Darum spricht die Weisheit Gottes: Ich will
Propheten und Apostel zu ihnen senden, und einige
von ihnen werden sie töten und verfolgen,
11,50 damit gefordert werde von diesem Geschlecht
das Blut aller Propheten, das vergossen ist seit
Erschaffung der Welt,
11,51 von Abels Blut an bis hin zum Blut des Secharja,
der umkam zwischen Altar und Tempel. Ja, ich sage
euch: Es wird gefordert werden von diesem Geschlecht.

Jüngermahnungen: 12,2-12.22-34.39-46.51-59
12,2 Es ist aber nichts verborgen, was nicht
offenbar wird, und nichts geheim, was man nicht
wissen wird.
12,3 Darum, was ihr in der Finsternis sagt, das
wird man im Licht hören; und was ihr ins Ohr flüstert
in der Kammer, das wird man auf den Dächern predigen.
12,4 Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet
euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach
nichts mehr tun können.
12,5 Ich will euch aber zeigen, vor wem ihr euch
fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der, nachdem
er getötet hat, auch Macht hat, in die Hölle zu
werfen. Ja, ich sage euch, vor dem fürchtet euch.
12,6 Verkauft man nicht fünf Sperlinge für zwei
Groschen? Dennoch ist vor Gott nicht einer von
ihnen vergessen.
12,7 Aber auch die Haare auf eurem Haupt sind
alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid
besser als viele Sperlinge.
12,8 Ich sage euch aber: Wer mich bekennt vor
den Menschen, den wird auch der Menschensohn bekennen
vor den Engeln Gottes.
12,9 Wer mich aber verleugnet vor den Menschen,
der wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes.
12,10 Und wer ein Wort gegen den Menschensohn
sagt, dem soll es vergeben werden; wer aber den
heiligen Geist lästert, dem soll es nicht vergeben werden.
12,11 Wenn sie euch aber führen werden in
die Synagogen und vor die Machthaber und die Obrigkeit,

so sorgt nicht, wie oder womit ihr euch verantworten
oder was ihr sagen sollt;
12,12 denn der heilige Geist wird euch in dieser
Stunde lehren, was ihr sagen sollt.
12,22 Er sprach aber zu seinen Jüngern: Darum
sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr
essen sollt, auch nicht um euren Leib, was ihr
anziehen sollt.
12,23 Denn das Leben ist mehr als die Nahrung
und der Leib mehr als die Kleidung.
12,24 Seht die Raben an: sie säen nicht, sie ernten
auch nicht, sie haben auch keinen Keller und keine
Scheune, und Gott ernährt sie doch. Wieviel besser
seid ihr als die Vögel!
12,25 Wer ist unter euch, der, wie sehr er sich
auch darum sorgt, seines Lebens Länge eine Spanne
zusetzen könnte?
12,26 Wenn ihr nun auch das Geringste nicht vermögt,
warum sorgt ihr euch um das andre?
12,27 Seht die Lilien an, wie sie wachsen: sie
spinnen nicht, sie weben nicht. Ich sage euch aber,
daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht
gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.
12,28 Wenn nun Gott das Gras, das heute auf dem
Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird,
so kleidet, wieviel mehr wird er euch kleiden,
ihr Kleingläubigen!
12,29 Darum auch ihr, fragt nicht danach, was
ihr essen oder was ihr trinken sollt, und macht
euch keine Unruhe.
12,30 Nach dem allen trachten die Heiden in der
Welt; aber euer Vater weiß, daß ihr dessen bedürft.
12,31 Trachtet vielmehr nach seinem Reich, so
wird euch das alles zufallen.
12,32 Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn
es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich
zu geben.
12,33 Verkauft, was ihr habt, und gebt Almosen.
Macht euch Geldbeutel, die nicht veralten, einen
Schatz, der niemals abnimmt, im Himmel, wo
kein Dieb hinkommt und den keine Motten fressen.
12,34 Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer
Herz sein.
12,39 Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausherr
wüßte, zu welcher Stunde der Dieb kommt, so
ließe er nicht in sein Haus einbrechen.
12,40 Seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn
kommt zu einer Stunde, da ihr's nicht meint.
12,41 Petrus aber sprach: Herr, sagst du dies
Gleichnis zu uns oder auch zu allen?
12,42 Der Herr aber sprach: Wer ist denn der treue
und kluge Verwalter, den der Herr über seine Leute
setzt, damit er ihnen zur rechten Zeit gibt, was
ihnen zusteht?
12,43 Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn
er kommt, das tun sieht.
12,44 Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über
alle seine Güter setzen.
