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Gott ist einer


Gott ist einer
Urchristen – Gemeinde (Christadelphian)
http://www.christadelphian.de/esslingen/extdoc/Gott_ist_Einer.pdf

Inhalt
Menschen denken sich einen Gott 3
GOTT macht SICH bekannt 3
Die Rolle der Bibel 5
Heute noch die alten Götter? 6
Kirchengeschichte und ihre Folgen 7
Drei gleich eins - die unmögliche Gleichung 8
Jesus ist dem Vater untertan 10
Der heilige Geist - Gottes Geist 10
Jesus ist der Gesalbte 11
In der Apostel Lehre bleiben 12
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Menschen denken sich einen Gott
"Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus!" (1. Tim 2,5)
Wir sprechen Sie heute an, um Ihnen einige wesentliche Gedanken über den wichtigsten Punkt des christlichen Glaubensbekenntnisses nahezubringen. Es ist der Glaube an den einen Gott! Das Wissen um den einzigen Gott, den Schöpfer des Universums und der Erde und all dessen, was auf Erden wächst und lebt, ist nicht selbstverständlich. Woher beziehen wir Christen eigentlich dieses Wissen um den allein wahren und einzigen Gott?
Die Völker der Frühzeit und teilweise auch Völker unserer Zeit verehrten und verehren vorwiegend ganz andere Gottheiten. Die Verehrung von Naturerscheinungen wie Sonne, Mond, Regen, Donner, Blitz, Sturm oder die Anbetung selbsterdachter Mächte war besonders in den antiken Religionen, in den mittelamerikanischen Hochkulturen und im späten Hinduismus ausgeprägt. Alle solche Gottheiten hatten etwas gemeinsam: Sie wurden durch ihre Verehrer in phantasievollen und durch menschliche Vorstellungen geprägten Bildern sichtbar gemacht. Der biblische Prophet Jeremia hat solche Gottesvorstellungen treffend charakterisiert. Er sprach vor etwa 2600 Jahren: "Höret das Wort des Herrn, das er zu euch redet, o du Haus Israel! So spricht der Herr: Ihr sollt die Weise der Völker nicht lernen, und vor den Zeichen des Himmels sollt ihr nicht erschrecken, weil sich die Heiden vor ihnen fürchten. Denn die Satzungen der Völker sind nichtig. Man haut nämlich im Walde ein Holz, und der Künstler richtet es zu mit dem Beil; er ziert es mit Silber und Gold, und sie befestigen es mit Hammer und Nägeln, daß es nicht wackle. Wie die Vogelscheuchen im Gurkenfeld sind solche Götzen, sie können nicht reden; man muß sie tragen, denn sie können nicht gehen. Fürchtet solche nicht, denn sie können weder Böses noch Gutes tun'" (Jer 10,1-5; Jes 44,9- 20; Ps 115,1-8).

GOTT macht sich bekannt
Nachdem nahezu die ganze antike Welt solchen Götterstandbildern huldigte, ist die Frage angebracht: Warum können ausgerechnet wir behaupten, daß wir die offensichtlich einzig richtige Gotteserkenntnis haben? Oder bezweifeln Sie das? Lassen Sie mich bitte zur Klärung dieser Frage im Geschichtsbuch ein paar Seiten zurückblättern: Inmitten von Völkern mit stark ausgeprägten phantasievollen Göttervorstellungen lebte in Ägypten ein relativ kleines Volk in strenger Knechtschaft. Trotz harter Arbeit und ständiger Konfrontation mit der Religion der Ägypter, hielt es an dem von seinen Stammvätern überlieferten Glauben fest. Jeder Israelit wußte, daß die Stammväter Abraham, Isaak und Jakob unmittelbaren Kontakt mit dem Gott des Himmels hatten. Er hatte mit ihnen einen Bund geschlossen. Er hatte ihnen reichen Segen zugesagt und das Land Kanaan zu ewigem Besitz versprochen (1.Mose 12,2; 13,14-18; 15,4-7+18; 17,4-8; 22,12-18; 26,1-5; 28,13-15). Zur Erinnerung an diesen Bund wurden alle Knaben Israels beschnitten (1.Mose 17,9-14). An diesem Bundeszeichen hält Israel fest bis zum heutigen Tag. Kein Wunder also, daß sie sich dieses Bundes erinnerten, als die Last der Knechtschaft in Ägypten nahezu unerträglich wurde. Sie schrien zu Gott. "Und - 4 –

