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Das Johannesevangelium


Das Johannesevangelium
Conzelmann/Lindemann § 38
http://www.theologie-examen.de/index_erstes_examen_NT.htm

1. Gliederung und Inhalt
1) Grobgliederung: 1,1-18 Prolog + 2 Vorgeschichten in 1,19-34.35-51; Erster Hauptteil: 2-12 = Jesus öffentliches Wirken; Zweiter Hauptteil: 13-20 = Jesu Abschiedsreden im Kreis der Jünger und Ostergeschichte.
a) Prolog: spricht vom präexistenten Wort und seiner Fleischwerdung, hebt sich deutlich vom restlichen Evangelium ab. Deutliche Unterscheidung zu den synoptischen Evangelien. Johannes der Täufer = Synoptiker, aber ohne Bericht von Jesu Taufe. Berufung der ersten Jünger anders als bei Synoptikern (sind zuerst Jünger des Johannes...).
b) Erster Teil: Hochzeit zu Kana (2,1-11) = „Anfang der Zeichen“. Tempelreinigung (2,13-25) ist weit vorgezogen. Gespräch mit Nikodemus über Wiedergeburt und Pneuma (2,23-3,21). Täufer legt für Jesus Zeugnis ab (3,23-36). Auf dem Weg von Judäa nach Galiläa geht Jesus durch Samarien: Gespräch mit der Samaritanerin am Jakobsbrunnen (4,1-42) über das Wasser des Lebens („wer aber von dem Wasser trinken wird, dass ich ihm gebe, dem wird in Ewigkeit nicht dürsten“) und den Messias und die wahre Gottesverehrung. Wieder in Galiläa: Heilung des Sohnes des königlichen Beamten in Kapernaum (4,43-54, „2. Zeichen“). In Jerusalem: Heilung eines Kranken am Teich Betesda am Sabbat (5,1ff). Darauf folgt eine Rede Jesu über das Gericht und über das Zeugnis Gottes für ihn als Sohn („Die Vollmacht des Sohnes“, Das Zeugnis für den Sohn“: 5,19-47). Kap 6: Speisung der 5000, Seewandel und Jesu Rede über das Brot im Himmel + Reaktionen der Jünger (viele verlassen ihn und Petrus spricht das Bekenntnis). [ð Geographische Schwierigkeiten in 4,46-7,1: Jerusalem, auf einmal See, Galiläa, viele plädieren deshalb dafür, Kap. 5 + 6 umzustellen.] Kap 7: Auftreten und Reden Jesu auf dem Laubhüttenfest in Jerusalem und Reaktionen aus dem Volk. Kap 8: Jesus und die Ehebrecherin (sekundär), Rede Jesu im Tempel („Licht der Welt“; 8,12) und wieder unterschiedliche Reaktionen im Volk (die einen glauben an ihn, V.30, die anderen wollen ihn töten, V.40). Nach dem sich steigernden Konflikt verlässt Jesus den Tempel (V.59). Kap 9: Sechste Wundererzählung, Heilung eines Blindgeborenen am Sabbat = scharfer Konflikt mit den Pharisäern. Kap. 10 „Hirtenrede“ Jesu („Ich bin der gute Hirte“, V.11) und danach Vorwurf der Gotteslästerung. Jesus verlässt Jerusalem, Kap 11: siebte und letzte Wundererzählung = Auferweckung des Lazarus (V.25: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“) + als eine der Reaktionen Todesbeschluss des Synedriums. Kap 12: Salbung in Bethanien, Einzug Jesu in Jerusalem; immer mit unterschiedlichen Reaktionen der Juden.
c) Zweiter Teil: Kap. 13 Letztes Mahl mit Fußwaschung, Benennung des Verräters, Ankündigung der Verleugnung des Petrus, Kap 14-16,33 = Abschiedsreden, die wenige dialogische Elemente enthalten, wichtig: Verheißung des Parakleten (14,16f), Ansage des Friedens (14,27ff), in 14,31 Zäsur: Jesus fordert dazu auf wegzugehen, dann ist aber nicht vom Weg die Rede: Weinstock (15,1ff), Liebesgebot (15,9-17), Hass der Welt (15,18ff), Jesu Weggang und das Wiedersehen (16,16-33, „In der Welt habt ihr Angst...“). Kap 17: Hohepriesterliches Gebet Jesu an den Vater.
d) Passion + Ostern: Passionsgeschichte (18,1-19,42) = hautsächlich wie Synoptiker, Abweichungen = Verhör durch Hohepriester Hannas und langes Gespräch mit Pilatus. 20,1-29 = mehrere Erscheinungserzählungen: Entdeckung des leeren Grabes durch Maria Magdalena, Wettlauf des Lieblingsjüngers mit Petrus zum leeren Grab, Erscheinung vor Maria Magdalena und Jüngern. 20,30f. „Zweck des Evangeliums“. Kap. 21 (evtl. Nachtrag) = weitere Erscheinungen, See Tiberias, sinkender Petrus, Petrus und Johannes (Lieblingsjünger = Autor des Ev.).