12,45 Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen
sagt: Mein Herr kommt noch lange nicht, und fängt
an, die Knechte und Mägde zu schlagen, auch zu
essen und zu trinken und sich vollzusaufen,
12,46 dann wird der Herr dieses Knechtes kommen
an einem Tage, an dem er's nicht erwartet, und
zu einer Stunde, die er nicht kennt, und wird ihn
in Stücke hauen lassen und wird ihm sein Teil geben
bei den Ungläubigen.
12,51 Meint ihr, daß ich gekommen bin, Frieden
zu bringen auf Erden? Ich sage: Nein, sondern Zwietracht.
12,52 Denn von nun an werden fünf in einem Hause
uneins sein, drei gegen zwei und zwei gegen drei.
12,53 Es wird der Vater gegen den Sohn sein und
der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die
Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter
gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter
gegen die Schwiegermutter.
12,54 Er sprach aber zu der Menge: Wenn ihr
eine Wolke aufsteigen seht vom Westen her, so sagt
ihr gleich: Es gibt Regen. Und es geschieht so.
12,55 Und wenn der Südwind weht, so sagt ihr:
Es wird heiß werden. Und es geschieht so.
12,56 Ihr Heuchler! Über das Aussehen der Erde
und des Himmels könnt ihr urteilen; warum aber
könnt ihr über diese Zeit nicht urteilen?
12,57 Warum aber urteilt ihr nicht auch von euch
aus darüber, was recht ist?
12,58 Denn wenn du mit deinem Gegner zum Gericht
gehst, so bemühe dich auf dem Wege, von ihm loszukommen,
damit er nicht etwa dich vor den Richter ziehe,
und der Richter überantworte dich dem Gerichtsdiener,
und der Gerichtsdiener werfe dich ins Gefängnis.
12,59 Ich sage dir: Du wirst von dort nicht herauskommen,
bis du den allerletzten Heller bezahlt hast.

Gericht über Israel: 13,18-29.34f; 14,16-24
13,18 Er aber sprach: Wem gleicht das Reich Gottes,
und womit soll ich's vergleichen?
13,19 Es gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch
nahm und in seinen Garten säte; und es wuchs und
wurde ein Baum, und die Vögel des Himmels wohnten
in seinen Zweigen.
13,20 Und wiederum sprach er: Womit soll ich das
Reich Gottes vergleichen?
13,21 Es gleicht einem Sauerteig, den eine Frau
nahm und unter einen halben Zentner Mehl mengte,
bis es ganz durchsäuert war.
13,22 Und er ging durch Städte und Dörfer und
lehrte und nahm seinen Weg nach Jerusalem.
13,23 Es sprach aber einer zu ihm: Herr, meinst
du, daß nur wenige selig werden? Er aber sprach
zu ihnen:
13,24 Ringt darum, daß ihr durch die enge
Pforte hineingeht; denn viele, das sage ich euch,
werden danach trachten, wie sie hineinkommen, und
werden's nicht können.
13,25 Wenn der Hausherr aufgestanden ist und die
Tür verschlossen hat, und ihr anfangt, draußen
zu stehen und an die Tür zu klopfen und zu sagen:
Herr, tu uns auf!, dann wird er antworten und zu
euch sagen: Ich kenne euch nicht; wo seid ihr her?
13,26 Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir
haben vor dir gegessen und getrunken, und auf unsern
Straßen hast du gelehrt.
13,27 Und er wird zu euch sagen: Ich kenne euch
nicht; wo seid ihr her? Weicht alle von mir, ihr Übeltäter!
13,28 Da wird Heulen und Zähneklappern sein,
wenn ihr sehen werdet Abraham, Isaak und Jakob
und alle Propheten im Reich Gottes, euch aber hinausgestoßen.
13,29 Und es werden kommen von Osten und von Westen,
von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen
werden im Reich Gottes.
13,34 Jerusalem, Jerusalem, die du tötest
die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt
werden, wie oft habe ich deine Kinder versammeln
wollen wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel,
und ihr habt nicht gewollt!
13,35 Seht, »euer Haus soll euch wüst gelassen
werden« (Jeremia 22,5; Psalm 69,26). Aber ich sage
euch: Ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis die
Zeit kommt, da ihr sagen werdet: Gelobt ist,
der da kommt in dem Namen des Herrn!
14,16 Er aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch,
der machte ein großes Abendmahl und lud viele dazu ein.
14,17 Und er sandte seinen Knecht aus zur Stunde
des Abendmahls, den Geladenen zu sagen: Kommt,
denn es ist alles bereit!