Gott erhörte ihr Wehklagen, und Gott gedachte an seinen Bund mit Abraham, Isaak und Jakob" (2.Mose 2,24). Und Gott wählte sich einen Mann, mit dessen Hilfe Er Sein Volk aus der Knechtschaft Ägyptens und aus der Herrschaft Pharaos befreien wollte. In einem brennenden Dornbusch in der Wüste gab Er sich Mose zu erkennen: "Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs!" (2.Mose 3,6). Und Er gab Mose den Auftrag: "So geh' nun hin, ich will dich zu Pharao senden, daß du mein Volk, die Kinder Israels, aus Ägypten führest" (2.Mose 3,10). Aber Mose war ein bedächtiger und verantwortungsbewußter Mann. Er sah wohl die Probleme voraus, die dieser Auftrag mit sich bringen würde. Er wollte mehr über seinen Auftraggeber wissen und fragte:
"Wenn ich zu den Kindern Israels komme und zu ihnen sage: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mich fragen werden: Wie heißt sein Name? -was soll ich ihnen sagen? Gott sprach zu Mose: Jahwe (d.h.
deutsch: "Ich bin" oder "der Seiende") hat mich zu euch gesandt. Und
nochmals sprach Gott zu Mose: Also sollst du zu den Kindern Israels sagen: Jahwe, d. h. "Ich bin" hat mich zu euch gesandt; das ist mein Name ewiglich und meine Benennung für und für" (2.Mose 3,13-15).

Wir wissen, was sich abspielte. Mit zehn überwältigenden Wundern, die die Ägypter als härteste Plagen aller Zeiten trafen, erzwang Gott die Freilassung Seines Volkes Israel. Unter weiteren Zeichen und Wundern führte Er es durch die Wüste zum Berg Sinai. Er gab dem Volk Israel dort neben anderen Richtlinien die bedeutungsvollen "Zehn Gebote". Diese Anweisungen für eine korrekte Gottesverehrung und Gebote für gute zwischenmenschliche Beziehungen bilden auch heute noch den Kernpunkt vieler Grundgesetze. Das höchste und vornehmste aller Gebote fordert uneingeschränkte Achtung vor Gott. Es fordert Achtung vor dem Gott, der sich durch Sein Eingreifen in die Geschicke dieses Volkes als der Allmächtige, als der Wirkende und als der Lebendige erwiesen hat. Diese Prädikate stehen nur Ihm zu. Israel hat es erlebt: Es gibt keine Götter außer dem einen Gott (Jes 41,4; Jes 42,8; Jes 43,10-13; Jes 44,6-8; Jes 48,11): Der Gott, den Israel erfahren hat: ist der Allherr, dessen Herrschermacht die ganze Erde erfüllt (Jes 6,3). Und damit sie diese wichtigste aller Erkenntnisse nie vergessen sollten, wurden die Israeliten in ihrem täglichen Gebet durch das vornehmste Gebot (Sch'ma) daran erinnert. Es heißt: "Höre Israel, Jahwe, unser Gott, soll der Einzige sein! Und du sollst Jahwe, deinen Gott, lieben mit Deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit aller deiner Kraft!" (5.Mose 6,4+5).
Alle Berichte des Alten Testamentes in der Bibel überliefern, wie das Volk Israel den einzigen Gott hautnah erfahren hat. Es bildete in seiner Gotteserkenntnis und seiner Gottesverehrung eine Ausnahme inmitten der Völker mit ihren Götzen. Die Sumerer und Ägypter, die Kreter, Hethiter und Assyrer, die Babylonier, Phönizier und auch die Griechen und Römer hatten alle ganz andere, selbsterdachte oder philosophisch definierte Gottesvorstellungen. Inmitten solcher Nachbarstaaten mußte Israel seine Treue zu dem einen Gott beweisen. Und es versucht mit Leidenschaft bis in unsere Tage dem heidnischen Polytheismus (=Vielgötterglauben) zu widerstehen. Lassen Sie mich jetzt die eingangs gestellte Frage beantworten: Wieso können die Juden und Christen behaupten, daß sie die einzig richtige Gotteserkenntnis haben? Nun, wir Christen haben sie durch die Selbstoffenbarung Gottes an Sein Volk Israel! - 5 –

Dieses Volk ist durch seine Geschichtserfahrung der Zeuge für das Wirken des einzigen und lebendigen Gottes. Wir haben die Bestätigung der richtigen Gotteserkenntnis durch die in Erfüllung gegangenen Verheißungen Gottes! Wir haben die richtige Gotteserkenntnis, weil wir Sein unsichtbares Wesen, Seine ewige Kraft und Gottheit durch Nachdenken an Seinem Schöpfungswerk wahrnehmen können (Röm 1,20). Und wir finden den Beweis für die Wahrhaftigkeit Gottes, weil wir auch in unserer Zeit sehen und erleben dürfen, wie Seine Verheißungen, z. B. am Volk Israel, verwirklicht werden (Hes.36-39)!