2. Das Verhältnis zu den synoptischen Evangelien
1) Deutliche Übereinstimmungen zw. Synoptiker und Joh: Johannes d. Täufer; Tempelreinigung zwar nicht in Passion, aber sicher Entsprechung; Wundererzählung 4,46ff (Heilung eines Sohnes eines königlichen Beamtens) = Hauptmann von Kapernaum (Mt 8,5-13/Lk 7,1-10 Q); Seewandel und Speisung; Petrusbekenntnis (Joh 6,67ff = Mk 8); Salbungserzählung, Einzug in Jerusalem, Fußwaschung erinnert an Abendmahlsszene (auch sakramentalen Charakter), keine Entsprechung f. Kap 14-17. Passion sehr ähnlich, aber Jesus wird durchgängig als der Überlegene dargestellt, kaum als Opfer, er trägt sein Kreuz selbst.
2) Gemeinsames Logiengut ist gering. Parallelen mit Mk = Niederreißen des Tempels (2,19/Mk 14,58); Prophet in seiner Vaterstadt (4,44/Mk 6,4 par); Gefährdung des Lebens in der Nachfolge (12,25f/Mk 8,34f par). Parallelen zu Q = Gegenseitiges Kennen von Vater und Sohn (10,15/Lk 10,22/Mt 11,27); Sklave der nicht größer ist als der Herr (13,16/Lk 6,40/Mt 10,24), Gebetserhörung (15,7b; 16,24b/Lk 11,9/Mt 7,7).
3) Unterschiede Joh – Synoptiker
a) Jesus nicht nur einmal in Jerusalem, sondern 4-mal, jeweils aus Anlass eines Festes (2,13; 5,1; 7,10; 12,12ff) b) Jesus gebraucht nie die Form der Gleichnisrede, c) es gibt keine Streitgespräche, d) Rede vom Reich Gottes spielt bei Joh praktisch keine Rolle, e) Wundererzählungen vertreten fast alle Typen der Gattung, es fehlen aber Exorzismen. f) Kreuzigung Jesu wird anders datiert. Nach Mk stirbt Jesus an einem Freitag, 2. Tag des Passahfestes (Abendmahl = Passamahl). Nach Johannes stirbt er auch an einem Freitag, aber am „Rüsttag“, am Vorabend des Passa.
4) Johannes wusste wahrscheinliche von der Existenz des synoptischen Evangelien, in der Passionsgeschichte besteht wohl auch eine direkte literarische Beziehung. Keines der synoptischen Evangelien diente Johannes aber direkt als Quelle.