14,18 Und sie fingen an alle nacheinander, sich
zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich
habe einen Acker gekauft und muß hinausgehen und
ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich.
14,19 Und der zweite sprach: Ich habe fünf Gespanne
Ochsen gekauft und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen;
ich bitte dich, entschuldige mich.
14,20 Und der dritte sprach: Ich habe eine Frau
genommen; darum kann ich nicht kommen.
14,21 Und der Knecht kam zurück und sagte das
seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und
sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf
die Straßen und Gassen der Stadt und führe die
Armen, Verkrüppelten, Blinden und Lahmen herein.
14,22 Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen,
was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da.
14,23 Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus
auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige
sie hereinzukommen, daß mein Haus voll werde.
14,24 Denn ich sage euch, daß keiner der Männer,
die eingeladen waren, mein Abendmahl schmecken wird.

Nachfolgeforderungen: 14,26f; 17,33; 14,34f; 15,4-7;
16,13. (16?). 17f; 17,1-6
14,26 Wenn jemand zu mir kommt und haßt nicht
seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern
und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein.
14,27 Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt,
der kann nicht mein Jünger sein.
14,28 Denn wer ist unter euch, der einen Turm
bauen will und setzt sich nicht zuvor hin und überschlägt
die Kosten, ob er genug habe, um es auszuführen?
14,29 damit nicht, wenn er den Grund gelegt hat
und kann's nicht ausführen, alle, die es sehen,
anfangen, über ihn zu spotten,
14,30 und sagen: Dieser Mensch hat angefangen
zu bauen und kann's nicht ausführen.
14,31 Oder welcher König will sich auf einen Krieg
einlassen gegen einen andern König und setzt sich
nicht zuvor hin und hält Rat, ob er mit Zehntausend
dem begegnen kann, der über ihn kommt mit
Zwanzigtausend?
14,32 Wenn nicht, so schickt er eine Gesandtschaft,
solange jener noch fern ist, und bittet um Frieden.
14,33 So auch jeder unter euch, der sich nicht
lossagt von allem, was er hat, der kann nicht mein
Jünger sein.
17,33 Wer sein Leben zu erhalten sucht, der wird
es verlieren; und wer es verlieren wird, der wird
es gewinnen.
17,34 Ich sage euch: In jener Nacht werden zwei
auf einem Bett liegen; der eine wird angenommen,
der andere wird preisgegeben werden.
17,35 Zwei Frauen werden miteinander Korn mahlen;
die eine wird angenommen, die andere wird preisgegeben
werden.
17,37 Und sie fingen an und fragten ihn: Herr,
wo? Er aber sprach zu ihnen: Wo das Aas ist, da
sammeln sich auch die Geier.
15,4 Welcher Mensch ist unter euch, der hundert
Schafe hat und, wenn er eins von ihnen verliert,
nicht die neunundneunzig in der Wüste läßt und
geht dem verlorenen nach, bis er's findet?
15,5 Und wenn er's gefunden hat, so legt er sich's
auf die Schultern voller Freude.
15,6 Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde
und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freut euch mit
mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war.
15,7 Ich sage euch: So wird auch Freude im Himmel
sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als
über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht
bedürfen.
16,13 Kein Knecht kann zwei Herren dienen; entweder
er wird den einen hassen und den andern lieben,
oder er wird an dem einen hängen und den andern
verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem
Mammon.
16,17 Es ist aber leichter, daß Himmel und Erde
vergehen, als daß ein Tüpfelchen vom Gesetz fällt.
16,18 Wer sich scheidet von seiner Frau und heiratet
eine andere, der bricht die Ehe; und wer die von
ihrem Mann Geschiedene heiratet, der bricht auch
die Ehe.

17,1 Er sprach aber zu seinen Jüngern: Es
ist unmöglich, daß keine Verführungen kommen; aber
weh dem, durch den sie kommen!
17,2 Es wäre besser für ihn, daß man einen Mühlstein
an seinen Hals hängte und würfe ihn ins Meer, als
daß er einen dieser Kleinen zum Abfall verführt.
17,3 Hütet euch! Wenn dein Bruder sündigt, so
weise ihn zurecht; und wenn er es bereut, vergib ihm.
17,4 Und wenn er siebenmal am Tag an dir sündigen
würde und siebenmal wieder zu dir käme und spräche:
Es reut mich!, so sollst du ihm vergeben.
17,5 Und die Apostel sprachen zu dem Herrn: Stärke
uns den Glauben!
17,6 Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben hättet
so groß wie ein Senfkorn, dann könntet ihr zu diesem
Maulbeerbaum sagen: Reiß dich aus und versetze
dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen.