Die Rolle der Bibel
Es besteht kein Zweifel darüber, daß sich der ewige (Röm 16,26) und allein weise Gott (Röm 16,27) in der Schöpfung, in der Geschichte, in dem prophetischen Wort und in Jesus Christus geoffenbart hat. Von dieser Gesamtheit der Offenbarung Gottes berichtet uns die Bibel! Unsere Erkenntnis über Gott und unser Vertrauen zu Ihm gewinnen wir noch heute unverfälscht durch das Lesen der Bibel - des Wortes Gottes. Weder mündliche Überlieferung noch jahrhundertealte Tradition sind unfehlbar. Unbestechlich und unverändert seit den Tagen Jesu und seiner Jünger ist allein die Heilige Schrift. Auch ein Christ mit dem heutigen Bildungsstand und dem erheblich erweiterten Allgemeinwissen, kann in den Grundfragen und Lehren des christlichen Glaubens keine tiefere Einsicht haben als beispielsweise die Apostel Petrus, Johannes oder Paulus! Wenn wir also zur richtigen Gotteserkenntnis gelangen wollen, so bleibt uns nur ein Weg: Wir müssen die Offenbarung Gottes in der Bibel lesen und ernst nehmen. Es ist verständlich, daß wir Christen unser Wissen und unseren Glauben in erster Linie auf die Aussage unseres Herrn Jesu Christi und seiner engsten Jünger stützen. Wenn wir dies tun, werden wir feststellen, daß der Glaube an den einen, einzigen und alleinigen Gott unumstößlich wichtigster Glaubenspunkt im Urchristentum war (Matth 23,9; Röm 3,30; 1.Kor 8,4-6; Gal 3,20; 1.Tim 2,5). Hat etwa Jesus das Grundbekenntnis der jüdischen Gotteserfahrung abgeändert? Er hat es nicht abgeändert, sondern unverändert beibehalten! Als er von einem jüdischen Schriftgelehrten nach dem vornehmsten Gebot gefragt wurde, zitierte er ohne zu zögern aus dem 5.Buch Mose, Kapitel 6,die Verse 4+5: "Das vornehmste aller Gebote ist: "Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einiger Herr; und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von deinem ganzen Herzen und von deiner ganzen Seele und von deinem ganzen Gemüt und mit aller deiner Kraft!" Dies ist das vornehmste Gebot, und das andere ist ihm gleich: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!" Größer als diese ist kein anderes Gebot." (Mark 12,29-31).

Damit ist die Kontinuität (=lückenloser Zusammenhang) des Glaubensbekenntnisses zu dem einzigen Gott zwischen Altem und Neuem Bund gegeben. Die Gotteserkenntnis Jesu im Neuen Testament unterscheidet sich keineswegs von der Gotteserkenntnis Moses im Alten Testament. Der Gott, den wir Christen zu verehren haben, ist der Gott der Väter (Apg 3,13; 5,30; 22,14).

- Er ist der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs
(Apg 7,32; Matth 22,32; Mark 12,26; Luk 20,37).
- Er ist der Gott Israels (Matth 15,31; Luk 1,68; Apg 13,17; Hebr 1,16) und - 6 -
- Er ist der Gott Jesu Christi (2.Kor 1,3; Eph 1,3; 1.Petr 1,3; Joh 20,17).

Sie fragen sich vielleicht, warum ich diese "Selbstverständlichkeiten" so ausführlich betone. Das liegt daran, daß diese wichtigste Glaubenserkenntnis bei vielen Christen gar nicht so selbstverständlich ist. Die meisten "Christen" haben sich von diesem Bekenntnis abgewandt. Können Sie alles, was bis jetzt erklärt wurde, bejahen? Oder sind Sie unsicher? Gibt es Unterschiede zwischen dem, was Sie bisher angenommen und dem, was Sie hier bis jetzt erfahren haben?