3. Die Quellenfrage
1) Passions- und Ostergeschichten: große literarische Nähe zur synoptischen Überlieferung. Möglich ist eine direkte Beziehung zur Mk-Passion, aber auch Abhängig-keit von einer vormarkinischen Passionserzählung. Zusätze: 18,34-38; 19,4-15; 19,20-27.
2) Vielfach wird angenommen, dass die 7 Wundererzählungen aus einer schriftlichen Quelle übernommen wurden. Die Wunder werden oft als „Zeichen“ bezeichnet, deshalb „Semeia-Quelle“. Bultmann sieht ein Indiz für die Existenz der Quelle in der Nummerierung der „Zeichen“ in 2,11 und 4,54. Die Zählung stimme nicht mit der jetzt bei Joh erkennbaren Darstellung überein: In 2,33 und 3,2 ist von weiteren „Zeichen“ die Rede, und sie müsse deshalb aus der Quelle übernommen worden sein. Bultmanns 2. Argument: Stichwort „shmei/on“ gehört nicht zum Wortschatz des Evangelisten. ð Lindemann: Wort taucht auch außerhalb der Wundererzählungen auf (2,18; 6,26.30 u.a.).
Lindemann lehnt Semeia-Quellen-Theorie ab. Wundererzählungen berühren sich tlw. mit Q- tlw. mit Mk-Überlieferungen, keine Joh-Bildung ð Semeia-Quelle ist nicht nachzuweisen.
3) Reden: Bultmann = aus eine Quelle vorchristlicher gnostischer Offenbarungsreden, v.a. Prolog. ð Lindemann: Prolog auf jeden Fall vorjohanneischer, aber nicht vorchristlicher Text. Andere Reden sind mit jeweiligem Kontext verbunden und weisen keine Auffälligkeiten auf. Reden sind unter Aufnahme älterer Traditionen vom Evangelisten selbst formuliert worden.

4. Literarkritische Probleme
These in der Forschung: Evangelist hat sein Werk nicht selbst vollenden und insbesondere nicht für dessen Edition sorgen können. Vielmehr gehe die jetzige Textanordnung auf einen späteren Redaktor zurück, der zugleich bestimmte Aspekte authentisch johanneischer Theologie im (groß)kirchlichen Sinn korrigiert habe (Bultmann = „kirchliche Redaktion“).
a) Reihenfolge der Erzählungen 5-7 scheint gestört zu sein: 6,1 würde nach den geographischen Angaben besser an 4,54 anschließen. Chronologie würde besser verständlich. Es ist möglich, dass der Evangelist ursprünglich Kap 5 und 6 in entgegengesetzter Abfolge geplant hatte und die jetzige Textfolge durch Blattvertauschung zustande kam. ð Blattvertauschung einer Handschrift war in der Antike und ist durchaus auch noch heute möglich (vgl. Kafka, „Der Prozess“).
Auch Kap 13-17 scheinen in Unordnung zu sein. 14,31 ist ein deutlicher Abschluss markiert, an den 18,1 sehr gut anschließen würde. Bultmann ordnet den Text neu.
ð Bultmanns These, Joh müsse gegen die Textüberlieferung rekonstruiert werde, und der so gewonnene Text sei der dann auszulegende, hat sich ungeachtet der großen Bedeutung seines Kommentar – in der Forschung nicht durchgesetzt.
b) ð W. Schmithals: mehrfache Überarbeitung des Evangeliums auf verschiedenen Stufen. Basis sei ein um 100 verfasstes „Grundevangelium“, dass sich an die aus der Synagoge ausgeschlossenen Juden- und Heidenchristen wende. Um 140 ist die Schrift zur Abwehr der sich entwickelnden gnostischen Häresie, die u.a. einen christologischen Doketismus vertrat, vom „Evangelisten“ mit deutlich antidoketischer Tendenz überarbeitet worden. Im 2. Jh. hat dann die „Lieblingsjüngerredaktion“ einen apostolische Text schaffen wollen, v.a. Beziehung zw. Petrus und dem Lieblingsjünger. Zebedaie Johannes ist zum Augenzeugen und Autor des Ev. und zum Garanten der Überlieferung gemacht worden. Dieses Joh ist dann sogleich im Kanonisierungsprozess von der Großkirche übernommen worden.
ð M. Hengel: Joh sei das Produkt einer tatsächlich vom „Lieblingsjünger“ geleiteten Schule. Unstimmigkeiten im Text stammen aus Einflussnahme der Schüler. Quellen waren Mk und Lk, mit denen die johanneische Schule kritisch umgegangen ist. Verfasser konnte sein Werk nicht mehr beenden, mussten Schüler machen.
ð H. Thyen: Literarische Einheitlichkeit v. Joh.
c) Vieles spricht für die Hypothese einer „kirchlichen Redaktion“ des Joh, die ein fertiges Evangelium überarbeitete und es dabei an einigen Stellen, wo Differenzen zu bestehen schienen, der kirchlichen Lehrtradition anzugleichen suchte. Charakter des ursprünglichen Johannes geht dadurch aber nicht verloren. Kirchliche Redaktion ist keine Zensur (Bsp. präsentische Eschatologie).
Eine Notwendigkeit den Text entgegen der Überlieferung neu zu ordnen gibt es nicht.