Eschatologischer Ausblick: 17,23-37, ^9,12-26; 22,28.30
17,23 Und sie werden zu euch sagen: Siehe, da!
oder: Siehe, hier! Geht nicht hin und lauft ihnen
nicht nach!
17,24 Denn wie der Blitz aufblitzt und leuchtet
von einem Ende des Himmels bis zum andern, so wird
der Menschensohn an seinem Tage sein.
17,25 Zuvor aber muß er viel leiden und verworfen
werden von diesem Geschlecht.
17,26 Und wie es geschah zu den Zeiten Noahs,
so wird's auch geschehen in den Tagen des Menschensohns:
17,27 sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie
ließen sich heiraten bis zu dem Tag, an dem Noah
in die Arche ging und die Sintflut kam und brachte
sie alle um.
17,28 Ebenso, wie es geschah zu den Zeiten
Lots: Sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften,
sie pflanzten, sie bauten;
17,29 an dem Tage aber, als Lot aus Sodom ging,
da regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und
brachte sie alle um.
17,30 Auf diese Weise wird's auch gehen an dem
Tage, wenn der Menschensohn wird offenbar werden.
17,31 Wer an jenem Tage auf dem Dach ist und seine
Sachen im Haus hat, der steige nicht hinunter,
um sie zu holen. Und ebenso, wer auf dem Feld ist,
der wende sich nicht um nach dem, was hinter ihm ist.
17,32 Denkt an Lots Frau!
17,33 Wer sein Leben zu erhalten sucht, der wird
es verlieren; und wer es verlieren wird, der wird
es gewinnen.
17,34 Ich sage euch: In jener Nacht werden zwei
auf einem Bett liegen; der eine wird angenommen,
der andere wird preisgegeben werden.
17,35 Zwei Frauen werden miteinander Korn mahlen;
die eine wird angenommen, die andere wird preisgegeben
werden.
17,37 Und sie fingen an und fragten ihn: Herr,
wo? Er aber sprach zu ihnen: Wo das Aas ist, da
sammeln sich auch die Geier.
19,12 Und er sprach: Ein Fürst zog in ein fernes
Land, um ein Königtum zu erlangen und dann zurückzukommen.
19,13 Der ließ zehn seiner Knechte rufen und gab
ihnen zehn Pfund und sprach zu ihnen: Handelt damit,
bis ich wiederkomme!
19,14 Seine Bürger aber waren ihm feind und schickten
eine Gesandtschaft hinter ihm her und ließen sagen:
Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche.
19,15 Und es begab sich, als er wiederkam, nachdem
er das Königtum erlangt hatte, da ließ er die Knechte
rufen, denen er das Geld gegeben hatte, um zu erfahren,
was ein jeder erhandelt hätte.
19,16 Da trat der erste herzu und sprach: Herr,
dein Pfund hat zehn Pfund eingebracht.
19,17 Und er sprach zu ihm: Recht so, du tüchtiger
Knecht; weil du im Geringsten treu gewesen
bist, sollst du Macht haben über zehn Städte.
19,18 Der zweite kam auch und sprach: Herr, dein
Pfund hat fünf Pfund erbracht.
19,19 Zu dem sprach er auch: Und du sollst über
fünf Städte sein.
19,20 Und der dritte kam und sprach: Herr, siehe,
hier ist dein Pfund, das ich in einem Tuch verwahrt habe;
19,21 denn ich fürchtete mich vor dir, weil du
ein harter Mann bist; du nimmst, was du nicht angelegt
hast, und erntest, was du nicht gesät hast.
19,22 Er sprach zu ihm: Mit deinen eigenen Worten
richte ich dich, du böser Knecht. Wußtest du, daß
ich ein harter Mann bin, nehme, was ich nicht angelegt
habe, und ernte, was ich nicht gesät habe:
19,23 warum hast du dann mein Geld nicht zur Bank
gebracht? Und wenn ich zurückgekommen wäre, hätte
ich's mit Zinsen eingefordert.
19,24 Und er sprach zu denen, die dabeistanden:
Nehmt das Pfund von ihm und gebt's dem, der zehn
Pfund hat.
19,25 Und sie sprachen zu ihm: Herr, er hat doch
schon zehn Pfund.
19,26 Ich sage euch aber: Wer da hat, dem wird
gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, wird
auch das genommen werden, was er hat.
22,28 Ihr aber seid's, die ihr ausgeharrt habt
bei mir in meinen Anfechtungen.
22,30 daß ihr essen und trinken sollt an meinem
Tisch in meinem Reich und sitzen auf Thronen
und richten die zwölf Stämme Israels.