Heute noch die alten Götter?
Um aufzuzeigen, warum die meisten "Christen" die biblische Gotteserkenntnis verlassen haben, müssen wir etwa 1600 Jahre in der Geschichte zurückblicken: Als das Bekenntnis zu dem allein wahren und wirkenden Gott, die frohe Botschaft vom Gottesreich und das Zeugnis über den Tod und die leibhafte Auferstehung Jesu Christi in die Welt hinausgetragen wurde, gelangte es auch zu Völkern mit anderen Gottesvorstellungen. Während jüdischer und urchristlicher Glaube auf das erlebte Wirken Gottes gründet, hatten sich andere Völker ihre eigene Philosophie über einen Götterhimmel aufgebaut. Sowohl die Religion der Römer als auch der Griechen war polytheistisch, das heißt, sie verehrten mehrere männliche und weibliche Götter, die oft als Dreiergruppen zusammengehören. So ist aus Ägypten die "Götterdreiheit" Osiris,
Isis, Horus bekannt, aus Rom Jupiter, Roma und Venus und aus Griechenland unter anderem im Dionysoskult Zagreus, Phanes und Dionysos. Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß in der griechischen Philosophie seit Xenokrates (396-314 v. Chr.), einem Schüler Platos, eine Dreieinigkeit an der Spitze des Weltganzen steht und die gesamte Welt nach griechisch-philosophischer Vorstellung nach dem Dreieinigkeitsplan aufgebaut ist. Dies weiter auszuführen, würde den Rahmen dieses Vortrags sprengen. Es soll nur andeuten, daß in der griechischen Philosophie seit Plato (427-347 v. Chr.) und Pythagoras (6. Jahrh. v. Chr.) der Zahl "drei" eine besondere Bedeutung beigemessen wurde. Über eine besondere und dazu passende Eigenart der Griechen berichtet uns auch die Bibel. In der Apostelgeschichte lesen wir von dem Besuch des Apostels Paulus in Athen: "Während aber Paulus ihrer (Silas und Timotheus) zu Athen wartete, ergrimmte sein Geist in ihm, da er die Stadt so voller Götzenbilder sah. Er führte nun Unterredungen in der Synagoge mit den Juden und Gottesfürchtigen, auch auf dem Markte täglich mit denen, welche zugegen waren. Aber etliche der epikuräischen und stoischen Philosophen maßen sich mit ihm; und einige sprachen: Was will doch dieser Schwätzer sagen? Andere aber: Er scheint ein Verkündiger fremder Götter zu sein; weil er ihnen das Evangelium von Jesus und der Auferstehung verkündigte. Und sie nahmen ihn und führten ihn auf den Areopag und sprachen: Können wir erfahren, was das für eine neue Lehre sei, die von dir vorgetragen wird? Denn du bringst etwas Fremdartiges an unsere Ohren; so wollen wir nun erfahren, was das sein soll! Die Athener aber alle, auch die Ausländer, die sich dort aufhielten, vertrieben sich mit nichts anderem so gerne die Zeit als damit, etwas Neues zu sagen oder zu hören." (Apg 17,16-21). Vielleicht können Sie sich vorstellen, was geschah, als die Griechen schließlich das Evangelium vom Reich Gottes und von Jesus Christus annahmen. Wenn auch von den - 7 -
Gläubiggewordenen die Bekehrung von den Götterstandbildern Athens zu dem wahren und lebendigen Gott als Gnadengeschenk empfunden wurde, so hatte doch für manchen neuen "Christen" die faszinierende Ausstrahlung der heidnischen Kulte nicht völlig ihre Kraft verloren (1.Kor 10,18-22). Vor allem die Liebe der Griechen zu gelehrten Reden und ihr Streben nach Erkenntnissen der Zusammenhänge des Seins waren nicht einfach weggewischt. So kam es, daß namhafte Gelehrte in Griechenland bald über die jüdisch-urchristliche Gotteserkenntnis disputierten und philosophierten. Indem sie auf die ihnen vertrauten, in der philosophischen und religiösen Umwelt vorhandenen Vorstellungen zurückgriffen, versuchten sie eine lehrmäßige "Klärung" der Gottesvorstellung.