5. Verfasserfrage. Sprache

Verfasser:
ð 21,24 nennt den „Lieblingsjünger“ als Verfasser des Evangeliums. Gruppe um den Herausgeber des Joh will die Schrift wohl auf einen Augenzeugen zurückführen.
ð Irenäus (180): Johannes Zebedäi als Lieblingsjünger. Angesichts der erheblichen Differenzen zur übrigen Jesustradition ist es höchst unwahrscheinlich das der Verfasser des Joh ein Augenzeuge war.
ð M. Hengel: „Alter Johannes“ (vgl. 2.+3.Joh) als Verfasser, aber auch nicht plausibel.
ð Verfasser bleibt auch bei Joh anonym.
Sprache: Koine-Griechisch, zum Teil starker semitischer Einschlag. Verfasser ist mit jüdischen Traditionen vertraut. Reflektierte theologische Terminologie („ko,smoj“, „zwh,“=Leben, „fw/j“=Licht, „pisteu,ein“ werden bewusst eingesetzt).

6. Zeit und Ort der Abfassung
Abfassungszeit ist schwer zu bestimmen. Joh ist sicher jünger als synoptische Evangelien, d.h. nach 90/100, aber auch nicht viel später (drei Joh-Briefe beziehen sich schon auf Ev.). ð vor 130.
ð 9,22; 12,42; 16,2 (Hinweise auf Synagogenausschluss) wird versucht mit dem Ende des Jerusalemer Tempel zusammenzubringen, nach 70 sei die Trennung von Kirche und Synagoge und der Ausschluss der Judenchristen aus der Synagoge erfolgt. Über diese Stellen hinaus wissen wir über diesen „Synagogenausschluss“ nichts.
ð Erfahrungen, die die johanneische Gemeinde gemacht haben, lassen sich aus den oben erwähnten Texten rekonstruieren. Juden, die Jesus als Messias bekannten wurden aus der Synagoge ausgeschlossen (vgl. 9,22), oder mit dem Tode bedroht (16,2).
Abfassungsort: Ephesus ist möglich (Tradition sieht Joh dort entstanden), Syrien oder nach Joh 4 sogar Samaria.