Kirchengeschichte und ihre Folgen
Irenäus, seit 177 Bischof von Lyon und sogenannter" Vater der katholischen Dogmatik", Tertullian, der erste lateinisch schreibende Kirchenschriftsteller aus Karthago (150-225) und der wohl bedeutendste Theologe des christlichen Altertums, Origenes (185-253), leisteten die Vorarbeit zur Umgestaltung der jüdisch-urchristlichen Gotteserkenntnis in eine den Griechen annehmbare Gottesvorstellung. Sie begannen, den Sohn Gottes aus dem Menschengeschlecht, den Messias Jesus, aufzuwerten und gleichrangig neben Gott zu stellen. Sie betonten zwar noch die Einzigkeit Gottes, aber sie deuteten bereits zwei oder drei zusammengehörende Personen in einer Gottheit an. Offensichtlich strebten sie wieder die aus der Antike bekannte "Götterdreiheit" an. Man muß zugestehen, daß das Neue Testament hin und wieder "Triadische" Stellen aufweist. Das sind Schriftstellen, die Gott, den Sohn und den Geist nebeneinander nennen (Matth 28,19; 2 Kor.13,13; 1.Kor 12,3-6; Eph 4,4-6). Aber alle diese Stellen sagen nichts über eine "Einheit" aus. Gegen die angestrebte "Götterdreiheit" lehnte sich Arius, ein Kirchenältester aus Alexandrien, energisch auf. Ein Wort ergab das andere. Ein menschlich ersonnenes Argument bekämpfte das andere. Es wurde manchmal gestritten um des Streites willen. Der aus solchen gegensätzlichen Meinungen entstandene "Arianische Streit" veranlaßte Kaiser Konstantin zum Eingreifen. Er sah in dem Streit über die Trinitätslehre, also über die Dreiheit Gottes, lediglich unnötiges Theologengezänk, das sich vermeiden ließ. Es kam Konstantin besonders darauf an, den kirchlichen Frieden zu erhalten oder wiederherzustellen. Denn er hatte der Kirche in seinem Reich eine wichtige Aufgabe zugedacht: Sie sollte die Sittenlosigkeit der Bevölkerung beheben und die Menschen zur Zucht und Ordnung anleiten. Und sie sollte den Segen Gottes für Kaiser und Reich erflehen. Darum nahm sich der Kaiser des Streites an und lud zu einem großen Konzil nach Nicäa. Es war das Jahr 325 n.Chr. Bei den langen Verhandlungen und bei der offensichtlichen Unnachgiebigkeit der Theologen mit den verschiedenen Ansichten über Gott und Seinen Sohn Jesus, griff der Kaiser mehrfach persönlich ein. Obwohl er nicht das geringste Verständnis für die Fragen hatte, um die es den durch griechische Philosophie beeinflußten Theologen ging, drängte er zur Entscheidung. Durch seine Autorität beeinflußte er das schließlich formulierte Glaubensbekenntnis. Das Nicäum von 325 hat folgenden Wortlaut: "Wir glauben an einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge; und an einen Herrn Jesus Christus, den Sohn Gottes, aus dem Vater gezeugt, den Einziggeborenen, das heißt, aus dem Wesen des Vaters, Gott aus Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott aus wahrhaftigem Gott, gezeugt, nicht - 8 – geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch den alle Dinge geworden sind, sowohl die im Himmel als auch die auf Erden; der um uns Menschen und um unseres Heils willen herabgekommen und Fleisch geworden ist, Mensch geworden, gelitten hat und am dritten Tage wieder auferstanden ist, aufgefahren in die Himmel und kommen wird, um Lebende und Tote zu richten; und an den Heiligen Geist". Unmittelbar auf dieses Bekenntnis folgen die Verurteilungen der häretischen, das heißt, der diesem Dogma widersprechenden Anschauungen: "Diejenigen aber, die sagen: es gab eine Zeit, zu der er (der Sohn Gottes) noch nicht war, und daß er aus dem Nicht-Seienden geworden ist, oder die sagen, daß er aus einer anderen Natur (Hypostasis) oder einer anderen Wesenheit (Usia) ist, oder daß der Sohn Gottes geschaffen, der Veränderung oder dem Wandel unterworfen ist – diese verdammt die katholische Kirche." Die meisten Bischöfe, die auf dem Konzil anwesend waren, unterschrieben dieses Glaubensbekenntnis. Lediglich Arius und zwei seiner Freunde verweigerten die Unterschrift. Sie wurden dafür exkommuniziert. Dieses durch demokratische Abstimmung und durch das Eingreifen eines heidnischen Kaisers zustandegekommene Dogma brachte aber keine Ruhe in den Streit um die richtige Gotteserkenntnis. Statt sich am Wort der Bibel zu orientieren, wurden philosophische Ansichten ausgefochten. Sie prallten nun in dem großen trinitarischen Streit (325-381) hart aufeinander. Über seine einzelnen Phasen berichtet die Kirchengeschichte. Mit Gewalt und List, auf ehrliche oder unehrliche Weise, versuchte jeder den anderen zu widerlegen. Allen war nur eins gemeinsam: der zügellose Haß! Mit diesen Worten schilderte Basilius, Bischof von Cäsarea, den Ehrgeiz der Bischöfe und die tyrannische Einmischung der Herrscher. In knapp sechzig Jahren wurde versucht, alle griechischen Gedankengebäude in einen christlichen Rahmen
einzupassen. So kam es, daß das Nicäum vom Jahre 325 oft umformuliert wurde. Eine spätere Fassung aus dem fünften Jahrhundert folgt dem griechischen Kirchenlehrer und Bischof von Alexandria Athanasius (293-373). Die Hauptaussage darin lautet: "Eine andere Person ist der Vater, eine andere der Sohn, eine andere der Heilige Geist.
Aber Vater, Sohn und Heiliger Geist ist ein einiger Gott". Diese Dreieinigkeits-Fassung wird zusätzlich noch wie folgt erklärt: "Es gibt nur einen lebendigen und wahren Gott, ohne Form oder Gelüste, von unergründlicher Macht, Weisheit und Güte, Schöpfer und Erhalter aller Dinge, der sichtbaren und unsichtbaren. Und in Einheit mit dieser Gottheit sind drei, von einer Substanz, Macht und Ewigkeit: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist".

Drei gleich eins - die unmögliche Gleichung
Beurteilen Sie selbst diese Aussagen!
Haben wir hier nicht Widersprüche und Verwirrung?
Wie kann "ein Gott" aus drei Personen bestehen?

Wie kann er ohne Form sein und doch von einer Substanz? - 9 -
Wie kann der Sohn, Jesus Christus, von Ewigkeit her bestehen und doch von Gott gezeugt und von Maria geboren sein? Hier haben wir logische und physikalische Probleme, die selbst den Theologen Schwierigkeiten bereiten, die dieses Dogma erklären müssen. Meist erhält der hartnäckige Frager die Antwort: "Das ist ein Geheimnis, das für uns Menschen jetzt noch unbegreiflich ist". Ist Gott hinter einem Geheimnis versteckt? Hat Er sich nicht, wie eingangs deutlich dargestellt wurde, eindeutig sogar mit Seinem Namen geoffenbart? Hat Er jemals angedeutet, daß Er die dritte Person (den heiligen Geist) zu Maria sende, damit die zweite Person (Jesus Christus) einer "Dreieinigen Gottheit" gezeugt werde?

Wenn ich diese Widersprüche und Ausflüchte theologischer Erklärungen zu diesem Glaubensdogma so drastisch herausstelle, dann nicht deshalb, um dieses Thema ins Lächerliche zu ziehen. Dafür ist der Anlaß viel zu ernst. Aber wir erkennen daraus, daß die Dreieinigkeits-Lehre nicht der Feder von inspirierten Propheten und Aposteln entstammen kann; denn Gott verbirgt sich nicht hinter einem Geheimnis. Er hat Sein Wesen und Seine Absichten deutlich erklärt. Er hat sich den Menschen eindeutig geoffenbart! Sein Wort, das uns in der Bibel überliefert ist, läßt keinen Zweifel über die Stellung Gottes, Seines heiligen Geistes und Seines Sohnes Jesus zu. Betrachten wir doch die Hauptaussagen des Trinitäts-Dogmas einmal näher. In der Formulierung dieser für die meisten Kirchen verbindlichen Glaubenslehre heißt es, Jesus sei Gott aus Gott, eines Wesens mit dem Vater, nicht der Veränderung oder dem Wandel unterworfen und von gleicher Macht und Ewigkeit wie der Vater.
Vergleichen wir diese Aussagen mit der Bibel:
Mark 10,18: "Jesus aber sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Es ist niemand gut, als nur Gott allein!"
Joh 14,28: "Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich".
Joh 17,3: "Das ist aber das ewige leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen".
Joh 20,17: "Gehe aber zu meinen Brüdern und sage ihnen, ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott"!
Röm 5,15: "So ist noch viel reichlicher die Gnade Gottes den Vielen zuteil geworden, nämlich die in dem einen Menschen Jesus Christus aus Gnaden geschenkte Gabe".
1.Tim 2,5: "Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus"!
Hebr 3,2: ". ..welcher (Jesus) treu ist dem, der ihn gemacht hat (Gott)".
Hebr 5,1: "Jeder Hohepriester nämlich wird aus Menschen genommen und für Menschen eingesetzt". Das bezieht sich eindeutig auf Jesus (Hebr 4,14- 16)!
Apg 17,31: "...darum, daß er (Gott) einen Tag gesetzt hat, an welchem er den Erdkreis richten wird mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu - 10 - bestimmt hat, und indem er jedermann Glauben darbot, daß er ihn auferweckt hat von den Toten".
Mark 13,32: "Von dem Tag aber und der Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, noch der Sohn, sondern nur der Vater".

Jesus ist dem Vater untertan
Diese eindeutigen Zeugnisse beweisen den Unterschied zwischen Gott und Seinem Sohn aus dem Menschengeschlecht. Sie widersprechen klar und deutlich der Formulierung des Dreieinigkeits-Dogmas -"gleich vollkommen, gleich mächtig, gleich ewig".
Wurde Jesus Christus nicht verwandelt?
War er nach seiner Auferweckung aus den Toten durch seinen himmlischen Vater
gleich wie vor seinem Tod?
Nach seiner Auferweckung verlieh ihm Gott größere Herrlichkeiten als er zuvor hatte. Denn weil er gehorsam war bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz, "hat ihn auch Gott hoch erhöht und ihm den Namen geschenkt, der über alle Namen ist, auf daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle Knie derer, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes, des Vaters" (Phil 2,9-11).
Trotz dieser höchsten Erhöhung über alles, ist er immer noch nicht gleich wie sein Vater. Wieso wissen wir das? Weil Gott in der Bibel als das "Haupt des Christus" bezeichnet wird (1.Kor 11,3). Das Wort lehrt uns außerdem, daß Jesus als der von Gott eingesetzte König herrschen wird, bis alle Feinde unter seinen Füßen sind. Aber sogar dann wird "auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles untergetan hat, auf daß Gott sei alles in allen" (1.Kor.15,28)! Dies zeigt wohl deutlich genug, daß Jesus Christus auch nach seiner Auferweckung und am Ende seiner tausendjährigen Regentschaft über die Erde immer noch nicht Gott gleich ist. Wie unsinnig ist doch die Idee der "Dreieinigkeit", wenn man solch eindeutige Worte der Heiligen Schrift kennt! Da nützen selbst Tausende von gelehrten Büchern mit allen möglichen philosophischen Vorstellungen über dieses Dogma nichts, wenn man einmal nur über die eine Bibelstelle in 1.Kor.15,27.28 gründlich nachdenken würde. Der Apostel Paulus hat auch in unserer Zeit recht mit den Worten, die er einst den sich weise dünkenden Griechen in 1.Kor.1, 19-31 schrieb!