7. Zur Theologie des Johannesevangeliums
Auch Johannes entfaltet eine narrative Theologie, wenn auch mit ausgeprägterer Begrifflichkeit.
1) Christologie als zentrales Thema. Der irdische Jesus ist der vom Vater gesandte Sohn, der zu ihm zurückkehrt, nachdem er sein Werk vollendet hat. Der Sohn ist präexistent (Prolog), zugleich ist seine irdische Herkunft aber bekannt: stammt aus Nazareth (1,45f), Sohn Josephs und einer irdischen Mutter (6,42). Er ist der Messias, obwohl er nicht in Bethlehem geboren und nicht „unbekannter“ Herkunft ist (7,42.27). Wer an Jesus glaubt, d.h. daran glaubt, dass Gott ihn gesandt hat, hat ewiges Leben (3,15f) und kommt im Gegensatz zu den Ungläubigen nicht ins Endgericht. Jesus geht ans Kreuz, was als seine Erhöhung gedeutet wird (3,14), Realität des Sterbens wird aber nicht abgeschwächt (gegen Doketismusvorwurf durch Käsemann). Bei Joh werden Karfreitag, Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten in gewisser Weise zusammengezogen.
Identifizierung von Offenbarung und Offenbarer in den „egw eimi“- Sätzen
2) Gott: Wird definiert als Vater über den Sohn. Exklusivität des Zugangs zu Gott über Jesus. Hier auch der Ursprung des Konflikts zwischen Jesus und „den Juden“, werden Teufelssöhne genannt. Indem sie Jesus verwerfen sind sie nicht Söhne Abrahams, sondern Söhne des Teufels (8,37ff). Es geht nicht um Antijudaismus, sondern Joh macht den Versuch, den Unglauben, d.h. die Ablehnung Jesu als des von Gott gesandten zu erklären.
3) Jesus und den Jüngern steht „die Welt“ gegenüber, aber keine gottfeindliche Macht, kein Dualismus. 1,29 = Jesus trägt als Lamm Gottes die Sünde der Welt fort. 3,16f = Gott hat die Welt geliebt, um durch die Gabe seines eigenen Sohnes ewiges Leben zu schenken. 8,12; 9,5 = Jesus ist „Licht der Welt“. 16,33 = Jesus hat die Welt überwunde, in der die Jünger noch Angst haben.
4) Eschatologie: Nebeneinander von präsentischen (5,24 u.a.) und futurischen (5,28f; 6,39b) Aussagen. Ob letztere auf eine „kirchliche Redaktion“ zurückgehen ist umstritten. Systematisch steht der Gedanke im Vordergrund, dass die Glaubenden das ewige Leben haben. Es ist nicht von der Parusie Christi die Rede.
4) Paraklet (14,16.26; 15,26; 16,7; vgl. 1.Joh 2,1): Herkunft und Ursprung der Begrifflichkeit ist vollkommen unklar. In der Sache meint „Paraklet“ die fortdauernde Gegenwart Jesu in der Gemeinde über Ostern hinaus, weshalb in 14,26 der P. mit dem Hlg. Geist gleichgesetzt wird.

8. Das religionsgeschichtliche Problem
Frage nach religionsgeschichtlichen Parallelen und Zusammenhängen. V.a. Präexistenz, Aufstieg und Abstieg des Sohnes, Dualismus des Joh (Gott und Welt, Licht und Finsternis) haben Analogien in der Umwelt.
ð Judentum: Dualismus = Qumran, v.a. Parallelen zwischen lo,goj-Lied und der im Judentum belegten Vorstellung von der Weisheit, die auch als präexistent gedacht werden kann.
ð Philo von Alexandrien = lo,goj wird mit Weisheit gleichgesetzt.
ð auch Parallelen in der frühen Gnosis. Bultmann = Joh Theologie setze den vollständigen gnostischen Mythos voraus. Johannes hat aus dem Mythos gerade das Kernstück, nämlich die Behauptung der Präexistenz der Seele und ihrer substantiellen Identität mit dem Erlöser herausgebrochen: Im Gegensatz zur Gnosis sei bei Joh die Erlösung nicht an das Sein des zu Erlösenden gebunden, sondern allein an das freie Heilshandeln Gottes in seinem Sohn = damit ist Joh Kritiker der gnostischen Lehre. ð geht historisch nicht: Zur Zeit des Joh war der gnostische Mythos noch nicht voll entwickelt. Joh hat wahrscheinlich Gedanken des hellenistischen Judentums und der frühen Gnosis aufgenommen.
ð Mandäer-Texte sind ebenfalls oft sehr ähnlich und Aufkommen der Mandäer gehört auch in diese Zeit. Jedoch die Verschriftlichung dieser Texte setzte viel später ein, jedoch ist die motivliche Ähnlichkeit von Bedeutung.