Der heilige Geist - Gottes Geist
Ist es noch nötig, etwas über das Verhältnis zwischen Gott und dem "Heiligen Geist" zu sagen, wie es das Trinitäts-Dogma definiert? Es ist völlig überflüssig, zu betonen, der "Heilige Geist" und Gott seien eins. Johannes schreibt in seinem Evangelium: "Gott ist Geist" (Joh 4,24). Wozu also der Unterschied zwischen Gott, der Geist ist und Gottes heiligem Geist? Eine solche Gedankenakrobatik kann wahrhaftig nur einem wirr philosophierenden Geist entspringen, der die Realität Gottes und Seine Offenbarung nicht ernst nimmt. Selbstverständlich ist Gott eins mit Seiner ausführenden Kraft, Seinem wirksam werdenden Geist. Der Geist Gottes wird in der Schrift dann heiliger Geist genannt, wenn er zum Heil der Menschen wirksam wird. Aber deshalb sind doch - 11 –
Gott und Sein Geist nicht zwei Personen in einer Gottheit, wie es das Dogma zu glauben zwingen soll!
All dies zeigt nur zu deutlich, daß der lebendige Gott, der sich in Seiner Schöpfung, in der Geschichte, im prophetischen Wort und durch den Messias Jesus eindeutig geoffenbart hat, nicht in das von Menschen erdachte philosophische Gebäude des Dreieinigkeits-Dogmas paßt. Diese Erkenntnis ist für uns Menschen von lebenswichtiger Bedeutung. Denn Jesus Christus hat in seinem hohenpriesterlichen Gebet auf die besondere Bedeutung der richtigen Gotteserkenntnis hingewiesen. Er ermahnt uns: "Das ist aber (bedeutet für uns) das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen!" (Joh 17,3)

Die Erkenntnis Gottes als des allein wahren Gottes und Seines von Ihm durch die Kraft des heiligen Geistes gezeugten Sohnes aus dem Menschengeschlecht, Jesus, ist die erste Voraussetzung, wenn wir das ewige Leben im Reich Gottes erreichen wollen. Wer dabei leichtsinnig eigenen Vorstellungen der Menschen folgt und das Wort Gottes dadurch mißachtet, hat keine Hoffnung auf ewiges Leben. Es ist wirklich sehr ernst zu nehmen und an der Zeit, alle jene aufzurütteln, die bisher gedankenlos die Lehre von der Dreieinigkeit oder von der "Heiligen Dreifaltigkeit" als ihre Gotteserkenntnis verstehen. Dieses Dogma ist mit der Selbstoffenbarung Gottes nicht in Einklang zu bringen! Es ist eine Irrlehre und führt zum modernen Götzendienst. Denn wer einen anderen Gott anbetet als den, der sich in der Bibel offenbart, betet einen Götzen an, einen von Menschen erdachten Gott!

Jesus ist der Gesalbte
Es ist durchaus verständlich, wenn diese Worte in Ihren Ohren sehr hart klingen. Aber es wäre falsch verstandene Nächstenliebe, jemand in diesem Irrtum zu lassen. Durch das eindeutige Anprangern der Irrlehre von der "Dreieinigkeit" sollen Sie nachdrücklich dazu aufgefordert werden, selbst in der Bibel nach echter Gotteserkenntnis zu forschen. An der richtigen Erkenntnis des allein wahren Gottes und an Ihrer Stellung zu Seinem Messias (griech. Christus) entscheidet sich Ihr Schicksal vor Gott. Die Bedeutung Jesu Christi wird dadurch nicht geschmälert. Andererseits ist die Erhabenheit Gottes völlig unantastbar.
Die Einzigartigkeit Jesu Christi und seine besondere Stellung über uns Menschen wird in der Bibel darin gesehen, daß er Gottes Sohn ist (Luk 1,30-34). Gezeugt durch die Kraft des Höchsten, ist er dem Fleische nach aus dem Geschlecht Davids hervorgegangen (Röm 1,3).
Er wird auch als der "andere Adam" bezeichnet, der das wiederbringen sollte, was durch den ersten Adam verlorenging: das ewige Leben (Röm 5,12-21; 1.Kor 15,45). In Gottes Plan war er vor der Schöpfung vorgesehen (Joh 1,1). Er wurde dem ersten Menschenpaar nach dem Sündenfall als Hoffnung verheißen (1. Mose 3,15). - 12 -
Und Gott hat ihn zu der von ihm selbst bestimmten Zeit in die Welt gesandt, um Seine Heilsabsichten mit den gläubigen Menschen zu verwirklichen (Joh 1,14; Gal 4,4.5; 1.Petr 1,13-21).
Darum tritt Jesus mit göttlicher Vollmacht auf (Joh 3,2).
Es besteht aber nicht eine Wesenseinheit zwischen dem unsterblichen Gott (1.Tim 6,16) und Jesus Christus, sondern eine vollkommene Übereinstimmung in den Absichten, im Denken, Reden und Handeln (Joh 10,30; Joh 17,11.21). Die Worte, die Jesus spricht, wurden ihm vom Vater eingegeben (Joh 14,10), und die Werke, die er vollbringt, sind die Werke Gottes (Joh 9,4). Sie dienen der Offenbarung der göttlichen Herrlichkeit und damit der Verherrlichung Gottes (Joh 17,4).
Jesus, der Gesalbte Gottes, ist das Licht, das Leben, die Wahrheit, das Brot und das Wasser des Lebens und der einzige Weg zu Gott. Darum ist er unser Mittler, d.h. der Vermittler zwischen Gott und uns Menschen, denn "niemand kommt zum Vater, denn durch ihn" (Joh 14,6).
Um dies zu verwirklichen, ist er Gott gehorsam gewesen bis zum Tod am Kreuz (Phil 2,8).
Er ist der Mittler, aber nicht der Planer des Heils (2.Kor 5,19; Kol 1,20; Hebr 9,15)! Er ist das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt trägt (Joh 1,36).
Auch nach der Vollendung seiner damaligen Aufgabe ist er wohl zur Rechten Gottes erhöht (Eph 1,20; 1.Petr.3,22) und mit der höchsten Würde bekleidet worden (Phil 2,9- 11), aber er ist damit nicht Gott gleichgestellt.

Er bleibt, obwohl er Gott ganz und gar zugeordnet ist, Ihm untergeordnet (1.Kor 15,28). Er vertritt uns jetzt in seiner Position als Hoherpriester vor Gott (Röm 8,34; Hebr 4,14-5, 10).
Die völlige Gottesgleichheit Jesu Christi wird in der Bibel nie behauptet. Eine Lehre von der Dreieinigkeit Gottes kennt das Wort Gottes nicht. In allen Aussagen wird sowohl die Zusammengehörigkeit als auch die Unterschiedlichkeit zwischen Gott und Christus betont, wobei Gott in jedem Fall der Vorrang gebührt; Er steht über Christus. Das gesamte Neue Testament zeigt, daß das Urchristentum in der apostolischen und nachapostolischen Zeit bis Mitte des zweiten Jahrhunderts n.Chr. die Lehre von der "Dreieinigkeit" Gottes nicht kannte. Die Trinitäts-Lehre ist das Ergebnis der Dogmenentwicklung seit dem Konzil in Nicäa im Jahre 325 n.Chr. Einige wenige kirchliche Theologen geben das offen zu.

In der Apostel Lehre bleiben
Von den ersten Christen wird uns in der Bibel das Zeugnis übermittelt, daß sie beständig in der "Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet" blieben (Apg 2,42). Die Lehre der Apostel war Grundlage ihres Redens und Handelns. So sollte es auch heute noch für Christi Gemeinde sein. Nicht Anordnungen von weltlichen oder geistlichen Fürsten, von Gemeindevorstehern, Pfarrern oder Pastoren, von Konzilien oder Synoden sind für Christen maßgebend. Die Gemeinde - 13 - Jesu Christi muß auch heute noch unerschütterlich auf dem Fundament der biblischen Propheten und Apostel stehen, wobei Jesus Christus der entscheidende Eckstein ist (Eph 2,20)! Das christliche Glaubensbekenntnis muß mit dem übereinstimmen, was die Bibel lehrt. Es darf nicht durch spätere Zusätze verfälscht werden. Die Lehre der Heiligen Schrift ist unantastbare und unveränderliche Grundlage echten christlichen Glaubens. Der Apostel Paulus warnte eindringlich vor Änderungen:
"Aber wenn auch wir oder ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evangelium predigen würde, als wir euch verkündigt haben, der sei verflucht!" (Gal 1,8)

Und unser Herr Jesus Christus verspricht demjenigen den heiligen Geist der Wahrheit,
der schriftgemäß an ihn glaubt: "Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen" (Joh 7,38).
Benötigen wir noch eine deutlichere Aufforderung, um uns ausschließlich auf das geschriebene Wort Gottes in der Bibel zu stützen? Wir dürfen uns nicht auf Lehren und Dogmen aus der nachapostolischen Zeit verlassen, auch nicht auf die Tradition oder die "Entwicklung des christlichen Glaubens", sondern allein auf Gottes Wort, das uns in der Gesamtheit der Bibel glaubwürdig überliefert ist! Wer das tut, wird sehr bald zu der einfachen, aber alles umfassenden Erkenntnis kommen: "Es ist nur ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus!" (1.Tim.2,5) (c) 1979 by Walter Hink

Nach einem Vortrag am Montag, den 19. November 1979 in Esslingen